Weltkrieg

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Weltkrieg
Weltenbrand (umgangssprachlich)

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Welt|krieg ['v…õltkri:k], der; -[e]s, -e:
Krieg, an dem viele Länder der Welt, besonders die Großmächte beteiligt sind:
einen [neuen] Weltkrieg anzetteln; zwischen den beiden Weltkriegen.

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WeŐ£lt|krieg ‚Ć©m. 1‚Ć™
1. ‚Ć©i.¬†w.¬†S.‚Ć™ Krieg, an dem viele L√§nder beteiligt sind, unter denen sich vor allem auch die einflussreichsten, m√§chtigsten L√§nder der Welt befinden
2. ‚Ć©i.¬†e.¬†S.‚Ć™ der Krieg von 1914-1918 (Erster \Weltkrieg) sowie der von 1939-1945 (Zweiter \Weltkrieg)

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WeŐ£lt|krieg, der:
Krieg, an dem viele Länder der Welt, besonders die Großmächte beteiligt sind:
der Erste, Zweite W.;
einen [neuen] W. anzetteln;
zwischen den [beiden] -en.

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Weltkrieg
 
[erstmals 1814 von F. L. Jahn mit Bezug auf die Befreiungskriege gebraucht], englisch World War [w…ôňźld w…Ē…ô], franz√∂sisch Guerre Mondiale [g…õňźr m…ĒŐÉ'diŐĮal], ein globaler, zahlreiche Staaten und V√∂lker einbeziehender milit√§rischer Konflikt, bei dem die Kampfhandlungen sich auf fast alle Kontinente und Weltmeere erstrecken und (wie in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts) auch den Luftraum erfassen k√∂nnen.
 
Eine erdumspannende milit√§rische Auseinandersetzung war bereits der Siebenj√§hrige Krieg (1756-63); die Kriegshandlungen der europ√§ischen M√§chte in √úbersee beschr√§nkten sich damals allerdings auf wenige kurze sowie punktuelle Schlachten und Gefechte. Nachdem im 19. Jahrhundert eine von Nationalismus und Imperialismus gepr√§gte Gro√ümachtpolitik und Diplomatie an Bedeutung gewonnen und aufgrund des nunmehr weltweiten Handels und Verkehrs auch die Konkurrenz um die Beherrschung der Absatz- und Rohstoffm√§rkte sowie der Verkehrswege stark zugenommen hatten, dar√ľber hinaus die Entwicklung der Technik (einschlie√ülich des Nachrichtenwesens) und der Industrie immer gr√∂√üere Fortschritte mit Auswirkungen auch auf den milit√§rischen Bereich machte, bestanden Voraussetzungen und gewachsene Gefahren f√ľr den Ausbruch √ľberregionaler milit√§rischer Auseinandersetzungen. Erst die beiden gro√üen Kriege des 20. Jahrhunderts waren allerdings Weltkriege im eigentlichen Sinne, wobei der Erste Weltkrieg (1914-18) hinsichtlich seiner Opfer, des Ausma√ües der Zerst√∂rung wie auch in Bezug auf die milit√§risch-territorialen Dimensionen durch den Zweiten Weltkrieg (1939-45) noch erheblich √ľbertroffen wurde. Selbst die wenigen in beiden Weltkriegen neutral gebliebenen Staaten konnten sich kriegsbedingten Nebenwirkungen nicht entziehen.
 
Im Unterschied zu fr√ľher gef√ľhrten ¬ĽKabinettskriegen¬ę beziehungsweise zu milit√§rischen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Staaten oder begrenzten B√ľndnissen war f√ľr die Weltkriege des 20. Jahrhunderts charakteristisch: Konfrontation von Millionenheeren, Einsatz einer gewaltigen Milit√§rmaschinerie mit entsprechenden logistischen und Nachschubproblemen, Bedeutungsverlust der Kavallerie sowie des Pferdes als Transporttier der Armee, erstmalige Verwendung von Luft- und Panzerwaffen (am Ende des Zweiten Weltkriegs der Kernwaffen), die v√∂llige Ausrichtung der nationalen Wirtschaften auf die Bed√ľrfnisse des Krieges (¬ĽHeimatfront¬ę, Vorrang der Waffen- und Munitionsproduktion). Die Zivilbev√∂lkerung, die ohnehin mit fortschreitender Kriegsdauer von wachsenden Entbehrungen (z. B. einer sich verst√§rkenden Rationierung der Versorgungsmittel, dem zunehmenden Einsatz von Frauen in der Wirtschaft und schweren Verlusten in der Familie durch den Tod m√§nnlicher Angeh√∂riger an den Fronten) betroffen war und sich einer geistigen Mobilmachung ausgesetzt sah, wurde au√üerdem in einem bis dahin unbekannten Ma√üe in die Kriegshandlungen einbezogen, die sich oft gezielt gegen sie richteten (z. B. Bombenterror gegen St√§dte, Vernichtungsaktionen gegen ganze Bev√∂lkerungsgruppen im Zweiten Weltkrieg); die Zerst√∂rung materieller und kultureller G√ľter f√ľhrte zur Verw√ľstung gro√üer Territorien (schon im Ersten Weltkrieg, verst√§rkt jedoch im Zweiten Weltkrieg u. a. durch die von deutschen Truppen angewandte Taktik der ¬Ľverbrannten Erde¬ę). Beide Weltkriege zogen zum Teil gesellschaftliche Umw√§lzungen nach sich (u. a. Oktoberrevolution in Russland 1917, Errichtung von kommunistischen ¬ĽVolksdemokratien¬ę nach dem Zweiten Weltkrieg) oder riefen grundlegende Ver√§nderungen im internationalen Staatensystem beziehungsweise der politischen Weltordnung hervor (z. B. im Ergebnis des Ersten Weltkriegs Zerfall von Vielv√∂lkerstaaten, Bildung neuer L√§nder; nach dem Zweiten Weltkrieg Entstehung des Ostblocks, Teilung Deutschlands und Europas im Gefolge des Ost-West-Konflikts); auch die Machtkonstellation zwischen den L√§ndern ver√§nderte sich erheblich. Unter dem Eindruck der Kriegskatastrophe waren nach beiden Weltkriegen internationale Bem√ľhungen darauf gerichtet, den Frieden weltweit zu sichern, u. a. durch einen Kriegs√§chtungspakt (Briand-Kellogg-Pakt von 1928), besonders aber durch die Gr√ľndung zwischenstaatlicher Organisationen (1919/20 V√∂lkerbund, 1945 Vereinte Nationen), deren Effizienz jedoch h√§ufig unter den Interessengegens√§tzen der Weltm√§chte litt.
 
 DER ERSTE WELTKRIEG
 
Vorgeschichte und Kriegsausbruch 1914
 
Die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs, der ¬ĽUrkatastrophe des 20. Jahrhunderts¬ę, ist au√üerordentlich facettenreich. Unmittelbar ausl√∂sendes Moment, seinerseits jedoch wiederum mit einer komplizierten vorangegangenen Entwicklung behaftet (Balkanfrage), war die s√ľdslawische Nationalbewegung auf dem Balkan. Sie war im 19. Jahrhundert mit dem Osmanischen Reich und nach dessen Verdr√§ngung aus Europa im 1. Balkankrieg (1912/13) mit √Ėsterreich-Ungarn in Konflikt geraten. Dieser sich zuspitzende Konflikt f√ľhrte zur Ermordung des √∂sterreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Frau durch den serbischen Nationalisten Gavrilo Princip im Attentat von Sarajevo (28. 6. 1914, das √ľber die Julikrise 1914 zum Beginn des Ersten Weltkriegs f√ľhrte.
 
Die europ√§ischen Gro√üm√§chte (Gro√übritannien, Frankreich, Deutschland, √Ėsterreich-Ungarn, Italien, Russland) sowie das Osmanische Reich, erg√§nzt um die beiden √ľberseeischen Gro√üm√§chte USA und Japan, stellten mit ihrer imperialistisch ausgerichteten Politik, mit ihren Rivalit√§ten und ihren B√ľndnissen in einer Kette von Auseinandersetzungen und Krisen das entscheidende Konfliktpotenzial bereit, durch das mittels eines scheinbar nebens√§chlichen Faktors der bewaffnete Zusammensto√ü ausgel√∂st wurde.
 
Gegen√ľber Gro√übritannien und Frankreich mit ihrem ausgedehnten Kolonialbesitz in √úbersee und gegen√ľber Russland mit seinen quasikolonialen Territorien auf dem asiatischen Kontinent waren Italien und das Deutsche Reich als Nationalstaaten relativ sp√§t (1861 beziehungsweise 1871) entstanden und dementsprechend bem√ľht, sich als Gro√üm√§chte Geltung zu verschaffen (in Deutschland manifest im Streben nach einem ¬ĽPlatz an der Sonne¬ę). √Ėsterreich-Ungarn dagegen stand in der Tradition des alten √∂sterreichisches Kaiserreichs und setzte diese trotz der Niederlage gegen Preu√üen (1866) in neuer Form f√ľr ein halbes Jahrhundert fort. Von der Peripherie Europas her balancierte Gro√übritannien als st√§rkste See- und Wirtschaftsmacht die √ľbrigen europ√§ischen Gro√üm√§chte durch seine Politik des Gleichgewichts dergestalt aus, dass das Empire in √úbersee unbehelligt blieb. Dieses europ√§ische Gleichgewicht (¬ĽBalance of Power¬ę) sahen die Gro√üm√§chte durch die deutsche Reichsgr√ľndung ins Wanken geraten, zumal zu bef√ľrchten stand, dass das wirtschaftlich wie milit√§risch erstarkende Deutsche Reich die expansive Politik der Gr√ľndungszeit beibehalten w√ľrde. Die Eingliederung Elsass-Lothringens lie√ü einen Abbau der nach dem Krieg von 1870/71 mehr oder weniger stark bestehenden deutsch-franz√∂sischen Spannungen nicht zu, und das weltpolitische Ausgreifen des Deutschen Reiches, besonders nach 1890, wurde von Gro√übritannien in Zusammenhang mit dem deutschen Flottenbau als direkte Bedrohung empfunden. Russlands Vordringen auf dem Balkan zog wiederum Reaktionen √Ėsterreich-Ungarns nach sich, das seine Interessensph√§re beeintr√§chtigt sah. Der deutsche Versuch, die Orientkrise durch den Berliner Kongress (1878) zu l√∂sen, war im Grunds√§tzlichen erfolgreich, konnte jedoch die √∂sterreichisch-russischen Spannungen nicht beseitigen, zumal Russland in der Folge verst√§rkt zu einer panslawistischen Prestigepolitik auf dem Balkan √ľberging, was wiederum den Interessen √Ėsterreich-Ungarns zuwiderlief. Die im Anschluss an den Berliner Kongress betriebene deutsche B√ľndnispolitik (1879 Zweibund mit √Ėsterreich-Ungarn, 1882 durch den Beitritt Italiens zum Dreibund erweitert) zog eine Gegenkoalition nach sich: 1893/94 wurde der russisch-franz√∂sische Zweiverband geschlossen, der durch ein System bilateraler Absprachen Gro√übritanniens mit Frankreich (Entente cordiale, 1904) und Russland (Petersburger Vertrag, 1907) zur Tripelentente erweitert wurde. Entscheidend f√ľr die Abwendung Gro√übritanniens vom Deutschen Reich waren weniger die sp√§ter dann propagandistisch hochgespielte Handelsrivalit√§t zwischen beiden Staaten und die deutschen Kolonialerwerbungen (besonders in Afrika) als vielmehr die Aufr√ľstung der kaiserlichen Marine durch das Tirpitzsche Flottenbauprogramm, durch das Gro√übritannien seine Vormachtstellung auf den Meeren gef√§hrdet sah. Eine Herausforderung Gro√übritanniens auf den Meeren und in √úbersee stellte das Gleichgewicht der M√§chte infrage, besonders da das Deutsche Reich zur st√§rksten Milit√§r- und Wirtschaftsmacht auf dem Kontinent herangewachsen war. Das Bestreben, dieses Gleichgewicht durch Eind√§mmung der deutschen Dynamik zu wahren, war ebenso kennzeichnend f√ľr die britische Politik der Zeit, wie f√ľr die deutsche Politik das Bem√ľhen erkennbar war, die, wie Reichskanzler B. von B√ľlow 1906 formulierte, Einkreisung des Deutschen Reichs zu durchbrechen.
 
Die Politik des gegenseitigen feindseligen Misstrauens verstärkte sich in einer Reihe von diplomatischen Spannungen, die abwechselnd im Westen und Osten angesiedelt waren und die in etwa den späteren Kriegsfronten entsprachen: Nach Bildung der Entente cordiale (1904) nahm die deutsche Reichsregierung die Niederlage Russlands im Russisch-Japanischen Krieg (1904-05) sowie die sich anschließende erste russische Revolution zum Anlass, das durch die Lähmung der russischen Politik auf dem Kontinent fast völlig isolierte Frankreich mit der ersten der beiden Marokkokrisen (1905/06) unter Druck zu setzen. Der deutsche Versuch, die Entente cordiale zu sprengen, scheiterte jedoch, die britisch-französische Zusammenarbeit verstärkte sich in der Folge.
 
Die n√§chste gro√üe Krise, die bosnische Annexionskrise (1908/09), war im Osten lokalisiert: Die Annexion von Bosnien und Herzegowina, die 1878 nur okkupiert worden waren, durch √Ėsterreich-Ungarn rief einen scharfen Protest Serbiens hervor, das sich von Russland unterst√ľtzt sah. Deutschland zwang mit einem verh√ľllten Ultimatum das milit√§risch noch immer geschw√§chte Russland zum Nachgeben, das seinerseits Serbien zum R√ľckzug veranlasste. Es blieben die wachsende nationale Erbitterung in Serbien und die innere Ausweglosigkeit in Bosnien und Herzegowina: Eine erste heranwachsende Generation von Intellektuellen begehrte gegen die anhaltende Verweigerung der politischen Selbst- oder wenigstens Mitbestimmung auf. Diese und weitere Spannungen machten den Balkan zum ¬ĽPulverfass Europas¬ę und f√∂rderten eine gro√üserbische Agitation, die das Ziel der Unabh√§ngigkeit der s√ľdslawischen V√∂lker verfolgte und den Weg bereitete f√ľr das vom serbischen Geheimbund ¬ĽSchwarze Hand¬ę 1914 organisierte Attentat von Sarajevo.
 
In der 2. Marokkokrise (1911) man√∂vrierte das Deutsche Reich bereits hart am Rand des Weltkriegs, erstmals unter dem starken Druck einer vom Alldeutschen Verband aufgebrachten √∂ffentlichen Meinung, der sich die meisten b√ľrgerlichen Parteien im Reichstag anschlossen. Auf dem H√∂hepunkt der Krise wich die Reichsregierung vor einer britischen Warnung zur√ľck, f√ľhlte sich aber jetzt erst recht ¬Ľeingekreist¬ę und in ihrer Politik gehemmt. Die Armee hatte zum sofortigen Krieg gedr√§ngt, die Marine auf Zur√ľckhaltung, weil sie noch R√ľstungsdefizite sah. Im Nachklang der 2. Marokkokrise scheiterte im Februar 1912 der letzte britische Versuch einer beiderseitigen Flottenr√ľstungsbeschr√§nkung (Haldane-Mission, Haldane, Richard Burdonan) der deutschen Forderung nach britischer Neutralit√§t in einem Kontinentalkrieg, und zwar ohne R√ľcksicht darauf, wer der Angreifer sei.
 
Den letzten gro√üen Konflikt vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs stellten die beiden Balkankriege als logische Fortf√ľhrung der orientalischen beziehungsweise der Balkanfrage und der damit verbundenen europ√§ischen Krise im 19. Jahrhundert dar: Der milit√§rische Zusammenbruch des Osmanischen Reichs im 1. Balkankrieg (1912/13) und des von √Ėsterreich-Ungarn protegierten Bulgarien im 2. Balkankrieg (1913) kam indirekt einer Niederlage des Deutschen Reichs und √Ėsterreich-Ungarns gleich. Eine Warnung des Reichskanzlers T. von Bethmann Hollweg vor der Dynamik der s√ľdslawischen Bewegung, die von Serbien repr√§sentiert wurde und sich von nun an gegen √Ėsterreich-Ungarn richtete, f√ľhrte zu einer Mitteilung des britischen Au√üenministers Sir Edward Grey an den deutschen Botschafter in London, Deutschland k√∂nne in einem Kontinentalkrieg nicht mit der Neutralit√§t Gro√übritanniens rechnen. Auf Greys √Ąu√üerung hin berief Kaiser Wilhelm II. den ¬ĽKriegsrat¬ę vom 8. 12. 1912 ein, auf dem die Entschlossenheit des Generalstabschefs H. von Moltke deutlich wurde, den nun als unvermeidlich angesehenen Konflikt bei n√§chster Gelegenheit auszutragen. R√ľstungstechnische Sachzw√§nge der Marine lie√üen jedoch fr√ľhestens den Sommer 1914 als g√ľnstigsten Zeitpunkt erscheinen: Der Ausbau Helgolands zum Unterseeboothafen und die Erweiterung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (heute Nord-Ostsee-Kanal) zur Aufnahme von Schlachtschiffen waren abzuwarten.
 
Die Krise zwischen dem Deutschen Reich und Russland um die Entsendung einer 1913 berufenen Milit√§rdelegation unter O. Liman von Sanders ins Osmanische Reich zur Reorganisation des t√ľrkischen Heeres spitzte die Auseinandersetzung zwischen beiden Staaten weiter zu und verwies erneut auf einen seit einem Jahrhundert weltpolitisch neuralg. Punkt: Konstantinopel und die Meerengen. Dagegen zeichnete sich durch die Vereinbarungen √ľber eine eventuelle Aufteilung der portugiesischen Kolonien in Afrika (August/Oktober 1913), √ľber die Fortf√ľhrung des Baus der Bagdadbahn sowie √ľber die Region des Persischen Golfs (Juni 1914) eine deutsche-britische D√©tente am Vorabend des Ersten Weltkriegs ab.
 
Nach der Ermordung des √∂sterreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo am 28. 6. 1914 lag die Initiative zun√§chst bei Wien. Dort dr√§ngte eine Kriegspartei unter Generalstabschef F. Graf Conrad von H√∂tzendorf und Au√üenminister L. Graf Berchtold auf rasche Ausnutzung des Attentats zu einem milit√§rischen Schlag gegen das politisch l√§ngst unbequem gewordene Serbien. Zur Absicherung war jedoch die deutsche R√ľckendeckung gegen Russland unerl√§sslich, weshalb es Berlin oblag, durch den ¬ĽBlankoscheck¬ę vom 5./6. 7. 1914 √Ėsterreich-Ungarn ein Signal zum Handeln zu geben. Berlin wagte den ¬ĽSprung ins Dunkle¬ę (Bethmann Hollweg), damit Wien seinen Rang als Gro√ümacht und seinen Wert als B√ľndnispartner des Deutschen Reichs durch eine umgehende ¬ĽKraft√§u√üerung¬ę auf dem Balkan beweisen konnte. Deutschland hoffte, die Gro√üm√§chte aus dem Konflikt heraushalten zu k√∂nnen (Lokalisierung des Krieges), nahm aber das Risiko eines gro√üen Krieges in Kauf. Vermittlungsversuche der √ľbrigen M√§chte nach √úberreichung des √∂sterreich-ungarischen Ultimatums an Serbien (23. 7.) wehrte Deutschland ab. Erst als Gro√übritannien noch nach der √∂sterreichisch-ungarischen Beschie√üung Belgrads den Vorschlag f√ľr eine Botschafterkonferenz unterbreitete (29. 7.), versuchte Berlin erfolglos, Wien zu bewegen, den Krieg gegen Serbien abzubrechen. Jetzt setzten sich die deutschen Milit√§rs angesichts der Teilmobilmachung in Russland vom 29. 7. (Anordnung zur Generalmobilmachung am 30. 7.) mit ihrem Pr√§ventivkriegskonzept durch, zumal sie in dieser Situation auf √Ėsterreich-Ungarn als B√ľndnispartner setzen konnten.
 
So entwickelte sich die Julikrise 1914 nach der Kriegserkl√§rung √Ėsterreich-Ungarns an Serbien (28. 7.) innerhalb einer Woche aus dem vom Deutschen Reich angestrebten Balkankrieg √ľber den einkalkulierten und durch die Starrheit der milit√§rischen Planung zwangsl√§ufigen Kontinentalkrieg mit Kriegserkl√§rungen des Reichs an Russland (1. 8.) und Frankreich (3. 8.) zu dem f√ľr Deutschland unerw√ľnschten und durch den Durchmarsch durch das neutrale Belgien provozierten Weltkrieg, der mit der britischen Kriegserkl√§rung am 4. 8. 1914 Wirklichkeit wurde.
 
Die im Versailler Vertrag in Art. 231 festgeschriebene alleinige Kriegsschuld des Deutschen Reichs hat sowohl in der √Ėffentlichkeit als auch in der deutschen und internationalen Geschichtswissenschaft heftige Auseinandersetzungen ausgel√∂st (Fischer-Kontroverse; benannt nach dem Historiker F. Fischer). Das Ausma√ü der deutschen Verantwortung f√ľr den Kriegsausbruch ist unter den deutschen Historikern bis heute umstritten. Zur Beurteilung der Kriegsschuldfrage sind nicht nur die deutschen Aktionen, sondern auch die aller kriegf√ľhrenden M√§chte vor und w√§hrend der Julikrise einzubeziehen.
 
In s√§mtlichen am Krieg beteiligten Staaten kam es zu spontanen, von nationalistischer Begeisterung getragenen Demonstrationen f√ľr den Krieg. Im Deutschen Reich wurde das ¬ĽAugusterlebnis¬ę verkl√§rt; damit waren die Ende Juli 1914 noch in zahlreichen deutschen St√§dten durchgef√ľhrten Antikriegskundgebungen v√∂llig in den Hintergrund gedr√§ngt worden.
 
Da Italien als Mitglied des Dreibunds den B√ľndnisfall nicht erf√ľllt sah und zun√§chst neutral blieb, ergab sich folgende M√§chtekonstellation: der urspr√ľngliche Zweibund Deutschland und √Ėsterreich-Ungarn, sp√§ter erweitert durch das Osmanische Reich (November 1914) und Bulgarien (Oktober 1915), als Mittelm√§chte gegen die Tripelentente (Gro√übritannien, Frankreich, Russland), dazu Serbien und Belgien (nach dem deutschen Einmarsch am 4. 8. 1914) und Japan (23. 8.). Die Tripelentente, ein urspr√ľnglich lockeres Arrangement, schloss sich erst am 5. 9. 1914 im Londoner Vertrag zu einem f√∂rmlichen B√ľndnis zusammen, mit Verbot des Separatfriedens, wie es auch der Zweibund beziehungsweise Dreibund vorsah. Diesem Kriegsb√ľndnis der Ententem√§chte schlossen sich die √ľbrigen Gegner der Mittelm√§chte als ¬ĽAlliierte¬ę an, sp√§ter auch die USA, die als ¬ĽAssoziierte¬ę auf eine gewisse Distanz hielten. Wichtigste Kriegsteilnehmer aufseiten der Alliierten waren sp√§ter Italien - mit Kriegserkl√§rung an √Ėsterreich-Ungarn (Mai 1915) und an Deutschland (August 1916) - sowie Rum√§nien, Portugal (1916), die USA, Griechenland, China, Brasilien und die meisten anderen lateinamerikanischen Staaten (1917). Neutral blieben bis zuletzt im Wesentlichen die Schweiz, die Niederlande, D√§nemark, Schweden, Norwegen, Spanien.
 
Die militärische Dimension des Krieges
 
Kampfhandlungen fanden wegen der globalen Ausdehnung des M√§chtesystems auf fast allen Kontinenten und den meisten gro√üen Meeren, daneben auch schon im Luftraum statt. Schwerpunkt der K√§mpfe zu Land war Europa mit je zwei Hauptfronten (West- und Ostfront) und Nebenfronten (S√ľdosten mit wechselnden Schaupl√§tzen: Serbien, Rum√§nien, Salonikifront; S√ľdfront: Italien, ab 1915). Hinzu kamen als Verl√§ngerung der S√ľdostfront drei Fronten des Osmanischen Reichs: gegen Russland im Kaukasus und in Armenien, gegen Gro√übritannien in Irak und an der Suezfront (beziehungsweise ab Ende 1917 in Pal√§stina), vor√ľbergehend auch im Kampf um die Meerengen (1915).
 
Kräfteverhältnis zu Beginn des Krieges:
 
Weil in Deutschland - anders als in Frankreich - nahezu die H√§lfte der Wehrpflichtigen nicht zum Wehrdienst einberufen worden war, verf√ľgte Frankreich √ľber ein Feldheer von 1, 86 Mio. Mann (bei 36,6 Mio. Einwohner) gegen√ľber Deutschland mit 2,29 Mio. Mann (bei 67 Mio. Einwohner) und √Ėsterreich-Ungarn mit 1,42 Mio. Mann (bei 51 Mio. Einwohner). Da Russland und Serbien zusammen rd. 3,6 Mio. Mann aufbrachten, standen den Mittelm√§chten mit etwa 3,7 Mio. Mann rd. 5,8 Mio. Mann der Alliierten (einschlie√ülich Gro√übritannien und Belgien) an Landtruppen gegen√ľber.
 
Das Kriegsjahr 1914 - Vom Bewegungs- zum Stellungskrieg an der West- und an der Ostfront:
 
Gem√§√ü dem durch H. von Moltke modifizierten Schlieffenplan erfolgte der deutsche Aufmarsch mit dem Schwerpunkt gegen Frankreich (7 Armeen im Westen). Um den Festungsg√ľrtel Frankreichs zu umgehen und dessen Heer in einer gro√üen Umfassungsoperation zu besiegen, war die Durchquerung des neutralen Belgien mit einem starken rechten Fl√ľgel vorgesehen. Nach der Besetzung Luxemburgs (2. 8.) und L√ľttichs (7. 8.) begann am 18. 8. der Vormarsch aller deutschen Armeen (20. 8. Einnahme von Br√ľssel). Die Grenzschlachten Ende August brachten keine Entscheidung; die deutschen Truppen √ľberschritten Anfang September die Marne √∂stlich von Paris. Die erfolgreiche Gegenoffensive der Entente (6.-9. 9.) zwischen Paris und Verdun zwang die deutschen Armeen zum R√ľckzug hinter die Aisne. Die Marneschlacht war der erste Wendepunkt im Verlauf des Krieges; mit ihr scheiterte die deutsche Strategie zur Vermeidung eines Zweifrontenkrieges; es kam zu einer F√ľhrungskrise in der Obersten Heeresleitung (OHL) Deutschlands (14. 9. Chef des Generalstabes H. von Moltke durch E. von Falkenhayn abgel√∂st). Gegenseitige √úberfl√ľgelungsversuche im Herbst dehnten die Front bis zur Nordsee aus (¬ĽWettlauf zum Meer¬ę). In den folgenden zwei Schlachten in Flandern (Okober/November) mit dem Schwerpunkt bei Ypern schlugen alle deutschen Versuche fehl, zur franz√∂sischen Kanalk√ľste vorzudringen. Danach erstarrte die Westfront im Stellungs- und Grabenkrieg.
 
Der in Ostpreu√üen eingefallenen russischen Njemen-Armee trat die deutsche 8. Armee am 20. 8. bei Gumbinnen entgegen. Auf die Nachricht vom Anmarsch der Narew-Armee brach der deutsche General M. von Prittwitz die Schlacht ab und befahl den R√ľckzug hinter die Weichsel. Er wurde durch General P. von Hindenburg (Stabschef General E. Ludendorff) ersetzt, der sich zum Angriff auf die Narew-Armee entschloss. Nach deren Vernichtung bei Tannenberg (26.-31. 8.) wandte sich Hindenburg gegen die Njemen-Armee und besiegte sie an den Masurischen Seen (6.-14. 9.).
 
Das √∂sterreich-ungarische Heer stie√ü auf Lublin und Lemberg vor, schlug russische Truppen bei KraŇõnik (25. 8.) und Komar√≥w (1. 9.), musste jedoch im September vor der russischen √úbermacht in die Karpaten und hinter die WisŇāoka zur√ľckweichen. Zu seiner Unterst√ľtzung wurde die aus Teilen der 8. gebildete deutsche 9. Armee unter Hindenburg n√∂rdlich von Krakau eingesetzt. Sie drang im Oktober bis Iwangorod und s√ľdlich von Warschau vor; von Umfassung bedroht, zog sie sich nach Oberschlesien zur√ľck. Infolgedessen mussten auch die inzwischen an den San und bis Iwangorod vorgegangenen √∂sterreichisch-ungarischen Armeen wieder in die Karpaten und nach Krakau zur√ľckgenommen werden. Am 1. 11. wurde Hindenburg Oberbefehlshaber Ost. Er √ľberlie√ü den Schutz Oberschlesiens dem verb√ľndeten Heer sowie schwachen deutschen Kr√§ften und stellte die 9. Armee unter General A. von Mackensen bei Thorn zum Angriff bereit, der am 11. 11. begann und zur Einkesselung mehrerer russischer Korps um Lodz f√ľhrte (Schlacht vom 17. bis 25. 11.). Durch den Vorsto√ü starker russischer Kr√§fte von Nordosten wurde der deutsche linke Umfassungsfl√ľgel eingeschlossen. Ihm gelang der Durchbruch auf Brzeziny (24. 11.). Im Dezember wurden die Russen hinter die Bzura und obere Pilica und bei Krakau zur√ľckgedr√§ngt. Danach ging auch die Ostfront zum Stellungskrieg √ľber.
 
Der Feldzug gegen Serbien begann am 12. 8. mit einem erfolglosen √∂sterreichisch-ungarischen Vorsto√ü √ľber die Drina. Ein neuer Angriff im September f√ľhrte nach schweren K√§mpfen am 2. 12. zur Einnahme Belgrads; er endete infolge eines serbischen Gegensto√ües mit dem R√ľckzug hinter Drina und Save.
 
Die Kämpfe im Westen und Osten 1915:
 
In der Winterschlacht in der Champagne (16. 2.-19. 3.), der Fr√ľhjahrsschlacht im Artois (9. 5.-18. 6.) und der Herbstschlacht im Artois und in der Champagne (22. 9.-14. 10.) versuchten die Franzosen und Briten unter steigendem Kr√§fte- und Materialeinsatz vergeblich, die deutsche Abwehrfront im Westen zu durchbrechen. Ein deutscher Angriff zur Abschn√ľrung des Ypern-Bogens (22. 4.-24. 5.) kam √ľber Anfangserfolge nicht hinaus (am 22. 4. bei Ypern durch die Deutschen erster gro√üer Gasangriff in der Kriegsgeschichte).
 
Im Osten, wo schon am 31. 1. 1915 erstmals von deutscher Seite (9. Armee) bei Bolymow (rd. 50 km westlich von Warschau) in den K√§mpfen Giftgas eingesetzt worden war, das aber aufgrund niedriger Temperaturen wenig wirksam wurde, schlug Hindenburg den russischen Nordfl√ľgel vernichtend in der Winterschlacht in Masuren (7.-27. 2.). Die im Januar an der √∂sterreichisch-ungarischen Karpatenfront eingesetzte deutsche S√ľdarmee warf die nach Ungarn vorgedrungenen Russen wieder zur√ľck. Nach der Kapitulation der √∂sterreichischen Festung PrzemyŇõl (22. 3.) r√ľckten russische Truppen erneut in die Karpaten vor. Zur Entlastung des Verb√ľndeten griff die deutsche 11. Armee unter Mackensen am 2. 5. bei Gorlice-Tarn√≥w an und durchbrach die russische Front in Galizien. Mitte Mai wurde der San √ľberschritten, am 3. 6. PrzemyŇõl, am 22. 6. Lemberg eingenommen. Dann stie√üen die Verb√ľndeten zwischen Bug und Weichsel nach Norden vor. Mitte Juli traten die deutschen Armeen in Polen und Litauen zum Angriff an. In schneller Folge fielen im August und September Iwangorod, Warschau, Kowno, Brest-Litowsk, Grodno und Wilna. Ende September wurde die Offensive in einer von der Bukowina √ľber Pinsk nach D√ľnaburg und l√§ngs der D√ľna zur Rigaer Bucht verlaufenden Linie eingestellt.
 
Die Ereignisse auf den Nebenfronten 1915:
 
Italien schloss sich nach ergebnislosen Verhandlungen mit Wien √ľber territoriale Kompensationen (Trentino) der Entente an und erkl√§rte am 23. 5. √Ėsterreich-Ungarn den Krieg (dem Deutschen Reich erst am 28. 8. 1916). Generalstabschef General L. Cadorna setzte die Masse des Heeres am Isonzo zum Durchbruch auf Laibach ein; in den ersten vier Isonzoschlachten (Juni-November) konnten die schwachen √∂sterreichisch-ungarischen Kr√§fte nur auf ihre Hauptstellung zur√ľckgedr√§ngt werden.
 
Das Osmanische Reich hatte im August 1914 mit Deutschland ein B√ľndnis geschlossen und trat im November in den Krieg ein. Die von Kriegsminister Enver Pascha gef√ľhrten Hauptkr√§fte versammelten sich um Konstantinopel. Ein t√ľrkischer Angriff auf die russischen Truppen im Kaukasus endete im Januar 1915 mit einem schweren R√ľckschlag. Ebenso scheiterte ein Vorsto√ü gegen den Suezkanal. Nach einem erfolglosen britisch-franz√∂sischen Flottenangriff auf die Dardanellen (18. 3.) landeten die Alliierten am 25. 4. auf der Halbinsel Gallipoli, konnten aber die t√ľrkische Abwehrfront nicht durchbrechen und mussten Ende 1915 abziehen. Vom Persischen Golf auf Bagdad vorsto√üende britische Truppen wurden von den T√ľrken am 22. 11. bei Ktesiphon geschlagen und in Kut al-Amara eingeschlossen, wo sie am 29. 4. 1916 kapitulierten.
 
Um Landverbindung mit der T√ľrkei zu erhalten, entschlossen sich die deutsche und die √∂sterreichisch-ungarische Heeresleitung im Sp√§tsommer 1915 zum Angriff auf Serbien. Bulgarien verpflichtete sich in einer Milit√§rkonvention (6. 9.) zur Teilnahme. Unter Mackensen erzwangen die deutsche 11. und die √∂sterreichisch-ungarische 3. Armee im Oktober den √úbergang √ľber Donau und Save. In schweren K√§mpfen wurden die Serben im Oktober und November vernichtend geschlagen. Zu ihrer Unterst√ľtzung landeten am 5. 10. britisch-franz√∂sische Truppen (¬ĽOrientarmee¬ę) bei Saloniki. Sie drangen im November nach Makedonien vor und wurden im Dezember von den Bulgaren √ľber die griechische Grenze zur√ľckgeworfen. Mit der Eroberung Montenegros und Albaniens durch √∂sterreichisch-ungarische Kr√§fte im Januar/Februar 1916 schloss der Balkanfeldzug der Mittelm√§chte ab.
 
Die Kämpfe an der West- und Ostfront und gegen Italien 1916:
 
Anfang 1916 entschloss sich Falkenhayn zum Angriff auf Verdun, der am 21. 2. mit einem tiefen Einbruch begann (Toter Mann, H√∂he 304, Forts Douaumont und Vaux). Die Schlacht um Verdun (Februar-Dezember), mit der der Gegner ¬Ľausgeblutet¬ę werden sollte, entwickelte sich dann aber zu einer Material- und Zerm√ľrbungsschlacht um jeden Fu√übreit Boden, in der beide Seiten schwere Verluste erlitten (insgesamt mehr als 700 000 Mann). Ein am 15. 5. einsetzender √∂sterreichisch-ungarischer Angriff in Tirol zur Entlastung der Isonzofront musste wieder eingestellt werden, als am 4. 6. die russische Brussilow-Offensive gegen den S√ľden der Ostfront begann. Sie konnte erst im August zum Stehen gebracht werden. Ein am 24. 6. begonnener britisch-franz√∂sischer Gro√üangriff an der Somme wurde in f√ľnfmonatigem Kampf abgewehrt. Der Misserfolg vor Verdun, die Sommekrise und die rum√§nische Kriegserkl√§rung an √Ėsterreich-Ungarn (27. 8.) f√ľhrten am 29. 8. zur Abl√∂sung Falkenhayns als Generalstabschef durch Hindenburg, dem Ludendorff als Erster Generalquartiermeister zur Seite gestellt wurde. Die neue Oberste Heeresleitung stellte den Angriff auf Verdun ein und entschloss sich zur Offensive gegen Rum√§nien. Ein bulgarischer Vorsto√ü in die Dobrudscha (Anfang September) endete im Oktober mit der Besetzung Konstanzas und CernavodńÉs. Die deutsche 9. Armee unter Falkenhayn besiegte die nach Siebenb√ľrgen vorgesto√üenen Rum√§nen bei Hermannstadt (26.-29. 9.) und Kronstadt (7./8. 10.). Im November erk√§mpfte sie den √úbergang √ľber die S√ľdkarpaten (Transsilvanische Alpen) und dr√§ngte den Gegner gemeinsam mit der am 23. 11. bei Swischtow √ľber die Donau gegangenen Donau-Armee nach Osten zur√ľck. Nach schwerer Niederlage am ArgeŇü (1.-3. 12.) r√§umten die Rum√§nen die Walachei. Die Verb√ľndeten besetzten am 6. 12. Bukarest. - An der makedonischen Front wehrten deutsch-bulgarische Kr√§fte im Herbst einen gro√üen Angriff der Saloniki-Armee ab. Am Isonzo versuchten die Italiener in f√ľnf weiteren Schlachten (Juni-November) erfolglos, die √∂sterreichisch-ungarischen Stellungen zu durchbrechen. Eine russische Offensive in Armenien warf die T√ľrken weit zur√ľck.
 
Trotz des Sieges √ľber Rum√§nien und der Abwehr aller Angriffe war die Lage der Mittelm√§chte Ende 1916 ernst. Die 1914 errichtete britische Fernblockade in der Nordsee und im Kanal begann zu wirken (Hungersnot in Deutschland, ¬ĽKohlr√ľbenwinter¬ę 1916/17). Die Donaumonarchie wurde durch die innere Opposition der Slawen und den Tod Kaiser Franz Josephs I. (21. 11.) ersch√ľttert; Versuche seines Nachfolgers, Karls I., einen Sonderfrieden zu erreichen (Sixtus-Aff√§re), bewirkten eine Entfremdung zu Deutschland. Im Deutschen Reich sprengte der Streit um die Kriegsziele die nationale Einheitsfront der politischen Parteien; die Proklamation eines K√∂nigreichs Polen (5. 11.) brachte nicht die erhoffte polnische Unterst√ľtzung. Das Friedensangebot der Mittelm√§chte (12. 12.) wurde von der Entente abgelehnt; auch eine Friedensnote (18. 12.) des amerikanischen Pr√§sidenten W. Wilson, der f√ľr einen ¬ĽFrieden ohne Sieg¬ę eintrat, blieb wirkungslos. Zur Fortf√ľhrung des Krieges forderten Hindenburg und Ludendorff die Heranziehung aller zivilen Kr√§fte zur Ankurbelung der R√ľstungsindustrie und Ern√§hrungswirtschaft (Hindenburgprogramm, Vaterl√§ndische Hilfsdienst).
 
Die West- und Ostfront 1917 und der Zusammenbruch Russlands:
 
In Erwartung einer neuen Gro√üoffensive der Alliierten im Sommegebiet wurde die Front Mitte M√§rz in die stark ausgebaute ¬ĽSiegfriedstellung¬ę (r√ľckw√§rtiges Stellungssystem im Raum westlich von Lille bis zum Damenweg) zur√ľckgenommen. Darauf griffen die Alliierten im April und Mai unter extremem Kr√§fte- und Materialeinsatz an der Aisne und in der Champagne sowie bei Arras an, wurden aber in beweglicher Verteidigung abgewiesen. Ebenso wenig vermochten die Briten in der Schlacht in Flandern (31. 7.-November) gr√∂√üere Erfolge zu erzielen. Ihr Gel√§ndegewinn unter Einsatz neuartiger Panzerwagen in der am 20. 11. begonnenen Tankschlacht bei Cambrai ging bei dem deutschen Gegenangriff (Ende November/Anfang Dezember) wieder verloren.
 
In Russland brach am 12. 3. (nach julianischem Kalender 27. 2.) die Februarrevolution aus, Zar Nikolaus II. dankte am 15. 3. ab. Die neue Provisorische Regierung entschloss sich auf Dr√§ngen der Entente zu einer Offensive (Kerenskij-Offensive), die am 1. 7. begann und die √∂sterreichisch-ungarische Front in Galizien teilweise zur√ľckdr√ľckte. Der Gegenangriff der Verb√ľndeten bei Tarnopol (19. 7.) verdr√§ngte die Russen aus Ostgalizien und der Bukowina; die Eroberung Rigas (3. 9.) und der baltischen Inseln (√Ėsel, Dag√∂, Moon, 12.-21. 10.) vollendete deren milit√§rische Niederlage. Mit der Oktoberrevolution kamen am 7. 11. (nach julianischem Kalender 25. 10.) die Bolschewiki an die Macht. Sie schlossen am 5./15. 12. Waffenstillstand und traten am 22. 12. in Friedensverhandlungen ein, die aber erst nach dem deutschen Einmarsch in Livland und Estland und der Besetzung der Ukraine am 3. 3. 1918 zum ¬ĽDiktatfrieden¬ę von Brest-Litowsk f√ľhrten. Den Kriegszustand mit Rum√§nien beendete am 7. 5. 1918 der Friede von Bukarest. Finnland schloss am 7. 3. 1918 einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reich und vertrieb danach mithilfe deutscher Truppen unter General R. Graf von der Goltz die Bolschewiki.
 
Die K√§mpfe gegen Italien, in Makedonien und in der T√ľrkei 1917:
 
Die Lage an der Isonzofront war nach weiteren italienischen Angriffen im Fr√ľhjahr und August/September 1917 aufs √§u√üerste gespannt. Zur Entlastung griffen deutsche und √∂sterreichisch-ungarischen Kr√§fte unter General O. von Below am 24. 10. am oberen Isonzo an. Sie durchbrachen die italienische Stellung bei Flitsch-Tolmein, besiegten die Italiener bei Udine (28. 10.-3. 11.) und warfen sie hinter die Piave zur√ľck. Die deutsch-bulgarische Front in Makedonien trotzte allen Angriffen der Alliierten, denen sich Griechenland nach Abdankung K√∂nig Konstantins am 27. 6. anschloss. Im Irak dr√§ngten die Briten die T√ľrken im M√§rz bis √ľber Bagdad zur√ľck. Eine britische Offensive auf Pal√§stina f√ľhrte am 10. 12. zur Einnahme Jerusalems.
 
Die Lage 1917 und die deutsche Offensive 1918:
 
Durch den Zusammenbruch Russlands und den Sieg in Oberitalien waren die Mittelm√§chte entlastet worden. Andererseits hatte der nach schweren politischen Auseinandersetzungen von Deutschland am 1. 2. 1917 begonnene uneingeschr√§nkte U-Boot-Krieg nicht die erhoffte entscheidende Wirkung gehabt, f√ľhrte aber zum Kriegseintritt der USA (6. 4.). Die Verschlechterung der Ern√§hrungs- und Rohstofflage, Zerfallserscheinungen in der Donaumonarchie, die durch die Friedensresolution des Reichstags (19. 7.) gewachsene innenpolitische Spannung in Deutschland und das zu erwartende Eingreifen amerikanischer Truppen erforderten eine baldige Beendigung des Krieges. Die Oberste Heeresleitung entschloss sich, eine milit√§rische Entscheidung durch eine gro√üe Offensive im Westen zu suchen. Der am 21. 3. 1918 zwischen Arras und La F√®re in 70 km Breite eingeleitete Angriff wurde nach gro√üen Anfangserfolgen am 4. 4. √∂stlich von Amiens gestoppt; ein am 9. 4. beginnender Angriff beiderseits von Armenti√®res kam nach Erst√ľrmung des Kemmelberges (25. 4.) ebenfalls zum Stehen. Um die gegnerischen Reserven aus Flandern abzuziehen, erfolgte am 27. 5. ein neuer gro√üer Angriff zwischen Soissons und Reims; er f√ľhrte in wenigen Tagen bis zur Marne bei Ch√Ęteau-Thierry, blieb jedoch mit dem rechten Fl√ľgel am 13. 6. vor Compi√®gne und Villers-Cotter√™ts stecken. Weitere deutsche Offensiven zwischen Montdidier und Noyon (9.-14. 6.) sowie an der Marne und in der Champagne (15.-17. 7.) scheiterten ebenso.
 
Die Gegenoffensive der Entente und der Zusammenbruch der Mittelmächte:
 
Auf alliierter Seite hatte General F. Foch im April 1918 den Oberbefehl √ľber alle Landstreitkr√§fte √ľbernommen. Er begann seine Gegenoffensive am 18. 7. mit einem Flankensto√ü aus dem Wald von Villers-Cotter√™ts, der zur Zur√ľcknahme der deutschen Front hinter die Vesle f√ľhrte. Weitere am 8. 8. (¬ĽSchwarzer Tag des deutschen Heeres¬ę) √∂stlich von Amiens einsetzende, von Tanks und Flugzeugen unterst√ľtzte Angriffe dr√§ngten die Deutschen in die ¬ĽSiegfriedstellung¬ę zur√ľck. Ende September traten die Alliierten in Flandern, im Artois und in der Champagne zur Generaloffensive an. Unter z√§hem Widerstand wichen die Deutschen im Oktober und Anfang November allm√§hlich in die Antwerpen-Maas-Stellung zur√ľck. Ursachen f√ľr diese Erfolge der Alliierten waren neben der v√∂lligen Ersch√∂pfung der deutschen Kr√§fte das mit dem Eintreffen der Amerikaner (seit Juni 1918 milit√§risches Eingreifen der rd. 2 Mio. Mann starken Expeditionsstreitmacht unter General John J. Pershing) rasch steigende √úbergewicht an Personal und Material sowie der Masseneinsatz von Tanks.
 
Inzwischen hatte Bulgarien nach dem Zusammenbruch der makedonischen Front (Mitte September) am 29. 9., die T√ľrkei nach schweren Niederlagen in Pal√§stina am 30. 10. Waffenstillstand mit der Entente geschlossen. Am 28. 10. durchbrachen die Alliierten die √∂sterreichisch-ungarische Front an der Piave. Daraufhin bat auch die Wiener Regierung um Waffenstillstand, der am 3. 11. in Kraft trat. Die neue Reichsregierung (Reichskanzler seit seit 3. 10. Prinz Max von Baden) hatte auf Dr√§ngen Ludendorffs (29. 9.) widerstrebend am 5. 10. den amerikanischen Pr√§sidenten Wilson um Waffenstillstand und Einleitung von Friedensverhandlungen aufgrund seines Friedensprogramms vom 8. 1. 1918 ersucht (Vierzehn Punkte). Am 26. 10. wurde Ludendorff durch General W. Groener ersetzt. Im Deutschen Reich vermochte die Einf√ľhrung des parlamentarischen Regierungssystems den Zusammenbruch nicht mehr aufzuhalten. Aus Meutereien bei der Hochseeflotte (besonders in Kiel und Wilhelmshaven) entwickelte sich die Novemberrevolution, die am 9. 11. zur Ausrufung der Republik durch P. Scheidemann mit nachfolgendem Thronverzicht des Kaisers und des Kronprinzen f√ľhrte. Am 11. 11. 1918 wurde im Wald von Compi√®gne mit den Alliierten ein Waffenstillstand geschlossen, der u. a. die R√§umung der besetzten Gebiete und Elsass-Lothringens binnen 14, die des linken Rheinufers mit den Br√ľckenk√∂pfen Mainz, Koblenz und K√∂ln binnen 30 Tagen vorsah; weiterhin legte er die Freilassung aller Kriegsgefangenen ohne Gegenleistung, die Auslieferung der U-Boote sowie gro√üer Mengen Waffen und rollenden Materials, die Internierung des Hauptteils der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow (Selbstversenkung am am 21. 6. 1919 ) und die Fortdauer der Blockade fest.
 
Seekrieg 1914-18:
 
F√ľr den Krieg auf den Meeren und in √úbersee lagen die Vorteile von vornherein bei Gro√übritannien, dessen Potenzial verst√§rkt wurde durch die Flotten und Hilfsmittel Frankreichs im Mittelmeer, Japans im Fernen Osten und (ab 1917) der USA im Atlantik. Die deutschen √úberseekreuzer verschwanden in den ersten Kriegsmonaten von den Weltmeeren: Der moderne Schlachtkreuzer ¬ĽGoeben¬ę und der Kleine Kreuzer ¬ĽBreslau¬ę, die im Mittelmeer stationiert waren, brachen zu Kriegsbeginn nach Konstantinopel durch und bildeten unter osmanischer Flagge den Kern der osmanischen Flotte, die gegen die russische Schwarzmeerflotte k√§mpfte. Das deutsche ostasiatische Kreuzergeschwader unter Admiral M. von Spee besiegte zun√§chst schw√§chere britische Seestreitkr√§fte bei Coronel (1. 11. 1914), wurde aber im Gegenzug von einem √ľberlegenen britischen Geschwader bei den Falklandinseln vernichtet (8. 12. 1914. Isolierte Kleine Kreuzer und zu Hilfskreuzern umgebaute Handelsschiffe f√ľgten zwar der alliierten Handelsschifffahrt betr√§chtliche Schaden zu (bekannt wurde besonders die ¬ĽEmden¬ę), hatten aber keine strategische Wirkung. √Ąhnlich war die Unterseebootwaffe zun√§chst nur Aushilfsmittel gegen die √ľberlegene britische Flotte. Gleichwohl f√ľhrte der Anfangs- und √úberraschungserfolg von ¬ĽU 9¬ę (Kapit√§nleutnant Otto Weddigen, * 1882, ‚úĚ 1915) durch Versenkung von drei britischen Gro√üen Kreuzern vor der niederl√§ndischen K√ľste (22. 9. 1914 in Deutschland zu einer √úberbewertung der technischen und strategischen M√∂glichkeiten der Unterseeboote bis hin zur Erwartung, Gro√übritannien durch den uneingeschr√§nkten Unterseebootkrieg in die Knie zwingen, sp√§ter das milit√§rische Eingreifen der USA an der Westfront verhindern zu k√∂nnen. Tats√§chlich jedoch fiel zu Kriegsbeginn eine folgenschwere Vorentscheidung im Seekrieg gegen Deutschland. Anstelle der in Deutschland erwarteten engeren Blockade der M√ľndungen von Elbe, Weser und Ems verh√§ngte Gro√übritannien sofort die weitere Blockade (Fernblockade): Die britische Home Fleet sperrte Kanal und Nordsee zwischen Norwegen und Schottland f√ľr die deutsche Schifffahrt. Mit ihrem nur bis Gro√übritannien reichenden Aktionsradius konnte die deutsche Hochseeflotte weder die Fernblockade brechen noch Teile der Home Fleet unter g√ľnstigen Bedingungen stellen und vernichten. In der Ostsee waren die deutschen Seestreitkr√§fte der russischen Flotte √ľberlegen, doch fiel beim Auflaufen des Kleinen Kreuzers ¬ĽMagdeburg¬ę auf eine russische Mine (26. 8. 1914 das deutsche Codebuch in russische H√§nde und wurde der britischen Admiralit√§t √ľbergeben, die fortan den Funkverkehr der deutschen Flotte √ľberwachen konnte.
 
Nach der Niederlage im Seegefecht bei Helgoland (28. 8. 1914 Verlust von drei Kreuzern) wurde die deutsche Hochseeflotte zur√ľckgehalten. Der Vorsto√ü gegen die britische Ostk√ľste f√ľhrte zu dem ebenfalls f√ľr die deutsche Marine ung√ľnstigen Seegefecht auf der Doggerbank (24. 1. 1915 mit dem Verlust des Schlachtkreuzers ¬ĽBl√ľcher¬ę. Daraufhin begann Deutschland den uneingeschr√§nkten Unterseebootkrieg (4. 2. 1915 mit der Torpedierung von Krieg f√ľhrenden und neutralen Handelsschiffen ohne Vorwarnung in den zum Seekriegsgebiet erkl√§rten Gew√§ssern rings um Gro√übritannien. Nach der Torpedierung des britischen Passagierdampfers ¬ĽLusitania¬ę (7. 5. 1915 Lusitania-Zwischenfall), bei der zahlreiche amerikanische Passagiere den Tod fanden, zwang die Kriegsdrohung der USA die deutsche F√ľhrung zum Einlenken: Deutschland kehrte zum eingeschr√§nkten Unterseebootkrieg in den britischen Gew√§ssern zur√ľck. Verst√§rkte Bem√ľhungen der deutschen Hochseeflotte, wenigstens Teile der britischen Home Fleet zu stellen, f√ľhrten zur Schlacht vor dem Skagerrak (31. 5./1. 6. 1916). Die britischen Verluste an Schiffen und Mannschaften waren etwa doppelt so hoch wie die deutschen. Trotz des taktischen Erfolgs - aus einer √§u√üerst ung√ľnstigen Lage hatte sich die deutsche Hochseeflotte zweimal der drohenden britischen Umklammerung entzogen - konnte die britische See√ľberlegenheit nicht infrage gestellt werden. Die deutsche Schlachtflotte blieb zur Unt√§tigkeit in der Nordsee verurteilt. Kurzfristige Folgen waren der abermalige Entschluss zum uneingeschr√§nkten Unterseebootkrieg, der am 1. 2. 1917 in Kraft trat, anschlie√üend der Kriegseintritt der USA gegen Deutschland (6. 4. 1917); als mittelfristige Folge kam es zur Demoralisierung der Flotte, die bei Kriegsende in Marinemeutereien offenkundig wurde.
 
Der Kolonialkrieg 1914-18:
 
Bei Kriegsbeginn griff die Entente sofort die deutschen Kolonien (Schutzgebiete) an. Togo wurde im August 1914 von Briten und Franzosen besetzt. Die Schutztruppe in Deutsch-S√ľdwestafrika unterlag im Sommer 1915 zehnfacher s√ľdafrikanischer √úbermacht. Die Schutztruppe in Kamerun behauptete sich bis Anfang 1916 gegen weit √ľberlegene alliierte Kr√§fte und trat dann auf spanisches Gebiet √ľber. Deutsch-Ostafrika verteidigte General P. von Lettow-Vorbeck bis Februar 1916 erfolgreich gegen alle Einf√§lle der Alliierten; am 14. 11. 1918 gab er auf Befehl der Reichsregierung endg√ľltig auf. Tsingtau fiel am 7. 11. 1914 in die H√§nde der Japaner. Die deutschen S√ľdseeinseln wurden 1914 von Japanern und Australiern besetzt.
 
Der Luftkrieg 1914-18:
 
Zun√§chst spielte die gelegentliche Fernaufkl√§rung, nach dem √úbergang zum Stellungskrieg die Nahaufkl√§rung durch Flugzeuge eine Rolle. Zu Luftk√§mpfen kam es erst allm√§hlich im Verlauf des Krieges (erster deutscher Luftsieg √ľber ein franz√∂sisches Flugzeug bereits am 5. 11. 1914); das ging einher mit einer gezielten Bewaffnung der Flugzeuge (Flieger-MG, Spreng- und Brandbomben) sowie einer Entwicklung verschiedener Flugzeugtypen (Aufkl√§rungs-, Jagd- und Bombenflugzeuge sowie Schlachtflieger; leistungsf√§higste deutsche Jagdflugzeuge: Albatros D III und Fokker D VII). Zeppelin-Luftschiffe warfen 1914 nachts Bomben √ľber Antwerpen und 1915/16 u. a. √ľber London und Paris ab. Deutsche Kampfgeschwader wurden 1916 bei Verdun eingesetzt. Im Oktober 1916 fasste man alle deutschen Flieger- und Fliegerabwehrkr√§fte unter einem Kommandierenden General der ¬ĽLuftstreitkr√§fte¬ę zusammen. Bis zum Kriegsende wurden die Fliegerstreitkr√§fte bei den Mittelm√§chten und den Alliierten erheblich verst√§rkt (die Zahl der Milit√§rflugzeuge stieg 1914-18 im Durchschnitt auf das 10- bis 15fache). Der Einsatz von Tieffliegern und Bombern gegen die Bodentruppen steigerte sich bis zu den beiderseitigen Offensiven von 1918 betr√§chtlich; gegen Ende des Krieges zeichnete sich - trotz heftiger Attacken der deutschen Jagdgeschwader (erfolgreichster Jagdflieger M. von Richthofen) besonders gegen das ¬ĽRoyal Flying Corps¬ę - immer deutlicher die Luft√ľberlegenheit der Alliierten (im April 1918 u. a. Entstehung der britischen ¬ĽRoyal Air Force¬ę) ab.
 
Der Erste Weltkrieg war milit√§risch durch den Masseneinsatz neuer technischer Kampfmittel gekennzeichnet; die Produktion von Flugzeugen, Panzern (Tanks) und Maschinengewehren stieg sprunghaft an; chemische Waffen (Gas) und Flammenwerfer wurden erstmals verwendet. Mit der Weiterentwicklung der Kriegstechnik entstanden neue Teilstreitkr√§fte und Waffengattungen (Flieger-, Panzer-, Nachrichten- und Gastruppen); die Feuerkraft der Infanterie und Artillerie nahm betr√§chtlich zu. F√ľr die Panzer- und Fliegerabwehr wurden spezielle Gesch√ľtze entwickelt. Die Kavallerie verlor an Bedeutung.
 
Die politische Dimension des Krieges
 
Der Erste Weltkrieg hatte als ein reiner Machtkrieg begonnen, gewann aber durch die russische Revolution 1917, den Kriegseintritt der USA und die Vierzehn Punkte des amerikanischen Pr√§sidenten T. W. Wilson sowie mit der Forderung nach nationaler Selbstbestimmung und durch die soziale Revolution in den meisten Krieg f√ľhrenden Staaten als Antwort von unten auf den Krieg eine neue politische Dimension: Die Mittelm√§chte unter der F√ľhrung Deutschlands waren √ľberwiegend einem mehr oder minder autorit√§ren monarch. Regierungssystem verhaftet. Sp√§testens seit der russischen Februarrevolution 1917 waren die Alliierten, verst√§rkt durch die USA, im Innern √ľberwiegend demokratisch-parlamentarisch organisiert, sodass von nun an die Parole vom ¬ĽKrieg der Demokratie gegen die Autokratie¬ę eine innere Berechtigung hatte. Die Konfrontation von Demokratie und Autokratie erkl√§rt u. a. auch einen erheblichen Teil der inneren Schw√§che der Mittelm√§chte, so z. B. die Konflikte mit den nationalen Minderheiten v. a. in √Ėsterreich-Ungarn und im Osmanischen Reich (in Letzterem 1915/16 H√∂hepunkt der blutigen Armenierverfolgungen). Im Ergebnis des Krieges hatte sich die weltpolitische Landkarte durch den Zusammenbruch dreier Vielv√∂lkerreiche (Donaumonarchie, Russisches und Osmanisches Reich) und den Sturz der dortigen monarch. Ordnungen, von dem auch Deutschland betroffen war, erheblich ver√§ndert.
 
Die Kriegsziele des Deutschen Reichs spiegelten in ihrer Kombination von traditionellen Annexionen und moderneren Formen der √∂konomischen Herrschaftsaus√ľbung (hervorgegangen aus dem Mitteleuropa-Gedanken des 19. Jahrhunderts) die innere Struktur des Deutschen Reichs mit seiner Kombination von modernen (√∂konomischen, technischen) und traditionellen (politischen, ideologischen) Elementen wider. Nach dem Frieden von Brest-Litowsk m√ľndeten die unterschiedlichen Kriegszielvorstellungen in die Vision eines autarken und von den beiden Seem√§chten USA und Gro√übritannien unangreifbaren ¬ĽGro√üraums¬ę im Osten, dessen Realisierungsversuche im Sommer 1918 von Umsiedlungs- und Kolonisierungspl√§nen begleitet waren und in vielen Z√ľgen auf Ma√ünahmen des nationalsozialistischen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg vorauswiesen.
 
Innere Spannungen wurden im Deutschen Reich zun√§chst durch die nationale Einheitsfront des ¬ĽBurgfriedens¬ę mit einstimmiger Bewilligung der Kriegskredite (4. 8. 1914 √ľberspielt, schlugen aber mit der Dauer des Krieges und dem Schwinden der Erfolgsaussichten zun√§chst v. a. in der SPD durch (schon am 2. 12. 1914 erstmals Ablehnung der Kriegskredite durch den Sozialdemokraten K. Liebknecht, 1917 Abspaltung der Unabh√§ngigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands). Entsprechend sammelten sich auf der Rechten die Kr√§fte, denen die Kriegf√ľhrung der Reichsleitung nicht energisch genug war, in der Vaterlandspartei (gegr√ľndet 1917). Die Polarisierung zwischen links und rechts f√ľhrte zum Sturz des Reichskanzlers Bethmann Hollweg und erm√∂glichte die verschleierte Milit√§rdiktatur Ludendorffs als faktischer Leiter der 3. OHL (1916-18). Die Polarisierung entz√ľndete sich anfangs an der Debatte um die deutschen Kriegsziele, weitete sich aber sp√§ter auf sozial- und klassenpolitische Bereiche aus. Im Januar 1918 kam es in der deutschen R√ľstungsindustrie zu Streiks, an denen etwa 1 Mio. Arbeiter beteiligt waren. Ihre Parole ¬ĽFrieden, Freiheit und Brot¬ę fand in der Arbeiterschaft gro√üen Widerhall. Der Regierung gelang es erst mit dem milit√§rischen Machtmittel des Belagerungszustandes, die Streiks zu beenden. Die milit√§rische Niederlage setzte die angestauten inneren Spannungen frei, die sich auch nicht mehr durch die Parlamentarisierung und das Waffenstillstandsersuchen unter Reichskanzler Prinz Max von Baden auf Druck der OHL kanalisieren lie√üen. So sind der Sturz der Monarchie und die Novemberrevolution 1918 als Reaktionen auf die milit√§rische Niederlage und die Verschleppung grundlegender Strukturreformen im von Preu√üen gepr√§gten deutschen Kaiserreich anzusehen.
 
Die beiden traditionellen Vielv√∂lkerstaaten, √Ėsterreich-Ungarn und das Osmanische Reich, waren innenpolitisch noch schw√§cher. Hier trugen im Wesentlichen nur die f√ľhrenden Reichsv√∂lker (Deutsche, Ungarn; T√ľrken) die Kriegsanstrengungen ihrer Regierungen. Namentlich Tschechen und Slowaken (durch Massendesertionen) und Araber (durch ihren Aufstand; Feisal I.) nahmen bereits die Aufl√∂sung der Donaumonarchie beziehungsweise des Osmanischen Reichs nach der milit√§rischen Niederlage Ende Oktober 1918 vorweg, sodass nach Kriegsende √Ėsterreich, Ungarn und die T√ľrkei als Nationalstaaten auf verkleinertem Territorium √ľbrig blieben. Hinzu kamen neue oder erweiterte Nachfolgestaaten auf dem Balkan und selbstst√§ndige oder halbautonome arabische Staaten im Vorderen Orient, von denen zumindest die neuen Nationalstaaten in Ost- und S√ľdosteuropa (Tschechoslowakei, Jugoslawien) mit starken nationalen Minderheiten durch Versuche einer Assimilierungspolitik die innere Problematik der untergegangenen Donaumonarchie fortsetzten. Im ehemals osmanischen Pal√§stina entwickelte sich im Schutz des britischen V√∂lkerbundmandats (1920) die j√ľdische zionistische Siedlung im Konflikt zur arabischen Umwelt - eine elementare Voraussetzung des sp√§teren Nahostkonflikts.
 
Am augenf√§lligsten wirkte sich der Zusammenhang zwischen milit√§rischer Niederlage und politischer Krise in Russland aus, dessen Revolution in zwei Etappen (Februar- und Oktoberrevolution 1917) nicht nur den Fortgang des Ersten Weltkriegs, sondern auch die weitere welthistorische Entwicklung beeinflusste. Die Entstehung Sowjetrusslands, das sich sofort mit einem existenzbedrohenden B√ľrger- und Interventionskrieg (1918-20/21) konfrontiert sah (Sowjetunion), war wohl das bedeutendste und folgenreichste Ergebnis des Ersten Weltkriegs, in dessen Folge auch Polen als selbstst√§ndiger Staat wieder erstand. Aus dem ehemals russischen Machtbereich erlangte Finnland seine Unabh√§ngigkeit. W√§hrend die Eigenst√§ndigkeit Armeniens, Aserbaidschans und Georgiens nur kurze Zeit w√§hrte (bis 1920/21), konnten die neu entstandenen baltischen Staaten (Estland, Lettland und Litauen) rd. zwei Jahrzehnte (bis 1940) ihre Selbstst√§ndigkeit bewahren.
 
Auch die √ľbrigen Alliierten gingen im Krieg durch politische Krisen und wurden nach dem Krieg von den √ľblichen Folgen gro√üer Kriege betroffen: Inflation, Wirtschaftskrisen, Versch√§rfung innerer Konflikte, die fr√ľher oder sp√§ter Auswirkung zeigten.
 
Wesentliches Ergebnis in Gro√übritannien war der Zerfall der Liberal Party, der den Aufstieg der Labour Party zur Regierungspartei erleichterte. Hinzu kamen der irische Osteraufstand von Dublin (1916) als Ausgangspunkt f√ľr den Kleinkrieg der Irisch-Republikanischen Armee gegen die britischen Polizeikr√§fte (1919-21), die Teilung Irlands (1921/22) und der innerirische B√ľrgerkrieg (1922/23). Die Unabh√§ngigkeit Irlands kennzeichnete die beginnende Aufl√∂sung des britischen Empire, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in vollem Umfang fortsetzte.
 
In Frankreich behauptete sich die Dritte Republik; das Land war jedoch innerlich ersch√ľttert durch die Verluste an Menschen, die Zerst√∂rungen in den nord√∂stlichen Grenzgebieten sowie durch zahlreiche Kabinettskrisen w√§hrend des Krieges. Die vollen Auswirkungen zeigten sich erst zu Beginn des Zweiten Weltkriegs im raschen Zusammenbruch Frankreichs.
 
In Italien f√ľhrten die in der Folge des Ersten Weltkriegs versch√§rften sozialen Spannungen in Verbindung mit der allgemeinen Unzufriedenheit √ľber die Ergebnisse des Sieges zu einer Polarisierung der politischen Kr√§fte, die den Aufstieg des Faschismus (¬ĽMarsch auf Rom¬ę, Oktober 1922) beg√ľnstigte.
 
Selbst die zum gr√∂√üten Gl√§ubigerland der Erde aufgestiegenen USA und auch Japan, einzige √∂konomische Gewinner des Ersten Weltkriegs, wurden durch innere Konflikte im Krieg (¬ĽReisunruhen¬ę in Japan, 1918) und in der unmittelbaren Nachkriegszeit (Wirtschaftskrise; Rassenunruhen im S√ľden der USA und v. a. in den Metropolen des Mittelwestens, 1919/20) ersch√ľttert.
 
Generell hatte der Erste Weltkrieg eine F√ľlle von √§lteren regionalen Konflikten in sich aufgesogen und in seinem globalen Rahmen fortgesetzt: Russland gegen das Osmanische Reich, Bulgarien gegen die √ľbrigen Balkanstaaten, Italien gegen √Ėsterreich-Ungarn, Griechenland gegen das Osmanische Reich, T√ľrken gegen Armenier, Araber gegen T√ľrken, Japan gegen China, Iren gegen Gro√übritannien. Die meisten Konflikte setzten sich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in regionalen Anschlusskriegen fort, neue kamen hinzu. In der einen oder anderen Form wirkten die Konflikte der Zwischenkriegszeit weiter und beeinflussten die Entwicklung in den betroffenen L√§ndern, z. B. in China mit Ausbreitung und Intensivierung der revolution√§ren G√§rung als Reaktion auf die japanischen Hegemoniebestrebungen.
 
Durch Erweiterung des innenpolitischen Spektrums nach links (Kommunismus) und rechts (Faschismus) in der Folge des Krieges entstand jene Polarisierung in zahlreichen L√§ndern (z. B. in Deutschland, das trotz der Niederlage wirtschaftlich und potenziell auch milit√§risch st√§rkste Macht in Mitteleuropa geblieben war, in Italien, in Frankreich) und in den internationalen Beziehungen (z. B. zwischen der Sowjetunion und dem nationalsozialistischen Deutschland), die das internationale System des Versailler Vertrags sowie die politische Ordnung in vielen Staaten in der Zwischenkriegszeit zerrieb. So ist der Erste Weltkrieg stets im inneren Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg zu sehen, der zahlreiche seiner Methoden (Technisierung, Kriegf√ľhrung, Propaganda, Einbeziehung der Zivilbev√∂lkerung) und welthistorische Wirkungen fortsetzte und steigerte.
 
Friedensschl√ľsse und Bilanz
 
Nach den Sonderfriedensschl√ľssen der Mittelm√§chte mit Sowjetrussland (Brest-Litowsk, 3. 3. 1918) und Rum√§nien (Bukarest, 7. 5. 1918) sowie nach den Waffenstillstandsabkommen der Alliierten mit Bulgarien (29. 9.), dem Osmanischen Reich (30. 10.), √Ėsterreich-Ungarn (3. 11.) und Deutschland (11. 11. 1918 fand der Erste Weltkrieg v√∂lkerrechtlich seinen Abschluss in den Pariser Vorortvertr√§gen: dem Versailler Vertrag mit Deutschland (28. 6. 1919 und den Friedensvertr√§gen von Saint-Germain-en-Laye mit √Ėsterreich (10. 9. 1919, Trianon mit Ungarn (4. 6. 1920, Neuilly-sur-Seine mit Bulgarien (27. 11. 1919 und S√®vres mit dem Osmanischen Reich (10. 8. 1920. - 1919/20 entstand der V√∂lkerbund.
 
Die Zahl der Kriegsteilnehmer und der Kriegstoten erreichte bis dahin noch nie gekannte Ausma√üe: √ľber 65 Mio. Soldaten waren auf beiden Seiten mobilisiert. Insgesamt gab es rd. 8,5 Mio. Gefallene, √ľber 21 Mio. Verwundete, rd. 7,8 Mio. Kriegsgefangene und Vermisste. Unermesslich waren die Leiden der Zivilbev√∂lkerung durch Flucht, Hunger und Entbehrungen, v. a. unter der Hungerblockade bei den Mittelm√§chten, aber auch der britischen und neutralen Handelsschifffahrt unter dem deutschen Unterseebootkrieg. An direkten Kriegskosten waren auf beiden Seiten rd. 956 Mrd. Goldmark aufzubringen, ohne Ber√ľcksichtigung der indirekten Verluste durch Produktionsausf√§lle und Inflation in und nach dem Krieg.
 
 DER ZWEITE WELTKRIEG
 
 
Die nach dem Ersten Weltkrieg geschaffene politische Ordnung Europas und Ostasiens, die auf dem √∂konomischen und machtpolitischen √úbergewicht der Siegerm√§chte Gro√übritannien, Frankreich und USA sowie der weitgehenden Isolierung der UdSSR beruhte, geriet mit Beginn der 1930er-Jahre als Folge der Weltwirtschaftskrise und der inneren Schw√§che der westeurop√§ischen F√ľhrungsm√§chte in eine Krise und wurde dann durch die aggressive Expansionspolitik von drei revisionistischen Staaten, des nationalsozialistischen Deutschlands unter Hitler (ab 1933), des faschistischen Italien unter B. Mussolini und des militaristisch-nationalistischen Japan, schwer ersch√ľttert. Deutschland, dem durch den Versailler Vertrag besonders harte Bedingungen auferlegt worden waren, sowie Italien und Japan, die sich alle drei als internationale ¬ĽHabenichtse¬ę verstanden, strebten unter Ausnutzung der f√ľr sie g√ľnstigen internationalen Konstellationen nach einer Neuverteilung der Macht- und Einflusssph√§ren, der Rohstoffquellen und Absatzm√§rkte.
 
1931 nutzte Japan, dessen Politik auf die Beherrschung Asiens zielte, die Schw√§che des internationalen Systems, um die Mandschurei zu besetzen (1932 Errichtung des Marionettenstaats Mandschukuo), womit sich das im V√∂lkerbund institutionalisierte Prinzip der kollektiven Sicherheit als funktionsunf√§hig erwies. 1937 begann Japan einen Krieg zur Beherrschung ganz Chinas (1938 Proklamation der ¬ĽOstasiatischen Wohlstandssph√§re¬ę).
 
1935/36 eroberte Italien, das unter Mussolini schon ab den 20er-Jahren die Vorherrschaft im Mittelmeerraum und die Wiederherstellung imperialer Gr√∂√üe erstrebte, Abessinien (√Ąthiopien, Geschichte) und besa√ü damit zusammen mit Libyen zwei gro√üe, zusammenh√§ngende Kolonialgebiete in Afrika. Im April 1939 wurde Albanien von Italien besetzt und annektiert. Mit seiner imperialistischen Politik gab Mussolini Hitler R√ľckendeckung als Voraussetzung zur Verwirklichung nationalsozialistischer Expansionspl√§ne. Zugleich wurde die au√üenpolitische Isolierung durchbrochen, in die Hitler Deutschland 1933-35 gesteuert hatte.
 
Die Au√üenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands orientierte sich an dem rassenideologisch begr√ľndeten Programm, das Hitler 1919-26/28 (besonders in seinem Buch ¬ĽMein Kampf¬ę) entwickelt hatte: Nach Aufr√ľstung und Gewinnung Gro√übritanniens und Italiens als B√ľndnispartner und kleineren, regional begrenzten Kriegen (¬ĽBlitzkriege¬ę) im Westen (v. a. gegen Frankreich) zur Absicherung der als Hauptziel betrachteten Expansion nach Osten sollte ein Eroberungskrieg gegen die kommunistische UdSSR mit ihrer als ¬Ľminderwertig¬ę bezeichneten Bev√∂lkerung gef√ľhrt werden, um f√ľr das deutsche Volk neuen Lebensraum und Autarkie in einer blockadefesten ¬ĽGro√üraumwirtschaft¬ę zu gewinnen; zugleich sollten die Juden in dem von Deutschland beherrschten Europa ausgerottet werden. Ziel war die Erringung einer Weltmachtstellung f√ľr ein ¬Ľrassereines germanisches Reich deutscher Nation¬ę.
 
An diesem Programm orientiert, betrieb das nationalsozialistische Deutschland zur Abschirmung der politischen und r√ľstungswirtschaftlichen Aggressionsvorbereitungen zun√§chst eine an den traditionellen Forderungen nach Revision des Versailler Vertrags angelehnte Politik. Ab 1935 nutzte es die Verlagerung der weltpolitischen Brennpunkte nach Afrika, in den Mittelmeerraum (deutsche Einmischung in den Spanischen B√ľrgerkrieg, 1936-39) sowie nach S√ľd- und Ostasien und damit die Bindung des auch innenpolitisch stark belasteten Gro√übritannien zu einer forcierten Revisionspolitik, die mit dem Bruch der Vertr√§ge von Versailles und Locarno einherging (u. a. Wiedereinf√ľhrung der allgemeinen Wehrpflicht 1935, Einmarsch in die entmilitarisierte Zone des Rheinlands 1936). Schon 1933 war Deutschland aus dem V√∂lkerbund ausgetreten und hatte seine Teilnahme an der Abr√ľstungskonferenz beendet. W√§hrend das von Hitler angestrebte B√ľndnis mit Gro√übritannien, das v. a. am Erhalt des kontinentalen Kr√§ftegleichgewichts interessiert war, aufgrund der Interessengegens√§tze nicht zustande kam, verbanden sich das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien - trotz anf√§nglichen Misstrauens Italiens gegen√ľber den deutschen Ambitionen in √Ėsterreich und S√ľdosteuropa - 1936 in der Achse Berlin-Rom, die 1939 im Stahlpakt bekr√§ftigt und besonders durch den Dreim√§chtepakt (1940) zur Achse Berlin‚ÄĒRom‚ÄĒTokio erweitert wurde. Der im November 1936 zwischen Deutschland und Japan geschlossene Antikominternpakt, dem Italien 1937 beitrat, zielte darauf, Gro√übritannien k√ľnftig mindestens neutral zu halten. W√§hrenddessen zerfiel das B√ľndnissystem, das das innenpolitisch instabile und machtpolitisch schwache Frankreich zum Schutz vor einem wieder erstarkten Deutschland mit osteurop√§ischen Partnern aufgebaut hatte. Das Kernst√ľck der franz√∂sischen ¬ĽEinkreisung¬ę - Polen - hatte Hitler schon 1934 durch einen √ľberraschend abgeschlossenen Nichtangriffsvertrag paralysiert. Hitler empfahl sich auch den anderen Staaten als ¬ĽBollwerk gegen den Bolschewismus¬ę und bot vorteilhafte Handelsbeziehungen. Insgesamt ermunterten die britische Politik des Appeasement, die konfliktvermeidende Haltung Frankreichs sowie der Isolationismus der USA das nationalsozialistische Deutschland bei der Verfolgung seiner Ziele.
 
Mit dem ¬ĽAnschluss¬ę √Ėsterreichs im M√§rz 1938, der Angliederung des Sudetenlands im September 1938 (Sudetenkrise, M√ľnchener Abkommen) und der Zerschlagung des verbliebenen tschechoslowakischen Staats im M√§rz 1939 (Errichtung des Protektorats B√∂hmen und M√§hren, Selbstst√§ndigkeit der Slowakei im ¬ĽSchutze des Reiches¬ę) begann die aggressive Phase der Gro√üraum- und Expansionspolitik des nationalsozialistischen Deutschlands Hitler, von seinen Erfolgen angespornt, entwickelte eine zunehmende Dynamik, die Mitteleuropa in das Zentrum des Weltkonflikts zwischen den auf Bewahrung und den auf Ver√§nderung des weltpolitischen Kr√§ftefelds gerichteten Nationen r√ľckte.
 
Als deutlich wurde, dass Hitler, der ab Oktober 1938 vergeblich versucht hatte, Polen durch Versprechungen (u. a. Grenzgarantie, Gebietsgewinne in der Ukraine) und Drohungen in ein antikommunistisches B√ľndnis mit Deutschland zu zwingen, sich nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei nun zum Aufbau eines einheitlichen Aufmarschgebiets gegen Osten in √§hnlicher Weise der L√∂sung der ¬ĽPolenfrage¬ę zuwandte, gab Gro√übritannien eine (von Frankreich unterst√ľtzte) Garantieerkl√§rung f√ľr die staatliche Unabh√§ngigkeit Polens (31. 3. 1939. Damit hoffte die britische Regierung, die ab Januar 1939 einen deutschen Angriff auf den Westen f√ľrchtete, Deutschland von einem europ√§ischen Krieg abzuhalten. Jedoch wurde dadurch Hitlers Entscheidung zur Vorbereitung eines Feldzugs gegen Polen beschleunigt (Weisung vom 3. 4. 1939, am 28. 4. 1939 K√ľndigung des deutschen-polnischen Nichtangriffsvertrages von 1934). In dieser Situation gewann die UdSSR, die nach der Absage Hitlers an eine Fortsetzung der Rapallo-√Ąra die Ann√§herung an die Westm√§chte in einem System der kollektiven Sicherheit gesucht hatte, eine Schl√ľsselstellung. Stalin f√ľrchtete, in einen von den Westm√§chten auf die UdSSR abgelenkten Krieg verwickelt zu werden. Gro√übritannien und Frankreich begannen zwar Verhandlungen mit der UdSSR √ľber ein B√ľndnis. Als jedoch Stalin erkannte, dass Gro√übritannien (u. a. auch aus R√ľcksicht gegen√ľber polnischem Vorbehalten) nicht bereit war, auf seine Forderungen nach territorialer Expansion zur Sicherung des europ√§ischen Vorfelds der UdSSR, einem gegenseitigen Beistandspakt, der auch indirekte Aggressionen gegen Finnland, das Baltikum und Polen einschloss, und einer Milit√§rkonvention einzugehen, signalisierte er - nach entsprechenden deutschen Angeboten - Bereitschaft zu einem die sowjetischen Sicherheitsinteressen wahrenden Abkommen. Am 23. 8. 1939 schlossen Deutschland, dessen fortdauernde Bem√ľhungen um Gro√übritannien erfolglos geblieben waren, und die UdSSR einen Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt), in dessen Geheimem Zusatzprotokoll die Teilung Polens und die Ausdehnung der jeweiligen Machtbereiche vereinbart wurden. Damit befand sich Hitler zwar in einer seinem Programm zuwiderlaufenden Frontstellung, doch versprach er sich davon eine Abschreckung der Westm√§chte vom Kriegseintritt und damit eine Lokalisierung des inzwischen als unausweichlich erachteten Krieges gegen Polen sowie R√ľckenfreiheit f√ľr den anschlie√üenden Schlag gegen den Westen.
 
Hitler nahm nunmehr die ¬ĽDanzigfrage¬ę (Danzig 2) zum Anlass des √úberfalls auf Polen; nach einem von der SS inszenierten √úberfall auf den Sender Gleiwitz, der das deutsche Vorgehen als Reaktion auf polnische √úbergriffe erscheinen lassen sollte, leitete er am 1. 9. 1939 um 4 Uhr 45 mit der Beschie√üung der Westerplatte auf breiter Front den Angriff auf Polen (¬ĽFall Wei√ü¬ę) ein; zu den ersten Kampfhandlungen des (ohne Kriegserkl√§rung) begonnenen Polenfeldzuges war es bereits gegen 4 Uhr 30 bei Dirschau gekommen. (Die Mitteilung Hitlers am selben Morgen vor dem Reichstag, dass seit 5 Uhr 45 ¬Ľzur√ľckgeschossen¬ę werde, beruhte auf einem zeitlichen Irrtum.) Gro√übritannien und Frankreich (durch ein Beistandsabkommen vom 25. 8. 1939 beziehungsweise durch eine Milit√§rkonvention vom 19. 5. 1939 mit Polen verb√ľndet) antworteten nach der Nichtbefolgung ihres Ultimatums zur Einstellung der deutschen Kampfhandlungen am 3. 9. 1939 mit der Kriegserkl√§rung an Deutschland; die Commonwealthstaaten Australien, Neuseeland, Indien, S√ľdafrika und Kanada schlossen sich an. Das milit√§risch unvorbereitete Italien erkl√§rte sich f√ľr ¬Ľnicht Krieg f√ľhrend¬ę. Hitler hatte sich im Bewusstsein, dass die Zeit gegen ihn arbeitete und der deutsche R√ľstungsvorsprung bald verloren gehen w√ľrde, zu einem ¬ĽVabanquespiel¬ę entschlossen. Auf einen Material- und Abnutzungskrieg an mehreren Fronten war Deutschland 1939 trotz der seit Jahren betriebenen R√ľstungs- und Autarkiepolitik nicht vorbereitet. Nur durch eine schnelle Abfolge regional begrenzter Feldz√ľge (Blitzkriegskonzeption) konnte Hitler hoffen, dass sich eine Wiederholung der Entwicklung des Ersten Weltkriegs vermeiden lie√üe, der letztendlich durch das √úbergewicht des gegnerischen Potenzials entschieden worden war.
 
F√ľr Hitler war der Zweite Weltkrieg von Beginn an - nach au√üen wie nach innen - ein ideologischer und totaler Krieg um Sieg oder Untergang. Der Befehl zur physischen Vernichtung des Gegners und der Versuch einer ¬Ľv√∂lkischen Flurbereinigung¬ę im R√ľcken der Front, v. a. der Genozid an den europ√§ischen Juden (Holocaust), unterschieden diesen Krieg von allen anderen. Die milit√§rische Kriegf√ľhrung geriet immer st√§rker in den Sog der ideologisch motivierten Vernichtungspolitik. Besonders Polen wurde zum Exerzierfeld der nationalsozialistischen Rassenideologie und Bev√∂lkerungspolitik. Zugleich wurden mit Kriegsbeginn Terror und Repression in Deutschland verst√§rkt, ebenso das propagandistische Werben um die Zustimmung seiner Bev√∂lkerung u. a. durch Ank√ľndigung k√ľnftiger Sozial-, Siedlungs- und Wohlstandspolitik; der Prozess der nationalsozialistischen Durchdringung von Gesellschaft und Verwaltung im ¬ĽF√ľhrerstaat¬ę setzte sich fort.
 
Der Krieg in Europa 1939-41
 
Vom Angriff auf Polen bis zur Besetzung D√§nemarks und Norwegens: Infolge der Konzentration des Gros der deutschen Heeres- und Luftwaffenkr√§fte im Osten und der Passivit√§t der im ¬ĽSitzkrieg¬ę hinter der Maginotlinie verharrenden Westm√§chte, die selbst noch unzureichend ger√ľstet waren und die milit√§rische St√§rke Deutschlands √ľbersch√§tzten, gelang die milit√§rische Eroberung Polens in kurzer Zeit. Gleich zu Beginn des Einmarsches der Wehrmacht lie√üen polnische Beh√∂rden - wohl aus Angst vor einer Erhebung der deutschen Minderheit - etwa 10 000 bis 15 000 ¬ĽVolksdeutsche¬ę nach vorbereiteten Listen verhaften; etwa 4 000 von ihnen fielen Ausschreitungen zum Opfer (allein rd. 1 100 am ¬ĽBromberger Blutsonntag¬ę, Bromberg).
 
Unterst√ľtzt von zwei starken Luftflotten (1 538 Flugzeuge), die schnell die Luftherrschaft errangen, stie√üen zwei deutsche Heeresgruppen, die Heeresgruppe S√ľd (G. von Rundstedt) von Schlesien und der Slowakei sowie die Heeresgruppe Nord (F. von Bock) von Ostpreu√üen und Pommern aus im Zangenangriff auf Warschau vor und vernichteten in der Schlacht an der Bzura (9.-19. 9. 1939) die st√§rkste polnische Kr√§ftegruppe. Nachdem die polnische Regierung und das Oberkommando auf rum√§nischem Gebiet √ľbergetreten waren, r√ľckten am 17. 9. sowjetische Truppen in Ostpolen ein und drangen bis zur Weichsel vor; die Regierung der UdSSR begr√ľndete die Milit√§raktion mit der Behauptung, dass sie angesichts des Zusammenbruchs des polnischen Staates ¬Ľzum Schutz¬ę der dortigen wei√ürussischen und ukrainischen Bev√∂lkerung erfolge (danach Angliederung dieser Gebiete, die erst nach dem Polnisch-Sowjetischen Krieg 1921 an Polen gefallen waren, an die Wei√ürussische beziehungsweise Ukrainische SSR). Offiziell blieb die sowjetische Regierung neutral, unterst√ľtzte aber die deutsche Kriegf√ľhrung politisch-propagandistisch und durch strategisch wichtige Wirtschaftslieferungen.
 
Warschau kapitulierte vor den deutschen Truppen am 27./28. 9., Modlin am 29. 9. Am 30. 9. 1939 konstituierte sich in Paris eine polnische Exilregierung unter General W. Sikorski, die (nach Zwischenaufenthalten in Angers und Bordeaux) im Juni 1940 ihren Sitz nach London verlegte. Der letzte milit√§rische Widerstand Polens erlosch am 6. 10. 1939. Die Verluste der polnischen Armee betrugen 66 300 Tote, die der deutschen 10 500 Tote. Rd. 694 000 Polen gerieten in deutsche und etwa 230 000 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Etwa 100 000 Soldaten gelang die Flucht √ľber die Grenzen nach Ungarn, Rum√§nien, Litauen oder Lettland; viele von ihnen setzten ihren Kampf in den Reihen der Alliierten fort.
 
Aufgrund des am 28. 9. 1939 in Moskau unterzeichneten deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages wurde (in Ab√§nderung der Vereinbarungen vom 23. 8. 1939) nun auch Litauen der sowjetischen Interessensph√§re zugewiesen; den deutschen Anteil am polnischen Gebiet erweiterte man hingegen bis zum Bug. Nach der Eingliederung Danzigs, Westpreu√üens, Posens und betr√§chtliche altpoln. Gebiete in das Deutsche Reich (¬Ľeingegliederte Ostgebiete¬ę) und der Errichtung des Generalgouvernements (Generalgouverneur H. Frank) aus dem verbliebenen polnischen Gebiet begann im Winter 1939/40 mit der systematischen Ausrottung der Intelligenz die nationalsozialistische Besatzungspolitik, die die Polen als ¬ĽUntermenschen¬ę brutal behandelte. Polen aus den angegliederten Ostgebieten wurden ins Generalgouvernement deportiert oder nach Deutschland zur Zwangsarbeit verschleppt. Die polnischen Juden wurden in Gro√ügettos (u. a. in Warschau) zusammengefasst und sp√§ter gr√∂√ütenteils in Vernichtungslagern ermordet. Aus dem von der UdSSR annektierten Ostpolen wurden etwa 1,5 Mio. Menschen (darunter die polnische F√ľhrungsschicht) deportiert. Die meisten der von der Roten Armee gefangen genommenen 14 500 polnischen Offiziere wurden 1940 im Auftrag Stalins von Angeh√∂rigen des sowjetischen NKWD ermordet (Katyn). Aufgrund von erzwungenen Beistandspakten mit Estland, Lettland und Litauen errichtete die sowjetische Regierung in diesen L√§ndern im Oktober 1939 St√ľtzpunkte f√ľr ihre Streitkr√§fte, um die ¬ĽAngliederung¬ę der baltischen Staaten an die UdSSR vorzubereiten (im Juni 1940 Besetzung, im August 1940 Annexion). Bem√ľhungen, Finnland dem sowjetischen Einfluss zu √∂ffnen und von ihm die Abtretung von St√ľtzpunkten und Grenzgebieten (besonders im r√§umlichen Vorfeld von Leningrad) zu erreichen, scheiterten an der Weigerung der finnischen Regierung. Daher er√∂ffnete die UdSSR am 30. 11. 1939 ohne Kriegserkl√§rung Kampfhandlungen gegen Finnland (Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg), konnte aber nach √ľberraschenden milit√§rischen Abwehrerfolgen der Finnen (u. a. hartn√§ckige Verteidigung der ¬ĽMannerheimlinie¬ę) ihre Ziele zun√§chst nicht erreichen.
 
W√§hrenddessen planten Gro√übritannien und Frankreich die Er√∂ffnung von Nebenkriegsschaupl√§tzen in Skandinavien und auf dem Balkan, zogen auch Luftangriffe auf das Erd√∂lgebiet von Baku in Erw√§gung, da sie die UdSSR als Verb√ľndete des Deutschen Reiches betrachteten. Nachdem sein ¬ĽFriedensappell¬ę vom 6. 10. 1939 (mit der Forderung nach Anerkennung des Status quo in Ostmitteleuropa) ergebnislos geblieben war, dr√§ngte Hitler auf eine milit√§rische Entscheidung gegen Frankreich schon im November 1939. Doch die schlechte Wetterlage, Bedenken der Generalit√§t (u. a. bez√ľglich des Munitionsmangels nach Abschluss der K√§mpfe in Polen) und die Uneinigkeit in der Wehrmachtf√ľhrung hinsichtlich des Angriffsplans erzwangen eine mehrfache Verschiebung des Angriffs auf das Fr√ľhjahr 1940. Es kam zwischen der Heeresf√ľhrung, die ein Scheitern der Offensive und einen Stellungskrieg bef√ľrchtete, und Hitler zu einer Vertrauenskrise, die bis an den Rand eines Staatsstreiches f√ľhrte.
 
Der Abschluss des finnisch-sowjetischen Friedensvertrages vom 12. 3. 1940, bei dem Finnland unter Gebietsverlusten seine Selbstst√§ndigkeit wahren konnte, durchkreuzte die Absichten der Westm√§chte, unter dem Vorwand, Finnland zu Hilfe zu kommen, das f√ľr Deutschland wichtige schwedische Erzgebiet zu besetzen. Ende Januar 1940 entschloss sich Hitler, durch eine √ľberraschende Landung Norwegen zu besetzen und zur Sicherung der Verbindungen auch D√§nemark einzunehmen; durch Weisung vom 1. 3. 1940 wurde die Milit√§roperation (Unternehmen ¬ĽWeser√ľbung¬ę) vorbereitet. Der Oberste Kriegsrat der Alliierten beschloss am 28. 3. 1940 die Verminung der norwegischen Hoheitsgew√§sser zur Unterbindung der deutschen Erztransporte sowie die Besetzung der westnorwegischen H√§fen. Am 9. 4. 1940 marschierten deutsche Truppen in D√§nemark ein, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu sto√üen; die d√§nische Regierung, die eine schnelle Waffenstreckung befahl und sich unter Protest mit der Besetzung abfand, blieb im Amt. Die Landung in Norwegen hingegen rief heftigen Widerstand hervor. Narvik, der Hauptausfuhrhafen des f√ľr Deutschland notwendigen schwedischen Eisenerzes, wurde am 9. 4. von Gebirgsj√§gern (General Eduard Dietl, * 1890, ‚úĚ 1944) besetzt. Die f√ľr die deutsche Landeoperation eingesetzten 10 Zerst√∂rer wurden am 10. 4. und 13. 4. 1940 von britischen Seestreitkr√§ften angegriffen und vernichtet, nachdem zuvor schon 3 Kreuzer versenkt worden waren. Von Oslo stie√üen die deutschen Truppen in der zweiten Aprilh√§lfte auf Bergen und Trondheim vor und dr√§ngten die in Namsos und √Öndalsnes am 15./18. 4. gelandeten britischen Truppen zur√ľck. Ein in Harstad am 14. 4. gelandeter alliierter Verband griff im Mai die Truppen Dietls an und nahm am 28. 5. Narvik ein. Anfang Juni r√§umten die Alliierten Norwegen wegen der inzwischen begonnenen erfolgreichen deutschen Westoffensive. Am 10. 6. kapitulierten die letzten norwegischen Truppen; K√∂nig H√•kon VII. ging mit seiner Regierung nach London ins Exil. Hitler unterstellte Norwegen einer deutschen Zivilverfahren (Reichskommissar Josef Terboven, * 1898, ‚úĚ 1945); ab Februar 1942 konnte V. Quisling eine eigene Nationalregierung einrichten, die v√∂llig von Deutschland abh√§ngig war. D√§nemark behielt zun√§chst seine Vorkriegsregierung (bis August 1943). Die deutschen Interessen nahm ein Reichsbevollm√§chtigter wahr (C√©cil von Renthe-Fink, * 1885, ‚úĚ 1964; ab November 1942 Werner Best, * 1903, ‚úĚ 1989).
 
Der Westfeldzug:
 
Nachdem es trotz britischen und franz√∂sischen Kriegserkl√§rungen an Deutschland zwischen September 1939 und Mai 1940 zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen im Westen gekommen war (von den Franzosen wurde dieser Zustand ¬ĽDr√īle de guerre¬ę, deutsch ¬Ľkomischer Krieg¬ę genannt), begann hier am 10. 5. 1940 der deutsche Feldzug (¬ĽFall Gelb¬ę) mit dem Ziel, unter Verletzung der Neutralit√§t der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs eine rasche Entscheidung in Nordfrankreich zu erzwingen. Nach einer vollst√§ndigen milit√§rischen Niederlage Frankreichs hoffte Hitler, doch noch ein Arrangement mit Gro√übritannien treffen zu k√∂nnen.
 
Der Schwerpunkt der deutschen Offensive lag in der Mitte der Angriffsfront (Sto√ü durch die Ardennen √ľber die Maas hinweg auf die Sommem√ľndung zu; Unternehmen ¬ĽSichelschnitt¬ę). Nachdem das niederl√§ndische Heer bereits am 14. 5. den Kampf eingestellt hatte (noch w√§hrend der √úbergabeverhandlungen Bombardierung Rotterdams) und die belgische Kapitulation bevorstand (28. 5.), sahen sich die in Belgien einger√ľckten franz√∂sischen Armeen und das britische Expeditionskorps (seit Erreichen der Sommem√ľndung durch die deutschen Panzer von S√ľden her umfasst) in fast aussichtsloser Situation. Hitler, durch den r√ľcksichtslosen Vorsto√ü General H. Guderians nerv√∂s geworden, hatte jedoch am 24. 5. die auf D√ľnkirchen vorr√ľckenden deutschen Panzer angehalten. So gelang es trotz deutscher Luftangriffe, rd. 338 000 britische, franz√∂sische und belgische Soldaten (unter Verlust fast ihrer gesamten Ausr√ľstung) auf die britische Insel zur√ľckzuf√ľhren (¬ĽWunder von D√ľnkirchen¬ę). Der neue britische Premierminister W. Churchill (ab 10. 5. 1940) zog die britischen Luftstreitkr√§fte zum Schutz der Insel vom Kontinent ab. Die vom neuen franz√∂sischen Oberbefehlshaber M. Weygand (Nachfolger des Generals M. G. Gamelin) aufgebaute improvisierte Verteidigungslinie an Somme und Aisne lie√ü sich gegen√ľber der neuen deutschen Offensive (ab 5. 6., ¬ĽFall Rot¬ę) nicht halten. Paris wurde kampflos am 14. 6. von deutschen Truppen besetzt. Die deutsche Heeresgruppe C (W. Ritter von Leeb) durchbrach am selben Tag s√ľdlich von Saarbr√ľcken die Maginotlinie und √ľberquerte am 16. 6. den Rhein bei Colmar. Am 17. 6. erreichten die deutschen Panzertruppen - im R√ľcken der Maginotlinie von Norden vorr√ľckend - die Schweizer Grenze und hatten damit die franz√∂sischen Ostarmeen eingeschlossen. Am 10. 6. 1940 war Italien in den Krieg gegen Frankreich und Gro√übritannien eingetreten; es k√§mpfte allerdings erfolglos an der Alpenfront. Deshalb stie√üen deutsche Panzer- und Gebirgstruppen von Lyon in die Alpen vor, um den Italienern die von der franz√∂sischen Alpenarmee verteidigten P√§sse zu √∂ffnen.
 
In Auseinandersetzung mit Churchill, der eine Union Gro√übritannien-Frankreich vorschlug und f√ľr die Fortsetzung des franz√∂sischen Widerstands von Nordafrika aus pl√§dierte, entschied sich die Mehrheit des nach Bordeaux ausgewichenen franz√∂sischen Kabinetts (R√ľcktritt des Ministerpr√§sidenten P. Reynaud) f√ľr ein Waffenstillstandsersuchen. Das am 17. 6. gebildete Kabinett des Marschalls P. P√©tain lie√ü am 22. 6. 1940 in Compi√®gne einen Waffenstillstandsvertrag unterzeichnen, der nach Abschluss auch eines Waffenstillstandsvertrages mit Italien am 25. 6. in Kraft trat. Die franz√∂sische Armee hatte bei den K√§mpfen 92 000 Mann verloren, die deutschen 27 000. Die Belgier hatten 7 000, die Briten 3 500 und die Niederl√§nder 3 000 Tote zu beklagen.
 
Deutsche Truppen besetzten die Atlantikk√ľste bis zur spanischen Grenze, doch blieben das franz√∂sische Kolonialreich und die franz√∂sische Flotte in der Verf√ľgungsgewalt der Regierung P√©tain. Diese siedelte am 1. 7. 1940 in die unbesetzte Zone in S√ľdfrankreich nach Vichy √ľber (bis 1944 Sitz des ¬Ľ√Čtat Fran√ßais¬ę). Der bisherige Unterstaatssekret√§r (im Kabinett Reynaud) C. de Gaulle k√ľndigte am 18. 6. von London aus die Fortsetzung des Krieges durch das Freie Frankreich an. Die Niederlande wurden einem deutschen Reichskommissar (A. Seyss-Inquart) unterstellt; unter deutscher Milit√§rverwaltung kamen Belgien und Nordfrankreich (A. von Falkenhausen) sowie der gr√∂√üte Teil des besetzten Frankreich (u. a. Oktober 1940-Februar 1942 Otto von St√ľlpnagel, * 1878, ‚úĚ 1948; bis Juli 1944 K.-H. von St√ľlpnagel). Das Gebiet von Nizza und Bereiche an der Alpengrenze fielen unter italienische Milit√§rverwaltung, Luxemburg und Elsass-Lothringen wurden im August 1940 de facto annektiert, Eupen-Malmedy offiziell ins Deutsche Reich zur√ľckgegliedert. Deutschland beutete die finanziellen, industriellen und personellen Ressourcen der besiegten L√§nder aus; besonders entscheidend war die Einbindung des Industriepotenzials und der Arbeitskr√§fte in die deutsche Kriegswirtschaft, die die Fortsetzung des Krieges bis Mai 1945 erm√∂glichte. Die Haltung der Bev√∂lkerung in den vom nationalsozialistischen Deutschland eroberten L√§ndern Westeuropas und Skandinaviens reichte vom Widerstand (eines v. a. anfangs kleinen Kreises) √ľber die resignative Hinnahme der Besetzung bis zur Kollaboration.
 
Nach dem schnellen Sieg im Westen befand sich Hitler auf dem Gipfel seiner Popularit√§t in Deutschland. Das Deutsche Reich beherrschte den Kontinent vom Nordkap bis zur spanischen Grenze. Die gegen die Skepsis f√ľhrender Milit√§rs errungenen Blitzsiege entzogen den oppositionellen Kr√§ften in der Heeresf√ľhrung den Boden. Auch bei eigentlichen Gegnern seines au√üenpolitischen Kurses genoss Hitler nun uneingeschr√§nkte Autorit√§t. Doch blieb das f√ľr Hitler au√üenpolitisch und strategisch entscheidende Problem, die unnachgiebige Haltung Gro√übritanniens, weiter bestehen.
 
Von besonderer Bedeutung waren die neutralen Staaten, die gezwungen wurden, ihre Handelspolitik noch st√§rker auf das nationalsozialistische Deutschland auszurichten. Portugal mit seinen Vorkommen an Wolframerzen (Panzerstahl) konnte ebenso wie die T√ľrkei noch am st√§rksten von den Alliierten beeinflusst werden; doch auch diese beiden L√§nder lieferten bis 1944 gegen Devisen und Waffen wichtige Rohstoffe an Deutschland. Angesichts ihrer milt√§risch bedrohlichen Lage waren Schweden und die Schweiz bis 1943 st√§rker zu Vorleistungen bereit und belieferten die deutsche R√ľstung mit wichtigen Maschinen, Kugellagern, hochwertigen Erzen und sogar Waffen. Damit sicherten sie die Besch√§ftigung und das √úberleben ihrer Bev√∂lkerung, machten sich aber durch die Inzahlungnahme von geraubten Gold- und Devisenbest√§nden zum Profiteur nationalsozialistischer Eroberungs- und Vernichtungspolitik (Raubgold).
 
Die Selbstbehauptung Großbritanniens und die Haltung der USA:
 
Die mit Kriegsbeginn einsetzende britische Blockade beantwortete Deutschland mit einem Handelskrieg gegen die feindliche und die im Dienst der Alliierten fahrende neutrale Schifffahrt. In dieser ¬ĽSchlacht im Atlantik¬ę wurden v. a. durch U-Boote bis Ende Juli 1940 2 Mio. BRT versenkt, au√üerdem der britische Flugzeugtr√§ger ¬ĽCourageous¬ę (17. 9. 1939) und das Schlachtschiff ¬ĽRoyal Oak¬ę (14. 10. 1939 in Scapa Flow durch Korvettenkapit√§n G√ľnther Prien; * 1908, ‚úĚ 1941). In den ersten Kriegsmonaten waren auch die Panzerschiffe ¬ĽDeutschland¬ę und ¬ĽAdmiral Graf Spee¬ę im Atlantik zum Handelskrieg eingesetzt. Letzteres versenkte sich am 17. 12. 1939 nach einem Gefecht vor dem La Plata. Nach dem Sieg √ľber Frankreich hoffte Hitler mit Gro√übritannien zu einem ¬ĽAusgleich¬ę zu gelangen (¬ĽFriedensappell¬ę vom 19. 7. 1940), blieb dabei jedoch erfolglos. Bereits am 16. 7. hatte er die Vorbereitung einer Landung in Gro√übritannien (Unternehmen ¬ĽSeel√∂we¬ę) befohlen. Die Invasionsvorbereitung fiel der deutschen Luftwaffe zu, v. a. den Luftflotten der Generalfeldmarsch√§lle A. Kesselring und H. Sperrle (insgesamt √ľber 2 300 Flugzeuge, davon 875 Bomber, 316 Sturzkampfflugzeuge, 702 J√§ger und 227 Zerst√∂rerflugzeuge). Der seit dem 13. 8. 1940 (¬ĽAdlertag¬ę) verst√§rkte deutsche Luftkrieg richtete sich zun√§chst mit Gro√üoffensiven gegen die britische Luftwaffe, ihre s√ľdenglischen Flugpl√§tze und Produktionsanlagen; im August 1940 begann die Bombardierung gro√üer St√§dte (London erstmals am 24. 8., Gro√üangriffe auf die britische Hauptstadt seit seit 7. 9., ebenso auf die Industriest√§dte Coventry am 14./15. 11. sowie Birmingham am 19./20. 11.); dieser Luftkrieg forderte hohe Opfer unter der Zivilbev√∂lkerung (laut britischen Angaben rd. 23 000 Tote und 32 000 Verletzte). Seit Mai 1940 flog die britische Luftwaffe Angriffe auf deutsche St√§dte. Die am 25./26. 8. von der ¬ĽRoyal Air Force¬ę vorgenommenen Bombenangriffe auf Berlin nahm Hitler zum Anlass, um ¬ĽVergeltungsangriffe¬ę einzuleiten; das f√ľhrte in der Folgezeit zu einer nicht abrei√üenden Kette von Terror- und Gegenterror aus der Luft. Die ¬ĽLuftschlacht um England¬ę (1940/41) erreichte ihren H√∂hepunkt am 15. 9. 1940, als bei einem Gro√üangriff auf London zahlreiche deutsche Flugzeuge abgeschossen wurden und sich die Abwehrkraft der Briten als ungebrochen erwies (¬ĽBattle of Britain¬ę-Tag). Es gelang der deutschen Luftwaffe nicht, die f√ľr eine erfolgreiche Landungsoperation notwendige Luftherrschaft zu gewinnen; schon am 17. 9./12. 10. hatte Hitler den Befehl zur Einstellung der Vorbereitungen f√ľr eine Invasion in Gro√übritannien gegeben (Verschiebung ¬Ľbis auf weiteres¬ę).
 
Im ebenfalls versch√§rften Handelskrieg wurden (August 1940 bis Juni 1941) 5,1 Mio. BRT versenkt. Die Zahl der deutschen U-Boote war jedoch zu gering, um von den neu gewonnenen Basen in Westfrankreich aus die Zufahrtswege √ľber den Atlantik ernsthaft zu gef√§hrden. Zur Verst√§rkung des Geleitschutzes erhielt Gro√übritannien von den USA im September 1940 50 Zerst√∂rer gegen die Verpachtung von St√ľtzpunkten in Neufundland, der Karibik und im Westatlantik. Das im Mai 1941 mit dem schweren Kreuzer ¬ĽPrinz Eugen¬ę zum Handelskrieg ausgelaufene Schlachtschiff ¬ĽBismarck¬ę wurde nach Ausschaltung des britischen Schlachtkreuzers ¬ĽHood¬ę (24. 5. 1941) am 27. 5. von britischen Zerst√∂rern im Atlantik versenkt.
 
Die Festigung der deutschen Herrschaft auf dem Kontinent und der weiter forcierte Ausbau der deutschen Flotte bedeuteten mittelfristig eine Bedrohung der f√ľr die Versorgung Gro√übritanniens lebenswichtigen Seeverbindungen durch den Atlantik und das Mittelmeer zu den Dominions und Kolonien, die es unbedingt abzuwehren galt; sie waren zugleich eine globale Herausforderung der britischen Machtstellung. Infolge seiner Isolierung als Krieg f√ľhrende Macht - nach der Niederlage Frankreichs - sah sich Gro√übritannien jedoch im Sommer 1940 zur Defensive verurteilt.
 
W√§hrenddessen unterst√ľtzten die USA, die mit der Cash-and-carry-Klausel (4. 11. 1939 das Waffenembargo aufgehoben hatten, Gro√übritannien immer nachhaltiger. Nach der Niederlage Frankreichs und der zweiten Wiederwahl F. D. Roosevelts zum Pr√§sidenten (November 1940) vollzog sich der √úbergang von der ¬Ľparteiischen Neutralit√§t¬ę zum ¬Ľunerkl√§rten Krieg¬ę seitens der USA, die sich als ¬ĽArsenal der Demokratien¬ę betrachteten. Am 11. 3. 1941 wurde der Pr√§sident durch das Leih- und Pachtgesetz (Lend-Lease-System) erm√§chtigt, solche Staaten mit Kriegsmaterial und Versorgungsg√ľtern zu unterst√ľtzen, die er f√ľr die Verteidigung der USA als lebenswichtig ansah. Der Gro√üteil dieser Hilfe von insgesamt rd. 50 Mrd. US-$ kam Gro√übritannien zugute.
 
Hitlers strategische Pläne:
 
Da zunehmend deutlich wurde, dass Roosevelt aufgrund der Bedrohung der strategischen, wirtschaftlichen und ideellen Interessen der USA eine Konfrontation mit Deutschland und Japan f√ľr unausweichlich hielt, gewann der ¬ĽFaktor Amerika¬ę im Hinblick auf die Verwirklichung von Hitlers Zielen immer gr√∂√üere Bedeutung. Im Herbst 1940 trat zun√§chst der von Au√üenminister J. von Ribbentrop entwickelte, von Hitler nur widerwillig akzeptierte Plan in den Vordergrund, durch die Bildung eines ¬ĽKontinentalblocks¬ę von Spanien bis Japan (unter Einschluss der UdSSR) eine so gewaltige Machtstellung aufzubauen, dass Gro√übritannien aufgeben und die USA sich politisch auf den amerikanischen Doppelkontinent zur√ľckziehen w√ľrden.
 
Die weit gespannte politische Kombination gelang jedoch nur teilweise. Zwar schloss Deutschland mit Japan und Italien am 27. 9. 1940 einen Dreim√§chtepakt, der den Kriegseintritt der Partner vorsah, wenn einer von ihnen von den USA angegriffen w√ľrde; doch wurde auf Betreiben Japans in einem geheimen Notenwechsel mit Deutschland die B√ľndnisautomatik aufgehoben. Auch konnten Spanien und das Vichy-Regime in Frankreich nicht in die B√ľndnisgruppierung einbezogen werden. Die UdSSR war zum Beitritt zu einem ¬ĽVierm√§chtepakt¬ę durchaus bereit, d. h. zu einer strategischen Partnerschaft auf gleichberechtigter Basis bei weiteren territorialen Zugest√§ndnissen Hitlers, auf dessen konkrete Angebote Stalin wie im Vorjahr wartete. Der sowjetische Regierungschef Molotow stellte bei seinem Besuch in Berlin am 12./13. 11. 1940 weit reichende Bedingungen (u. a. Einbeziehung Bulgariens in die sowjetische Sicherheitszone, St√ľtzpunkte an den t√ľrkischen Meerengen) und lie√ü Fernziele (Kontrolle der Ostseeausg√§nge, Einbeziehung Jugoslawiens, Griechenlands und Westpolens in die sowjetische Interessensph√§re) durchblicken. Hitler war zu einem ernsthaften Dialog aber nicht bereit und hatte schon im Sp√§therbst 1940 einen improvisierten Gesamtkriegsplan f√ľr das Jahr 1941 entwickelt. Dieser beruhte auf seiner im Sommer gewonnenen Erkenntnis, dass die Zeit gegen ihn arbeite und seine Ziele nur zu verwirklichen seien, wenn Gro√übritannien und den USA durch eine Zerschlagung der UdSSR der letzte ¬ĽFestlandsdegen¬ę genommen w√ľrde. Bereits im Juli 1940 hatte er sich daher entschlossen, den Angriff auf die Sowjetunion als Kernst√ľck seiner imperialen Weltmachtpl√§ne vorzuziehen. Neben der damit verbundenen Verbreiterung der eigenen strategischen und wirtschaftlichen Basis sah Hitler in der gleichzeitigen Aufwertung Japans die M√∂glichkeit, die USA von einem weiteren Engagement im Atlantik aufgrund eines dann drohenden Zwei-Ozean-Krieges abzuschrecken. Der Gesamtkriegsplan sah nach einem Blitzkrieg gegen die UdSSR, verbunden mit der Verwirklichung der rassenpolitischen Ziele Hitlers, eine Zangenoperation vor: √ľber den Kaukasus nach Iran, von Bulgarien aus nach Syrien und Irak und von Libyen aus nach Pal√§stina; nach dem Aufbau einer deutschen Basis in Afghanistan sollte ein Vorsto√ü auf das britische Indien erfolgen, parallel dazu ein Vorsto√ü Japans nach S√ľden, um nach der Eroberung Singapurs Indien von Osten aus zu bedrohen; schlie√ülich sollte nach der Eroberung Gibraltars eine deutsche Bastion in Nordwestafrika f√ľr einen m√∂glichen Konflikt mit den USA errichtet werden. Da Spanien nach einer Zusammenkunft Hitlers mit F. Franco Bahamonde am 23. 10. 1940 im franz√∂sischen Hendaye im Dezember desselben Jahres die Beteiligung an einem Angriff auf Gibraltar endg√ľltig ablehnte, gab Hitler einen entsprechenden Plan auf.
 
Die Ausweitung des Krieges auf den Balkan und in den Mittelmeerraum:
 
Der von Mussolini ohne vorherige Unterrichtung Hitlers begonnene ¬ĽParallelkrieg¬ę (ab September 1940, von Libyen aus in Richtung √Ągypten) zum Ausbau der italienischen Machtstellung im Mittelmeerraum f√ľhrte nach schweren italienischen Niederlagen gegen britische Truppen zu deutschen Unterst√ľtzungsma√ünahmen im Mittelmeerbereich. Das Scheitern des √ľberraschenden italienischen Angriffs auf Griechenland (ab 28. 10. 1940) veranlasste die Vorbereitung eines deutschen milit√§rischen Eingreifens auf dem Balkan, um ein m√∂gliches Festsetzen der britischen Armee in diesem Raum in jedem Fall zu verhindern und eine Flankenbedrohung f√ľr den geplanten Angriff auf die UdSSR auszuschalten. Schon im Sommer 1940 hatten das sowjetische Ultimatum an Rum√§nien zur Abtretung Bessarabiens und der Nord-Bukowina sowie die Revisionsanspr√ľche Ungarns und Bulgariens gegen√ľber Rum√§nien zu einem deutschen Engagement in S√ľdosteuropa gef√ľhrt (2. Wiener Schiedsspruch, 30. 8. 1940).
 
Nachdem Ende Oktober 1940 britische Truppen auf Kreta gelandet waren, begann am 9. 12. 1940 die britische Nilarmee (A. P. Wavell) eine Offensive gegen die italienischen Kr√§fte in Nordafrika. Sie eroberte bis Anfang Februar 1941 die Cyrenaika (Tobruk am 22. 1., Bengasi am 6. 2.). 130 000 italienische Soldaten gerieten in britische Gefangenschaft. Auf einen Hilferuf Mussolinis hin entsandte Hitler ein deutsches Fliegerkorps nach Sizilien, das im Januar 1941 heftige Angriffe gegen Malta einleitete und den Nachschub nach Tripolitanien entlastete. Mitte Februar 1941 trafen erste Teile des von E. Rommel befehligten Deutschen Afrikakorps in Libyen ein; sie griffen ab 24. 3. an und stie√üen bis Mitte April 1941 bis zur libysch-√§gyptischen Grenze vor (R√ľckeroberung der Cyrenaika), konnten jedoch das von den Briten festungsartig ausgebaute Tobruk zun√§chst nicht einnehmen.
 
Zur Absicherung des deutschen Entlastungsvorsto√ües nach Griechenland (Unternehmen ¬ĽMarita¬ę, geplant ab 13. 12. 1940 f√ľr Fr√ľhjahr 1941) strebte Hitler die Einbeziehung der Donau- und Balkanstaaten in den Dreim√§chtepakt an. Ungarn, Rum√§nien (unter der F√ľhrung I. Antonescus) und die Slowakei entsprachen der Aufforderung im November 1940, Bulgarien folgte am 1. 3. 1941 und lie√ü danach deutsche Truppen von Rum√§nien aus einr√ľcken. Gegen den Beitritt Jugoslawiens (25. 3. 1941 richtete sich am 27. 3. 1941 ein Putsch in Belgrad. Hitler entschloss sich daraufhin, Jugoslawien in den gegen Griechenland vorbereiteten Angriff einzubeziehen und dar√ľber hinaus Jugoslawien als Staat zu zerschlagen.
 
Der Angriff begann am 6. 4. 1941 mit einer Luftbombardierung Belgrads. Das von drei Seiten (K√§rnten/Steiermark, Ungarn/Rum√§nien, Bulgarien) aus umfasste jugoslawische Heer brach rasch zusammen. Am 12./13. 4. wurde Belgrad besetzt, am 17. 4. 1941 die Kapitulation der jugoslawischen Streitkr√§fte unterzeichnet. Nach dem Vorsto√ü deutscher Verb√§nde in den R√ľcken der sich noch in S√ľdalbanien haltenden griechischen Epirus-Armee kapitulierte diese am 21. 4. 1941. Am 27. 4. r√ľckten deutsche Truppen in Athen ein. Vom 20. 5. bis 1. 6. 1941 folgte durch Luftlandung (deutsche Fallschirm- und Gebirgsj√§ger) gegen heftigen britischen Widerstand unter beiderseits hohen Verlusten die Eroberung Kretas (Unternehmen ¬ĽMerkur¬ę).
 
Die deutsche Besatzungspolitik in Griechenland und Jugoslawien zielte auf eine maximale Ausbeutung der Wirtschaft, die Nutzung als St√ľtzpunkt zur Verdr√§ngung der Briten vom Kontinent sowie als Ausgangspunkt f√ľr die √∂konomische und kulturelle Beherrschung des Balkans. Damit geriet sie in Konkurrenz zu Italien, das diese Region als Annexionsgebiet betrachtete. Griechenland wurde in ein italienisches und ein deutsches Besatzungsgebiet aufgeteilt, behielt aber eine den Besatzungsm√§chten unterstellte eigene Regierung. Der deutsche Einfluss wurde durch den Reichsbevollm√§chtigten (G√ľnther Altenburg, * 1894, ‚úĚ 1984) sowie die Einrichtung von drei Milit√§rkommandanturen gesichert. Jugoslawien hingegen wurde aufgel√∂st. Deutschland annektierte S√ľd-K√§rnten und S√ľd-Steiermark; die Gauleiter der benachbarten Reichsgaue betrieben hier eine Politik, die der im besetzten Polen √§hnelte. Italien gliederte sich den gr√∂√üten Teil Sloweniens sowie Dalmatien und Montenegro an. Bulgarien besetzte Makedonien und Griechisch-Thrakien. Mit Unterst√ľtzung Deutschlands und Italiens gr√ľndete die kroatische Ustascha, gef√ľhrt von A. Pavelińá (¬ĽPoglavnik¬ę, ¬ĽF√ľhrer¬ę), den ¬ĽUnabh√§ngigen Staat Kroatien¬ę, der auch Bosnien und Herzegowina einschloss; das Ustascha-Regime betrieb eine brutale ¬ĽKroatisierungspolitik¬ę und f√ľhrte ¬Ľethnische S√§uberungen¬ę durch, wobei sich sein gegen verschiedenen Volksgruppen und die politischen Gegner gerichteter Terror mit gro√üer Grausamkeit (u. a. Massenmorde im KZ Jasenovac) besonders gegen die in seinem Machtbereich lebenden Serben wandte (500 000 Opfer). Das auf das Kerngebiet beschr√§nkte Serbien wurde einer deutschen Milit√§rverwaltung unterstellt, die durch umfassende Einsch√ľchterungs- und Terrorma√ünahmen und mithilfe von Kollaborateuren eine labile Stabilit√§t zu sichern suchte. Gegen die politische Aufteilung des jugoslawischen Raumes und die Unterdr√ľckung der Serben richteten sich der Widerstand der serbisch-nationalistischen Bewegung der ńĆetnici (D. Mihailovińá) sowie der Kampf der kommunistischen Partisanen unter Tito. Als die Wehrmacht nicht mehr allein Herr der Lage war, wurden Besatzungsaufgaben in Serbien auch an Bulgarien √ľbertragen. Die politisch gegens√§tzliche Partisanengruppen bek√§mpften sich bald untereinander mit gro√üer H√§rte. Die sich ausbreitenden und von Gro√übritannien unterst√ľtzten Aufstandsbewegungen in Jugoslawien und Griechenland banden deutsche Kr√§fte immer st√§rker in S√ľdosteuropa.
 
Die Machtverschiebung im Fr√ľhjahr 1941 im √∂stlichen Mittelmeerraum zugunsten der Achsenm√§chte trug dazu bei, in Irak einen Aufstand gegen die britische Mandatsmacht auszul√∂sen (April/Mai 1941). Doch da Hitler mit Blick auf den Vorrang seines Ostkriegs nicht zu gr√∂√üerer Hilfeleistung bereit war, brach der Aufstand am 30. 5. 1941 zusammen. Anschlie√üend zwangen britische und freifranz√∂sische Truppen die Truppen des Vichy-Regimes in Syrien zur √úbergabe (7. 6.-14. 7. 1941). Der Abschluss des deutschen-t√ľrkischen Freundschaftsvertrages vom 18. 6. 1941 wog diese Konsolidierung der britischen Nahostposition nicht auf.
 
Die Pläne Hitlers zum Angriff auf die UdSSR:
 
Die im Sommer 1940 auf Befehl Hitlers angelaufenen Vorbereitungen f√ľr einen √úberfall auf die Sowjetunion f√ľhrten √ľber einen ersten ¬ĽOperationsentwurf Ost¬ę vom 5. 8. 1940 zu Hitlers ¬ĽWeisung Nummer 21: Fall Barbarossa¬ę vom 18. 12. 1940; diese stellte der Wehrmacht die Aufgabe, ¬Ľauch vor Beendigung des Krieges gegen England Sowjetrussland in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen¬ę. In der v. a. von General F. Paulus geleiteten Angriffsplanung war vorgesehen, durch einen √ľberraschenden Vorsto√ü in drei Hauptangriffsrichtungen (Leningrad, Moskau, Kiew) unter Einsatz von starken Panzergruppierungen die Hauptkr√§fte der Roten Armee im Westen der UdSSR zu zerschlagen und das sowjetische Territorium in einem ¬ĽBlitzkrieg¬ę bis zur Linie Archangelsk-Astrachan zu besetzen. Die milit√§rischen Vorbereitungen f√ľr das Unternehmen ¬ĽBarbarossa¬ę sollten bis zum 15. 5. 1941 abgeschlossen sein, aber am 30. 4. 1941 musste der durch den Balkanfeldzug verz√∂gerte Beginn des Angriffs auf den 22. 6. 1941 verschoben werden.
 
Deutsche Milit√§rs gingen in Verkennung des tats√§chlichen sowjetischen Potenzials davon aus, den Krieg gegen die UdSSR noch vor Einbruch des Winters beenden zu k√∂nnen. Hitler und die nationalsozialistische F√ľhrung planten den Krieg gegen die Sowjetunion als ¬ĽVernichtungskampf¬ę gegen das ¬Ľj√ľdisch-bolschewistische System¬ę, als einen ¬ĽKrieg zweier Weltanschauungen¬ę f√ľr die Umsetzung des Programms zur Gewinnung von ¬ĽLebensraum im Osten¬ę, das die brutale ¬ĽGermanisierung¬ę der eroberten Gebiete (zwangsweise Umsiedlung gro√üer Teile der slawischen Bev√∂lkerung unter Einplanung hoher Verluste, Ermordung der Juden durch Einsatzgruppen) und die territoriale Zerst√ľckelung des Landes vorsah. Deshalb waren die milit√§rischen Planungen begleitet von Befehlen und vorbereitenden Ma√ünahmen zur wirtschaftlichen Auspl√ľnderung des eroberten sowjetischen Territoriums (Schaffung des Wirtschaftsstabes z. b. V. ¬ĽOldenburg¬ę, sp√§ter Wirtschaftsstab Ost) und zur ¬ĽNeuordnung¬ę Osteuropas (Ausarbeitung von Grundlagen f√ľr den Generalplan Ost). Hitler forderte, dass im Ostkrieg ¬Ľvom Standpunkt des soldatischen Kameradentums ab(zu)r√ľcken¬ę sei. Der Kommissarbefehl vom 6. 6. 1941 ordnete die Vernichtung der kommunistischen F√ľhrungsschicht an. Ein Erlass Hitlers vom 13. 5. 1941 zur Kriegsgerichtsbarkeit bestimmte, dass f√ľr Handlungen der deutschen Soldaten gegen feindliche Zivilpersonen ¬Ľkein Verfolgungszwang (besteht), auch dann nicht, wenn die Tat zugleich ein milit√§risches Verbrechen oder Vergehen ist¬ę. Damit war die Einbeziehung der Wehrmacht in nationalsozialistischen Verbrechen in den zu erobernden Ostgebieten vorprogrammiert. Diese sollten in mehrere Reichskommissariate gegliedert werden.
 
Japan sollte auf Befehl Hitlers nicht √ľber den bevorstehenden Angriff auf die UdSSR unterrichtet, jedoch in seinen Expansionsbestrebungen in Richtung S√ľdostasien best√§rkt werden.
 
Der Krieg Japans in Ostasien:
 
Das an Rohstoffen arme Japan hatte in seinem Bestreben, zur Vormacht einer gro√üostasiatischen ¬ĽNeuen Ordnung¬ę aufzusteigen, bis 1941 fast ein Drittel Chinas besetzt. Der von den USA unterst√ľtzte chinesische Widerstand und die Gefahr eines gr√∂√üeren Konflikts mit der UdSSR (u. a. von Mai bis September 1939 K√§mpfe mit sowjetischen Truppen an der mandschurisch-mongolischen Grenze) veranlassten die Japaner jedoch, sich st√§rker nach S√ľden zu wenden. Dem durch die Niederlage gegen Deutschland geschw√§chten Frankreich nahmen sie im September 1940 das n√∂rdliche Indochina ab. Durch einen Nichtangriffsvertrag mit der UdSSR (13. 4. 1941 hielt Japan sich den R√ľcken frei f√ľr eine weitere Expansion in den rohstoffreichen S√ľden und den Pazifik; ab 24. 7. 1941 wurde S√ľd-Indochina besetzt. Damit war im innerjapanischen Konflikt zwischen der Marine, die in den Pazifik strebte, und der Heeresf√ľhrung, die den Vorsto√ü in China und in Richtung Sibirien bevorzugte, die Entscheidung gefallen.
 
Die Ausweitung zum Weltkrieg 1941
 
Der deutsche Angriff auf die UdSSR: Am 22. 6. 1941 zwischen 3 Uhr und 3 Uhr 30 fiel die Wehrmacht ohne vorherige Kriegserkl√§rung und unter Bruch des Nichtangriffspaktes in die Sowjetunion ein. Das deutsche Ostheer unter dem Befehl von Generalfeldmarschall W. von Brauchitsch umfasste 3,05 Mio. Soldaten (153 Divisionen, d. h. rd. 75 % des Feldheeres) mit 3 580 Panzern; hinzu kamen Luftwaffenkr√§fte mit 3 904 Flugzeugen (davon 70 % einsatzbereit). Rum√§nien, Ungarn, Italien, die Slowakei und die Blaue Division aus Spanien schlossen sich dem Angriff an; auch Finnland trat am 26. 6. in den Krieg gegen die UdSSR ein (¬ĽFortsetzungskrieg¬ę) und k√§mpfte f√ľr die Wiedergewinnung der nach dem Winterkrieg abgetretenen Gebiete. Die Verb√ľndeten stellten 600 000 Mann mit 900 Flugzeugen. Die Ausr√ľstung der Verb√§nde glich einem ¬ĽFlickenteppich¬ę. Die f√ľr den Russlandfeldzug aufgestellten R√ľstungspl√§ne konnten nicht eingehalten werden. In gro√üer Zahl musste Beutematerial zur Ausstattung der Wehrmachtsverb√§nde eingesetzt werden, f√ľr das es keinen Nachschub und kaum Ersatzteile gab. Bedenken wegen der unzureichenden Ausr√ľstung und geringer Nachschubm√∂glichkeiten erhielten kein Gewicht, weil die nationalsozialistische F√ľhrung (Hitler hatte am 24. 6. 1941 sein F√ľhrerhauptquartier in der Wolfsschanze bei Rastenburg bezogen) mit einer schnellen Kriegsentscheidung rechnete, die es m√∂glich machen sollte, in der R√ľstungsindustrie die notwendigen Voraussetzungen f√ľr die danach anvisierte Weiterf√ľhrung des Kampfes gegen Gro√übritannien zu schaffen. Die Umstellung auf den See-/Luftkrieg begann bereits, als die gr√∂√üte milit√§rische Landoperation gerade erst eingesetzt hatte, d. h. die deutschen Ostarmeen mussten den Feldzug aus ihrer Substanz f√ľhren.
 
Die deutsche Absicht, die Masse der sowjetischen Truppen an der europ√§ischen Front (etwa 4,7 Mio. Soldaten) in einem weiteren Blitzkrieg zu schlagen, wurde dadurch beg√ľnstigt, dass Stalin trotz gegenteiliger Anzeichen und Warnungen (u. a. durch R. Sorge) bis zuletzt nicht mit einem deutschen √úberfall zu diesem Zeitpunkt gerechnet und die Umstrukturierung seiner Armee nicht beendet hatte; zudem war das Gros der Offiziere der Roten Armee w√§hrend der blutigen S√§uberungen (Gro√üe Tschistka) 1937/38 ermordet oder inhaftiert worden. Allerdings f√ľhrte Hitler mit dem Angriff auf die Sowjetunion das nationalsozialistische Deutschland in einen Zweifrontenkrieg. Die deutsch-sowjetische Front entwickelte sich in der Folgezeit zur Hauptfront des Zweiten Weltkriegs.
 
Aus Hitlers √∂ffentlichen Proklamationen am 22. 6. 1941 zur Begr√ľndung des √úberfalls - er sei einem geplanten Angriff Stalins nur zuvor gekommen (¬ĽPr√§ventivkrieg¬ę) - ist eine Debatte entstanden, die noch in der Gegenwart gef√ľhrt wird. Obwohl auch die Auswertung j√ľngst erschlossener sowjetischer Dokumente keinen stichhaltigen Beweis daf√ľr erbracht hat, dass die Rote Armee 1941 zum √úberfall auf Deutschland aufmarschiert war, gibt es immer wieder Spekulationen √ľber die Absichten Stalins, der tats√§chlich im Mai 1941 von seinem Generalstab aufgefordert worden war, dem erkennbaren deutschen Aufmarsch durch einen Pr√§ventivschlag der eigenen Streitkr√§fte zu begegnen und damit die Verteidigungsposition zu verbessern. Stalin reagierte aber nicht darauf und hielt offenbar die deutschen Truppenbewegungen f√ľr ein Erpressungsman√∂ver. Bis zuletzt wartete er auf Angebote Hitlers f√ľr ein neues Arrangement, lieferte kriegswichtige Waren nach Deutschland und leugnete gegen√ľber der Bev√∂lkerung und der Armee seines Landes die drohende Gefahr. Die grenznahe Aufstellung der Roten Armee, die am 22. 6. v√∂llig √ľberrascht wurde, hat jedenfalls den deutschen √úberfall beg√ľnstigt und die gro√üen Anfangserfolge der Wehrmacht erm√∂glicht.
 
Der Angriff ging von drei Heeresgruppen aus: S√ľdlich der Pripjets√ľmpfe stie√ü die Heeresgruppe S√ľd (von Rundstedt) mit der Panzergruppe 1 (E. von Kleist) und der 6. und 17. Armee aus der Gegend s√ľd√∂stlich von Lublin und aus Galizien auf Kiew-Winniza vor (seit Juli unterst√ľtzt von der rum√§nisch-deutschen Armeegruppe Antonescu); sie vernichtete bis zum 7./8. 8. 1941 starke, im Raum von Uman eingekesselte sowjetische Kr√§fte und besetzte bis Ende August (25. 8. Einnahme von Dnjepropetrowsk) den ganzen Dnjeprbogen. Die n√∂rdlich des Pripjet auf Smolensk vorgehende Heeresgruppe Mitte (von Bock) schloss durch den Vorsto√ü der Panzergruppen 2 (Guderian) und 3 (Hermann Hoth, * 1885, ‚úĚ 1971) von Brest-Litowsk und Goldap auf Minsk und durch Zangenangriff der 4. und 9. Armee mehr als 40 sowjetische Divisionen im Raum BiaŇāystok-Nowogr√≥dek ein und zerschlug sie bis zum 9. 7. 1941 (324 000 Gefangene). Nach der Einnahme von Smolensk (16. 7.) vernichtete sie Anfang August in einer weiteren Umfassungsschlacht sowjetischer Armeen zwischen Orscha und Witebsk (310 000 Gefangene); ihr rechter Fl√ľgel dr√§ngte zum Gegenangriff vorgegangene sowjetische Truppen in der Schlacht bei Gomel (9.-19. 8.) √ľber die Desna zur√ľck. Bei der Heeresgruppe Nord (von Leeb) stie√ü die Panzergruppe 4 (E. Hoepner) von Tilsit √ľber D√ľnaburg und Pleskau auf die Luga vor. Die 16. Armee deckte ihre rechte Flanke durch Vorgehen √ľber D√ľnaburg-Opotschka bis Cholm und zum Ilmensee. Die 18. Armee besetzte am 1. 7. Riga und drang mit dem rechten Fl√ľgel √ľber Pleskau auf Narwa, mit dem linken durch Lettland und Estland bis zum Finnischen Meerbusen vor (Anfang August bei Tallinn erreicht).
 
Die Finnen unter Marschall C.-G. von Mannerheim eroberten Wyborg (29. 8. 1941) und die Karel. Landenge zur√ľck und drangen in Ost-Karelien bis zum Swir und Onegasee und von Mittelfinnland aus mit deutschen Truppen gegen die Murmanbahn vor.
 
In der Kesselschlacht bei Kiew (September 1941) geriet ein Großteil der von Marschall S. M. Budjonnyj befehligten sowjetischen Truppen in Gefangenschaft (rd. 665 000 Soldaten). Kiew wurde am 19. 9. von deutschen Truppen besetzt, bald darauf Charkow.
 
Der Wehrmacht und den an ihrer Seite k√§mpfenden Einheiten der Waffen-SS folgten vier Einsatzgruppen (rd. 3 000 Mann), die sofort damit begannen, die j√ľdische Bev√∂lkerung in den besetzten Gebieten systematisch zu ermorden (u. a. Babij Jar). Es wurden zwei - locker dem ¬ĽReichsministerium f√ľr die besetzten Ostgebiete¬ę (A. Rosenberg) unterstellte - ¬ĽReichskommissariate¬ę gebildet: ¬ĽOstland¬ę (Baltische L√§nder und Wei√ürussland) sowie ¬ĽUkraine¬ę. Waren die eindringenden deutschen Soldaten anfangs v. a. im Baltikum und in der Ukraine von Teilen der Bev√∂lkerung als Befreier von der stalinistischen Gewaltherrschaft angesehen worden, sodass sich eine gr√∂√üere Zahl zur Kollaboration bereit fand und sich sogar zum Teil am Genozid an den Juden in den Reihen der Hilfspolizei beteiligte oder in Freiwilligenformationen auf deutscher Seite k√§mpfte, so f√ľhrte die sich versch√§rfende deutsche Gewaltpolitik (u. a. Zwangsrekrutierung von Arbeitskr√§ften) in den eroberten Gebieten dazu, dass der Widerstand auch unter den nichtrussischen Nationalit√§ten zunahm und Ans√§tze, diese als Verb√ľndete gegen das kommunistische System zu gewinnen, zunichte gemacht wurden. Zudem reagierte die sowjetische F√ľhrung auf jeden Ansatz beziehungsweise nur die M√∂glichkeit einer Zusammenarbeit mit der deutschen Besatzungsmacht, indem sie z. B. unter dem zu Unrecht erhobenen Vorwurf kollektiver Kollaboration ganze V√∂lker (1941 die Wolgadeutschen, 1944 eine Reihe kaukasischer Bergv√∂lker) nach Zentralasien beziehungsweise Sibirien deportieren und deren nationale Gebietseinheiten (ASSR oder √Ąhnlichen) aufl√∂sen lie√ü. Stalin, der den Vorsitz des am 30. 6. 1941 gebildeten ¬ĽStaatlichen Verteidigungskomitees¬ę √ľbernahm, setzte bei der Organisation der Landesverteidigung auf den Sowjetpatriotismus (Propagierung des ¬ĽGro√üen Vaterl√§ndischen Krieges¬ę).
 
Das sowjetisch-japanische Nichtangriffsabkommen erlaubte der Regierung der UdSSR, Verst√§rkungen aus dem Osten heranzuf√ľhren. Es gelang ihr au√üerdem, mehr als 1 500 Industriebetriebe und etwa 10 Mio. Menschen rechtzeitig vor der herannahenden Front in den Osten zu evakuieren.
 
Die stark strapazierten deutschen Truppen litten hingegen zunehmend unter Versorgungsschwierigkeiten. Trotzdem verwarf Hitler im August 1941 den Rat des Oberkommandos des Heeres (OKH), die Kr√§fte zusammenzufassen und die Entscheidung im Vorsto√ü auf das Zentrum Moskau zu suchen. Statt dessen befahl er zun√§chst den Vorsto√ü auf Leningrad im Norden und die Besetzung der Ukraine im S√ľden (zeitweilige Einnahme von Rostow am Don 21.-28. 11.). Am 18. 8. nahmen die deutschen Truppen Narwa ein. Am 8. 9. 1941 wurde Leningrad von allen Landverbindungen abgeschnitten (Blockade); in den fast 900 Tagen der Belagerung der Stadt (bis 27. 1. 1944) starben Hunderttausende an Hunger, Seuchen, Erfrierungen, Luft- und Artilleriebombardements. Der Angriff auf Moskau (Unternehmen ¬ĽTaifun¬ę) verz√∂gerte sich (abgesehen von einem ersten Vorsto√ü der von Guderian befehligten Panzergruppe am 30. 9. in Richtung Orel-Brjansk) bis zum 2. 10. Die Heeresgruppe Mitte schlug nachfolgend die den Raum von Moskau deckenden Armeen von Marschall S. K. Timoschenko in gro√üen Kesselschlachten um Brjansk und Wjasma (2.-20. 10.; 673 000 Gefangene) und drang bis Kalinin (14. 10.) sowie Klin (90 km nordwestlich von Moskau, 23. 11.) vor. Die Offensive der weder auf die herbstliche Schlammperiode noch auf den rasch einbrechenden Winter vorbereiteten deutschen Truppen, die zudem ersch√∂pft waren und sich mit dem Versagen der Motoren sowie ihrer automatischen Waffen konfrontiert sahen, blieb dann etwa 30 km vor der sowjetischen Hauptstadt stecken, aus der sich am 16. 10. die Regierung, nicht aber Stalin, zur√ľckzog. Durch eine am 5./6. 12. beginnende Gegenoffensive entlastete die Rote Armee Moskau. Am 16. 12. gab Hitler den ¬ĽHaltebefehl¬ę zum ¬Ľfanatischen Widerstand¬ę in z√§h zu verteidigenden ¬ĽIgelstellungen¬ę; am 19. 12. √ľbernahm er selbst den Oberbefehl √ľber das Heer anstelle von Brauchitschs, der den R√ľckzug in g√ľnstigere Winterstellungen bef√ľrwortet hatte. Das Scheitern der Blitzkriegsstrategie vor Moskau bedeutete die entscheidende Wende f√ľr Hitlers gesamten Kriegsplan. Die Rote Armee hatte zwar Niederlagen und schwere Einbu√üen erlitten (bis Mitte Oktober allein mehr als 3 Mio. Soldaten als Gefangene, von denen sp√§ter ein gro√üer Teil in deutschen Lagern oder Konzentrationslagern starb), verf√ľgte aber weiter √ľber gro√üe Reserven und war wesentlich leistungsf√§higer und besser ausger√ľstet als angenommen (Kampfpanzer T 34, Stalinorgel). Die Wehrmacht verzeichnete auf dem √∂stlichen Kriegsschauplatz bis zum 1. 12. 1941 rd. 162 000 Tote, 33 000 Vermisste und 572 000 Verwundete (ein Viertel ihres urspr√ľnglichen Bestandes). Am 10. 1. 1942 verlegte Hitler das Schwergewicht der deutschen R√ľstung wieder auf das Heer zur√ľck. A. Speer, nach dem Tod F. Todts am 8. 2. 1942 zum Minister f√ľr Bewaffnung und Munition ernannt, begann mit der systematischen Steigerung der R√ľstungsproduktion, die erst jetzt auf v√∂llige Aussch√∂pfung der Kapazit√§ten zielte (H√∂hepunkt 1944).
 
Im Januar und Februar 1942 stie√üen sowjetische Truppen bis n√∂rdlich Smolensk und nach Westen bis Welikije Luki vor. Bei der Heeresgruppe Nord musste die am 8. 11. bis Tichwin gelangte 16. Armee Mitte Dezember hinter den Wolchow zur√ľckweichen. Im S√ľden konnten sowjetische Truppen Ende Dezember die Halbinsel Kertsch wieder nehmen und im Januar 1942 bei Isjum in die deutsche Front einbrechen. Mitte Januar 1942 wurden Generalfeldmarschall von Leeb und der pl√∂tzlich verstorbene von Reichenau durch Generaloberst G. von K√ľchler und Generalfeldmarschall von Bock ersetzt, an dessen Stelle Generalfeldmarschall G. von Kluge die Heeresgruppe Mitte f√ľhrte.
 
Parallel zur milit√§rischen Entwicklung erreichte die Vernichtungsstrategie gegen die Juden u. a. angeblich rassisch ¬ĽMinderwertige¬ę wie Zigeuner, an der Hitler unbeirrt festhielt, ihren H√∂hepunkt: Nach dem Beginn der Mordaktionen an den Juden mit dem Angriff auf die UdSSR (u. a. Massenerschie√üungen) entstanden ab Herbst 1941 die Vernichtungslager im besetzten Polen. Im November 1941 waren die organisatorischen Planungen zur Verwirklichung der ¬ĽEndl√∂sung¬ę abgeschlossen und wurden auf der Wannseekonferenz (20. 1. 1942 mit den beteiligten Dienststellen abgestimmt.
 
Die Entstehung der Anti-Hitler-Koalition:
 
Hitlers Angriff auf die UdSSR brachte die gro√üe Gegenallianz, die Anti-Hitler-Koalition, zustande, die bis dahin an der Divergenz der Interessen der M√§chte gescheitert war. Am 12. 7. 1941 wurde ein britisch-sowjetisches Abkommen √ľber Hilfeleistungen unterzeichnet, das einen Separatwaffenstillstand oder Separatfrieden ausschloss. Am 25. 8. 1941 r√ľckten britische und sowjetische Truppen in Iran ein und stellten eine Verbindung her, √ľber die - neben den nordrussischen H√§fen Murmansk und Archangelsk - Hilfeleistungen in die UdSSR gesandt werden konnten; persische Zwangsarbeiter mussten zu diesem Zweck zwischen Abadan und der S√ľdk√ľste des Kaspischen Meeres eine Stra√üe bauen. Ab August 1941 lieferten die USA Kriegsmaterial an die UdSSR, am 6. 11. 1941 konnte Roosevelt die UdSSR in das Lend-Lease-System einbeziehen.
 
Um m√∂glichen deutschen Landungen zuvorzukommen, besetzten die USA am 7. 7. 1941 Island und im September 1941 Gr√∂nland. Einen Zwischenfall im Atlantik hatte der amerikanische Pr√§sident genutzt, um am 11. 9. 1941 den Schie√übefehl gegen Schiffe der Achsenm√§chte zu erteilen, die sich in Seegebiete wagten, deren Schutz f√ľr die amerikanische Sicherheit als notwendig erachtet wurde. In der Atlantikcharta (14. 8. 1941 hatten sich Roosevelt und Churchill bereits vor dem Kriegseintritt der USA auf ein Kriegszielprogramm, auf die Befreiung der unterdr√ľckten Nationen, geeinigt. Auch stand die Strategie des ¬ĽGermany first¬ę im Fall eines Zwei-Ozean-Krieges gegen Deutschland und Japan seit dem britisch-amerikanischen ¬ĽABC-1 Staff Agreement¬ę vom 27. 3. 1941 fest.
 
Die Entscheidung zur Ausweitung des Krieges zum Weltkrieg im Wortsinn fiel mit der Zuspitzung des Konflikts zwischen Japan und den USA, die durch die japanische Besetzung S√ľd-Indochinas ihre wirtschaftlichen Interessen auf dem asiatisch-pazifischen Markt und ihren strategischen Vorposten auf den Philippinen bedroht sahen. Am 26. 7. 1941 froren die USA, Gro√übritannien und die Niederlande die japanischen Bankguthaben ein und verh√§ngten ein √Ėlembargo. Die dessen ungeachtet zun√§chst fortgef√ľhrten japanisch-amerikanischen Geheimverhandlungen (ab Mai 1941) √ľber einen Modus Vivendi scheiterten jedoch endg√ľltig am 26. 11. 1941 mit der amerikanischen Forderung, Japan solle sich aus ganz Indochina und China zur√ľckziehen. Am 1. 12. 1941 entschied sich der japanische Kronrat endg√ľltig zum Krieg gegen die USA, Gro√übritannien und die Niederlande.
 
Der japanische Angriff auf die USA:
 
Den √úberfall japanischer Tr√§gerflugzeuge auf die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor am 7. 12. 1941, durch den acht amerikanischen Schlachtschiffe, au√üerdem mehrere Kreuzer und Zerst√∂rer vernichtet oder schwer besch√§digt wurden (zus√§tzlich Ausschaltung von 188 amerikanischen Flugzeugen), beantworteten die USA mit der Kriegserkl√§rung an Japan (8. 12.); eine Gegenaktion gegen die zur Eroberung S√ľdostasiens ansetzenden Japaner war jedoch zun√§chst unm√∂glich. Deutschland und Italien erkl√§rten am 11. 12. 1941 den USA den Krieg; Hitler verband damit die Hoffnung, einen raschen Sieg √ľber Japan zu verhindern, das Vorgehen der Alliierten gegen Deutschland hinauszuz√∂gern und doch noch das Ziel seines Ostkriegs zu verwirklichen. Damit lagen die gro√üen politischen Fronten des Krieges fest. Es standen sich nun die Dreierpaktm√§chte (Achsenm√§chte) und die Anti-Hitler-Koalition, der sich mit der Kriegserkl√§rung an Deutschland (9. 12.) auch die in Chongqing residierende Regierung unter Chiang Kai-shek angeschlossen hatte, gegen√ľber. Jedoch wahrten Japan und die UdSSR den zwischen ihnen vereinbarten Neutralit√§tsvertrag. Alle Bem√ľhungen der japanischen Regierung um einen deutsch-sowjetischen Separatfrieden scheiterten an Hitlers Ablehnung.
 
Der Krieg in Ostasien und im Pazifik (Ende 1941 bis 1942)
 
Die Eroberung S√ľdostasiens durch die Japaner vollzog sich rasch. √úber Thailand, das ab dem 7. 12. 1941 besetzt und im Januar 1942 zur Kriegserkl√§rung an die USA und Gro√übritannien gezwungen wurde, drangen sie an die Ostk√ľste von Malaya (8. 12. 1941) und nach Birma vor (Einnahme von Rangun am 8. 3. 1942). Die Versenkung zweier britischen Schlachtschiffe am 10. 12. 1941 machte den Weg frei zur Eroberung von Singapur (15. 2. 1942. Eingenommen wurden von den Japanern in den ersten Wochen auch Guam (10. 12.), Wake (23. 12.), Hongkong (25. 12.) und der gr√∂√üte Teil der Philippinen (Landung auf Luzon am 10. 12. 1941, Kapitulation amerikanischer Truppen in Baatan am 9. 4. 1942). Nur die Felseninsel Corregidor in der Manilabucht hielt sich bis zum 6. 5. 1942. Die Eroberung Birmas bedrohte Indien und beraubte China seiner einzigen Nachschublinie (Birmastra√üe). Nach Sumatra und Bali ging auch Java verloren (25. 2.-9. 3. 1942). Mit dem neutralen Portugiesisch-Timor und mit den Molukkeninseln Amboina und Ceram erhielten die Japaner Luftbasen gegen Nordaustralien. Nachdem sie sich Ende Januar auf dem Bismarckarchipel (Rabaul, 23. 1.), dem S√ľdostzipfel Neuguineas und auf Bougainville und im Fr√ľhjahr auf den s√ľdlichen Salomoninseln festgesetzt hatten, kam ihr Vordringen nach S√ľden zum Stillstand (Schlacht in der Korallensee, 4.-8. 5.1942, erste See-Luft-Schlacht in der Milit√§rgeschichte [H√∂hepunkt 7./8. 5.]). Im Norden bem√§chtigten sich die Japaner am 7. 6. der Aleuteninseln Kiska und Attu. Mitte 1942 herrschte Japan √ľber ein Gebiet mit 450 Mio. Menschen. Damit hatte es auch die Rohstoffquellen gewonnen, die es f√ľr eine l√§ngere Kriegf√ľhrung ben√∂tigte. Sein Kriegsplan lief darauf hinaus, nun zur Defensive √ľberzugehen und die zu erwartenden amerikanischen und britischen Gegenangriffe abzuwehren, bis sich die Chance zu einem Frieden bot. Ein √ľberraschender amerikanischer Luftangriff auf Tokio (18. 4. 1942 veranlasste Japan, die Sicherungslinie doch bis zu den Midway-Inseln vorzuverlegen. In der See- und Luftschlacht bei diesen Inseln (3.-7. 6. 1942) scheiterte jedoch die Absicht der Japaner, dort zu landen und die amerikanische Einsatzflotte zur Entscheidungsschlacht zu zwingen. Die Japaner verloren vier Flugzeugtr√§ger, die Amerikaner nur einen. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg der USA hatte die Entschl√ľsselung des japanischen Funkverkehrs (¬ĽMagic¬ę). Damit war auf dem pazifischen Kriegsschauplatz eine Wende eingetreten, die es den Amerikanern erm√∂glichte, zur Strategie des ¬ĽInselspringens¬ę √ľberzugehen, um sich Zug um Zug an das japanische Mutterland heranzutasten.
 
War es bereits bei der Eroberung der ostchinesischen Gebiete durch japanische Truppen immer wieder zu Gewaltexzessen gekommen (u. a. nach der Einnahme Nankings im Dezember 1937, wo die Massaker an der Zivilbev√∂lkerung etwa 200 000 Tote forderten), vollzog sich auch die Okkupation der s√ľdostasiatischen Territorien unter Einsatz brutaler Mittel. Konnten die Japaner in einer Reihe ehemaliger europ√§ischer Kolonien ihr milit√§risches Vorr√ľcken noch als Befreiung der asiatischen V√∂lker von der Herrschaft des ¬Ľwei√üen Mannes¬ę verbr√§men und sich bei der Errichtung ihrer Besatzungsordnung auf einheimische nationalistische Kreise st√ľtzen, so verst√§rkte sich angesichts der selbstherrlichen, von nationaler Arroganz gepr√§gten Regime der japanischen Milit√§rs, ihrer verfehlten Wirtschaftspolitik, die schlie√ülich gegen Ende des Krieges zu schweren Hungersn√∂ten f√ľhrte und die mit der Zwangsaushebung von Arbeitskr√§ften verbunden war, die Ablehnung der Neuordnung Ostasiens als ¬ĽGro√üostasiatische Wohlstandssph√§re¬ę. Insbesondere in China, wo der Krieg nach Sch√§tzungen 1937-45 etwa 20 Mio. Opfer forderte, regte sich der Widerstand in Form v. a. schlagkr√§ftiger kommunistischer Partisanenverb√§nde, gegen die die kaiserliche Armee in ¬ĽS√§uberungsaktionen¬ę mit besonderer Grausamkeit vorging (nach dem Grundsatz: ¬ĽAlles niederbrennen, alles niedermetzeln, alles auspl√ľndern¬ę). Dabei kam es zu zahlreichen Kriegsverbrechen; ungez√§hlte chinesische Gefangene starben in japanischen Lagern an Hunger, unmenschliche Arbeiten, wurden ermordet oder gingen an Menschenversuchen zugrunde. Ein schweres Schicksal ereilte auch die alliierten Kriegsgefangenen, von denen viele nicht √ľberlebten; etwa 16 000 von ihnen starben beim Bau einer Eisenbahnstrecke durch den Dschungel, deren bekanntester Teil die ¬ĽBr√ľcke am Kwai¬ę in Thailand wurde. Auch wurden Hunderttausende koreanische, chinesische, philippinische und indonesische Frauen zur Zwangsprostitution in japanischen Milit√§rbordellen als ¬ĽTr√∂sterinnen¬ę gezwungen. Erst am Ende seiner Besatzungsherrschaft f√∂rderte Japan die Bildung unabh√§ngiger Regierung (Birma 1943, Indonesien und Vietnam 1945).
 
W√§hrend des japanischen Vordringens war es am 18. 1. 1942 zu einer Abgrenzung von Operationszonen zwischen Deutschland und Japan gekommen. Trennlinie war der 70. L√§ngengrad, der den gr√∂√üten Teil Indiens und den Indischen Ozean √∂stlich von Madagaskar in den japanischen Operationsbereich fallen lie√ü. Zu einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen den deutschen und den japanischen Streitkr√§ften kam es jedoch nicht. Hitler lehnte die vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine E. Raeder f√ľr ein Zusammenwirken mit den Japanern geforderte Schwerpunktverlagerung der deutschen Kriegf√ľhrung in den Mittelmeerraum und in den Nahen Osten ab und hielt am Vorrang der Niederringung der UdSSR fest.
 
Der Krieg in Europa und Nordafrika bis zu seiner militärischen Wende
 
Strategische Pl√§ne der Anti-Hitler-Koalition: Nach dem Kriegseintritt der USA verbanden sich diese und Gro√übritannien zu enger strategischen Planung und Kriegf√ľhrung. Beim ersten Aufenthalt Churchills in Washington, D. C. (22. 12. 1941 bis 14. 1. 1942), wurde das Gremium der ¬ĽCombined Chiefs of Staff¬ę geschaffen, eine gemeinsame Einrichtung der britischen und amerikanischen Vereinigten Generalst√§be; dar√ľber hinaus wurden die f√ľr die Jahre 1942-44 grundlegenden strategischen Entscheidungen bekr√§ftigt: Deutschland blieb der Hauptgegner, dessen Ausschaltung auch Japans Zusammenbruch beschleunigen w√ľrde. Anl√§sslich des zweiten Zusammentreffens in Washington (Juni 1942) beschlossen beide die Landung in Nordafrika. Ausgangsbasis f√ľr die Offensive gegen Deutschland blieb - neben der Ostfront - die britische Insel. Eine erfolgreiche Landung auf dem Kontinent erforderte freilich umfangreiche Vorbereitungen an Material und Personal (Eintreffen der ersten amerikanischen Truppen in Nordirland am 26. 1. 1942). Am 19. 8. 1942 scheiterte eine als Erkundungsunternehmen durchgef√ľhrte britisch-kanadische Landeoperation bei Dieppe. Seit September 1941 forderte Stalin zur Entlastung der Roten Armee die Errichtung einer zweiten Front, eine Ma√ünahme, die ihm nach Kriegseintritt der USA von den Westm√§chten zun√§chst f√ľr 1942, dann f√ľr 1943 versprochen wurde. W√§hrend dieser Zeit trug die UdSSR an einer zeitweilig bis zu 3 500 km breiten Front die Hauptlast des Krieges gegen Deutschland. Allerdings konnte sie ihre Kr√§fte auf diese eine Aufgabe konzentrieren, w√§hrend die Westm√§chte auf vielen weit auseinander liegenden Kriegsschaupl√§tzen zur See, in der Luft und zu Land gleichzeitig engagiert waren. Da sie ihren Nachschub weltweit organisieren mussten, waren die Aktivit√§ten in den einzelnen Kampfgebieten voneinander abh√§ngig.
 
Der See- und Luftkrieg:
 
Seit dem Wegfall der durch die Nichtkriegf√ľhrung der USA gesetzten Schranken nahmen zun√§chst die Erfolge der deutschen U-Boot-Kriegf√ľhrung gegen die westlichen Alliierten zu. Nach einer letzten Steigerung der deutschen Versenkungsziffern von August 1942 bis M√§rz 1943 zeichnete sich jedoch eine Wende ab; die alliierten Neubauten von Handelsschiffen lagen ab M√§rz 1943 h√∂her als ihre Verluste auf diesem Gebiet. Seitdem stiegen zugleich die deutschen U-Boot-Verluste derart an (v. a. im Mai 1943: 38 Boote), dass der Befehlshaber der U-Boote (und Nachfolger Raeders als Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ab 31. 1. 1943), K. D√∂nitz, am 24. 5. 1943 die Bek√§mpfung der alliierten Geleitz√ľge im Atlantik abbrach. Die deutsche √úberwasserkriegf√ľhrung war bereits seit der Versenkung des Schlachtschiffs ¬ĽBismarck¬ę (27. 5. 1941 praktisch zu Ende gegangen. Eine wichtige Rolle bei der deutschen Niederlage im U-Boot-Krieg spielte ¬ĽUltra¬ę, der erfolgreiche Versuch der Briten, den deutschen Funkcode zu entschl√ľsseln. Obwohl die Reichsf√ľhrung √ľberzeugt war, mit der Enigma¬Ľ ein absolut sicheres Verschl√ľsselungsger√§t f√ľr die geheimsten Funkspr√ľche von Wehrmacht und SS zu besitzen, war es dem polnischen Geheimdienst schon 1939 gelungen, das Ger√§t nachzubauen und den Briten zu √ľbergeben. Durch aufwendige Bem√ľhungen einer Spezialistengruppe in Bletchley Park (britische Abh√∂rzentrale nordwestlich von London) konnten bereits ab Mai 1940 deutsche Funkspr√ľche dechiffriert werden. Die Alliierten besa√üen damit einen wichtigen Vorteil in der Kriegf√ľhrung (ein noch bis in die 1970er-Jahre von Gro√übritannien geh√ľtetes Geheimnis).
 
Die gegen die deutschen St√§dte gef√ľhrten britischen Luftangriffe nahmen, nachdem Arthur Travers Harris (* 1892, ‚úĚ 1984) im Februar 1942 Chef des britischen ¬ĽBomber Command¬ę geworden war, mit dem √úbergang zu Fl√§chenbombardierungen den Charakter von Terrorangriffen an (L√ľbeck 28./29. 3. 1942, erster 1 000-Bomber-Angriff auf K√∂ln 30./31. 5. 1942), ohne allerdings die angestrebte psychologische Wirkung auf die deutsche Bev√∂lkerung zu erzielen. Seit Mitte 1943 nahm die alliierte Luftoffensive st√§ndig an Wucht zu. Die britische Kriegf√ľhrung behielt ihren Schwerpunkt, Angriff auf deutsche Gro√üst√§dte, bei; u. a. wurden Hamburg (24.-30. 7. 1943: 30 000 Tote) und Berlin (18. 11.-3. 12.1943: 27 000 Tote) besonders schwer getroffen. Ab Fr√ľhjahr 1944 verlagerte sich unter dem Einfluss der Amerikaner das Schwergewicht der Luftangriffe auf die Zerst√∂rung der deutschen Treibstoff-, Luftr√ľstungs- und Kugellagerindustrie. Auch das rum√§nische Erd√∂lgebiet wurde ab 5. 4. 1944 systematisch angegriffen. Ein rapider R√ľckgang der Produktion war die Folge. Speer erkl√§rte Hitler, der Krieg sei damit produktionsm√§√üig verloren.
 
Die Wende in Nordafrika:
 
Im Mittelmeerraum √§nderte sich im Winter 1941/42 zun√§chst die Situation zu deutschen Gunsten, nachdem die Briten gezwungen waren, einen betr√§chtlichen Teil ihrer Kr√§fte nach S√ľdostasien abzuziehen, um die Japaner am weiteren Vordringen zu hindern. Die zwischen Ende November 1941 und Anfang Januar 1942 bis zur Gro√üen Syrte zur√ľckgedr√§ngten deutsch-italienischen Truppen unter Rommel konnten wieder bis in den Raum westlich von Tobruk vorr√ľcken (5. 2. 1942 und eine gr√∂√üere Offensive f√ľr den Sommer vorbereiten. Die am 26. 5. 1942 begonnene Offensive der Armee Rommel war zun√§chst √ľberraschend erfolgreich verlaufen (21. 6. Kapitulation von Tobruk), blieb jedoch dann am 30. 6. vor El-Alamein westlich von Alexandria stecken. Eine Fortsetzung der Offensive in Richtung Kairo und Suezkanal musste am 2. 9. abgebrochen werden.
 
Die sichtbare Wende auf den europ√§isch-afrikanischen Schaupl√§tzen trat im Oktober/November 1942 ein. Am 23. 10. begann die 8. britische Armee (B. L. Montgomery) den Gro√üangriff gegen die Armee Rommel, die die El-Alamein-Stellung vom 2. 11. an aufgab, in Etappen nach Westen auswich und sich so der v√∂lligen Vernichtung entzog. Ende November 1942 stand sie wieder an der Gro√üen Syrte. Inzwischen war am 7./8. 11. eine amerikanisch-britische Gro√ülandung in Marokko und Algerien unter dem Oberbefehl von D. D. Eisenhower (Operation ¬ĽTorch¬ę) erfolgt. Damit war der Mittelmeerraum von den Westalliierten zu einer Abnutzungsschlacht gro√üen Stils gew√§hlt. Dabei sollten Italien ganz aus dem Felde geschlagen und so viele deutsche Kr√§fte gebunden werden, dass anschlie√üend (urspr√ľnglich f√ľr 1943 vorgesehen) die Invasion von der britischen Insel aus in Frankreich folgen konnte. Marschall P√©tain befahl der franz√∂sischen Nordafrika-Armee, der alliierten Invasion Widerstand zu leisten; doch nach K√§mpfen in Oran, in Algier und im Raum Casablanca wurde auf Weisung des Stellvertreters P√©tains, F. Darlan, am 10. 11. 1942 der Widerstand eingestellt. Darlan wurde von den USA als De-facto-Staatschef in Franz√∂sisch-Nordafrika anerkannt. Rivalit√§ten zwischen seinem Nachfolger H.-H. Giraud und de Gaulle endeten erst im Sommer 1943 mit der Ausschaltung Girauds und der Durchsetzung de Gaulles im gesamten franz√∂sischen Kolonialreich.
 
In Reaktion auf die Vorg√§nge in Nordafrika befahl Hitler die Errichtung eines deutschen-italienischen Br√ľckenkopfes in Tunesien (ab 9. 11. 1942), den Einmarsch in das bisher unbesetzte S√ľdfrankreich (ab 11. 11.), die Besetzung des anfangs noch ausgesparten Kriegshafens Toulon (27. 11.) - das Gros der franz√∂sischen Kriegsschiffe versenkte sich dabei selbst - und die Entwaffnung des schwachen franz√∂sischen Waffenstillstandsheeres. Die Regierung in Vichy wurde endg√ľltig zu einem Satelliten der deutschen Besatzungsmacht.
 
Nachdem die Armee Rommel am 23. 1. 1943 Tripolis ger√§umt und sich nach Tunesien zur√ľckgezogen hatte, hielt die neu geschaffene Heeresgruppe Afrika noch eine relativ breite Br√ľckenkopfstellung, die allerdings von den Alliierten, die die absolute Luftherrschaft besa√üen und den Nachschub von Sizilien unterbanden, bis Anfang Mai unter zum Teil noch sehr harten K√§mpfen immer weiter eingeengt wurde. Am 13. 5. 1943 kapitulierten die Reste der deutschen und italienischen Truppen. Etwa 250 000 Soldaten gerieten in alliierte Gefangenschaft.
 
Der Krieg in der UdSSR:
 
Im Sommer 1942 nahm Hitler die Offensive im Osten wieder auf. Die Verluste des ersten Kriegsjahres zwangen ihn jedoch dazu, den Angriff auf einen Teil der Front zu begrenzen. Als strategisches Angriffsziel wurde - v. a. aus wirtschaftlichen Gr√ľnden - die Kaukasusregion gew√§hlt, ein Nebensto√ü auf Stalingrad sollte die nachfolgenden Operationen im Kaukasus abdecken. Nach Vork√§mpfen (Einnahme von Kertsch, 8.-18. 5., Eroberung von Sewastopol, 7. 6.-1. 7. 1942, Kesselschlacht s√ľdlich von Charkow, 17.-28. 5. 1942, rd. 240 000 sowjetische Gefangene) konnte die eigentliche Sommeroffensive erst am 28. 6. 1942 beginnen. Am 3. 7. 1942 erreichte der deutsche Angriff, an dem auch eine italienische, eine ungarische und zwei rum√§nische Armeen teilnahmen, den Oberlauf des Don bei Woronesch und stie√ü dann donabw√§rts bis Kalatsch vor. Am 9. 7. begann der Vorsto√ü gegen den unteren Don, doch wie im Vorjahr gelang auch jetzt nicht die Einkesselung gr√∂√üerer Teile der Roten Armee. Am 23. 7. wurde auf Weisung Hitlers - entgegen der bisherigen Planung - die Offensive zeitgleich mit gleich starken Kr√§ften in Richtung Stalingrad und Kaukasus weitergef√ľhrt. Sie blieb nach Erreichen des Hochkaukasus (Hissung der Reichskriegsflagge auf dem Elbrus am 21. 8. 1942) dort am Terek stecken. Die Besetzung einiger √Ėlfelder bei Maikop (9. 8.), die zudem schwer zerst√∂rt waren, reichte nicht aus, um den Treibstoffmangel auf deutscher Seite zu beseitigen. In der daraufhin entstandenen F√ľhrungskrise entlie√ü Hitler am 24. 9. 1942 F. Halder als Chef des Heeresgeneralstabes. Bis zum 10. 9. 1942 waren die Verluste des Ostheeres auf 1,6 Mio. Mann gestiegen; sie konnten kaum zur H√§lfte ersetzt werden. In grundlegenden Befehlen legte Hitler das Ostheer dennoch auf die Verteidigung des gewonnenen Gebietes in einer weit √ľberdehnten Front fest. In ihr klaffte besonders in der Kalm√ľckensteppe s√ľdlich von Stalingrad, das bis Ende Oktober 1942 in schweren Stra√üenk√§mpfen gegen den z√§hen Widerstand der 62. sowjetischen Armee (W. I. Tschujkow) zum gr√∂√üten Teil von der 6. deutschen Armee (F. Paulus) erobert werden konnte, eine mehrere Hundert km breite L√ľcke, in der v. a. einheimische Hilfskr√§fte wie das Kalm√ľck. Kavalleriekorps eingesetzt waren.
 
Die Niederlage von Stalingrad und ihre militärischen Folgen:
 
Am 19./20. 11. 1942 er√∂ffnete die Rote Armee eine Gro√üoffensive nordwestlich und s√ľdlich von Stalingrad, zerschlug die beiden rum√§nischen Armeen und schloss am 22. 11. den Ring um die 6. Armee zwischen Wolga und Don. Im weiteren Verlauf der K√§mpfe wurde auch die 8. italienische Armee zerschlagen. Ein Entsatzversuch der 4. Panzerarmee musste angesichts neuer sowjetischer Angriffe abgebrochen werden. Das Versprechen G√∂rings, eine ausreichende Luftversorgung abzusichern, konnte nicht eingehalten werden. Die hungernden Truppen wurden auf die Stadt Stalingrad zur√ľckgedr√§ngt. Nur 34 000 Verwundete und Spezialisten konnten unter gr√∂√üten Verlusten der Luftwaffe ausgeflogen werden. Da Hitler einen Ausbruch verboten hatte und auch eine Kapitulation ablehnte, leistete die 6. Armee gegen den am 10. 1. 1943 eingeleiteten Generalangriff der Roten Armee auf den Kessel vergeblich Widerstand. Am 31. 1. ergab sich Paulus mit einem Teil der 6. Armee, am 2. 2. 1943 die Restgruppe. Die nationalsozialistische Propaganda suchte die Niederlage von Stalingrad als Fanal f√ľr die Aussch√∂pfung aller Kraftreserven zur ¬ĽAbwehr des bolschewistischen Ansturms¬ę zu nutzen (Proklamation des ¬Ľtotalen Krieges¬ę durch J. Goebbels am 18. 2. 1943 im Berliner Sportpalast).
 
In der gro√üen L√ľcke, die in die s√ľdliche Ostfront geschlagen war, drang die Rote Armee weiter nach Westen, √ľber Kursk und Charkow bis in die Gegend des Dnjepr-Knies, vor, wurde dann aber durch die Heeresgruppe S√ľd (E. von Manstein) noch einmal √ľber Charkow hinaus nach Nordosten zur√ľckgedr√§ngt (M√§rz 1943). Es bildete sich wieder eine geschlossene Front, die jedoch im Raum von Kursk einen weit nach Westen vorspringenden Bogen aufwies. Die sich ab Januar 1943 aus dem Kaukasus zur√ľckziehenden deutschen Truppen wurden gr√∂√ütenteils in den Kubanbr√ľckenkopf zur√ľckgef√ľhrt, von dort im September/Oktober 1943 auf die Krim. Gegen den Frontbogen um Kursk richtete sich die noch st√§rker begrenzte deutsche Sommeroffensive 1943 (Unternehmen ¬ĽZitadelle¬ę ab 5. 7. 1943), aus der sich die gr√∂√üte Panzerschlacht des Zweiten Weltkriegs entwickelte. Mit dem Frontalangriff gegen die gut vorbereitete und tief gestaffelte sowjetische Abwehr suchte Hitler der Roten Armee in einem Abnutzungskampf so gro√üe Verluste beizubringen, dass sich Deutschland sp√§ter der alliierten Invasionsdrohung im Westen entgegenstellen konnte. Nachdem der Zangenangriff auf den Kursker Bogen jedoch gescheitert war, lie√ü Hitler den Angriff abbrechen, weil am 10. 7. die Westalliierten auf Sizilien gelandet waren und er eigene Kr√§fte nach Italien verlegen wollte. Die Initiative im Osten ging endg√ľltig auf die sowjetische Seite √ľber. Trotz dieser milit√§rischen Entwicklung 1942/43 hielt Hitler an seinem ideologischen Kriegsziel, der Vernichtung der europ√§ischen Juden, fest, und war auch zu keinem Kurswechsel in der Ostpolitk bereit, wie ihn Rosenberg und Bef√ľrworter in der Wehrmacht propagierten. Weder billigte er eine Lockerung der brutalen Ausbeutungspolitik, noch stimmte er dem Vorschlag zu, aus russischen Freiwilligen ein mit Deutschland verb√ľndetes Heer aufzubauen, das der 1942 in deutsche Kriegsgefangenschaft geratene sowjetische General A. A. Wlassow zur Befreiung Russlands vom Bolschewismus anf√ľhren wollte (erst im November 1944 Beginn der Aufstellung einer ¬ĽRussischen Befreiungsarmee¬ę, die milit√§risch nicht mehr wirksam werden konnte und nach Kriegsende von den Amerikanern an die Sowjetunion ausgeliefert wurde).
 
Eine schwere Belastung f√ľr die deutsche Kriegf√ľhrung war - als Folge der auf der ¬ĽHerrenrassen¬ę-Ideologie beruhenden deutschen Politik - die zunehmende T√§tigkeit von Partisanen in den waldreichen Gebieten Kareliens, Wei√ürusslands, der Gebiete Smolensk, Orel und Brjansk, vor Leningrad und in der Ukraine, die besonders deutschen Verbindungs- und Nachschublinien bedrohte (u. a. ¬ĽSchienenkrieg¬ę).
 
Der Vormarsch der Anti-Hitler-Koalition in West und Ost
 
Kriegsziele und Festigung der Anti-Hitler-Koalition: Auf der Konferenz von Casablanca verk√ľndeten Roosevelt und Churchill am 24. 1. 1943 als ihr Kriegsziel die bedingungslose Kapitulation Deutschlands, Italiens und Japans; au√üerdem wurde eine Verst√§rkung der alliierten Bomberoffensive gegen Deutschland beschlossen, in die nunmehr auch die amerikanische Luftwaffe, v. a. in Tagesangriffen gegen r√ľstungswirtschaftlichen Zentren, eingriff; die britische Luftwaffe f√ľhrte weiter v. a. Nachtangriffe gegen Gro√üst√§dte. Im Zusammenhang mit der Entdeckung der Massengr√§ber polnischer Offiziere bei Katyn (April 1943) kam es noch einmal zu einer Krise der Anti-Hitler-Koalition: Die UdSSR brach die diplomatischen Beziehungen zur polnischen Exilregierung in London ab (25. 4. 1943 und stellte ein kommunistisches polnisches Komitee als Kern einer neuen prosowjetischen polnischen Regierung bereit. Die Konferenz der Au√üenminister der Anti-Hitler-Koalition in Moskau (19. 10.-1. 11. 1943) und v. a. das Treffen der ¬ĽGro√üen Drei¬ę (Roosevelt, Churchill, Stalin) in Teheran (28. 11.-1. 12. 1943) brachten eine grunds√§tzliche Kl√§rung, die im Gro√üen und Ganzen bis zum Kriegsende in Europa anhielt. Endg√ľltig beschlossen wurde die westalliierte Landung in Frankreich f√ľr das Fr√ľhjahr 1944. Damit war abzusehen, dass die von Osten vordringende Rote Armee mit den westalliierten Invasionstruppen in Deutschland zusammentreffen w√ľrde. √úber konkrete Ma√ünahmen f√ľr Deutschland in der Nachkriegszeit sollte eine European Advisory Commission (EAC) befinden. Am 12. 9. 1944 wurde ein Abkommen √ľber die k√ľnftige Ost-West-Demarkationslinie bei der Zonenaufteilung geschlossen (Londoner Protokolle).
 
Die Landung der Westalliierten in Italien und der Sturz Mussolinis
 
: Mit ihrem Landungsunternehmen auf Sizilien (10. 7. 1943 griffen westalliierte Landstreitkr√§fte erstmals auf dem europ√§ischen Kontinent ein. Nachdem sie auf nur schwachen italienischen Widerstand gesto√üen waren, brachten deutsche Truppen den britisch-amerikanischen Vormarsch bei Catania vor√ľbergehend zum Stehen. Unter dem Eindruck eines Bombenangriffs auf Rom (19. 7.) n√∂tigte ein Misstrauensvotum des Gro√üen Faschist. Rates Mussolini am 25. 7. zum R√ľcktritt. K√∂nig Viktor Emanuel III. lie√ü ihn noch am selben Tag verhaften und ernannte Marschall P. Badoglio zum Regierungschef. Dieser lie√ü nach Geheimverhandlungen am 3. 9. 1943 einen Waffenstillstand mit den Alliierten unterzeichnen (am 8. 9. bekannt gegeben). Am selben Tag landeten britischen Truppen, nachdem ganz Sizilien am 17. 8. in alliierte Hand gefallen war, an der kalabrischen S√ľdk√ľste. Am 9. 9. folgte eine amerikanische Gro√ülandung bei Salerno.
 
Die seit Mussolinis Sturz vorbereiteten deutschen Gegenma√ünahmen liefen sogleich nach Bekanntwerden der italienischen Kapitulation an. Am 10. 9. wurde Rom von deutschen Truppen besetzt; die italienischen Truppen in Nord- und Mittelitalien, auf dem Balkan und in S√ľdfrankreich wurden entwaffnet, sofern es ihnen nicht gelang, sich - wie zum Teil in Jugoslawien - den Partisanen anzuschlie√üen. Jeglicher Widerstand wurde mit harten Ma√ünahmen und Racheakten unterdr√ľckt. Die ehemaligen Verb√ľndeten behandelte man nicht als Kriegsgefangene, sondern als ¬ĽMilit√§rinternierte¬ę, die man zumeist als Zwangsarbeiter einsetzte. Tausende italienische Offiziere wurden erschossen, weil ihre Einheiten sich der Entwaffnung widersetzt hatten. Mussolini wurde am 12. 9. von einem deutschen Fallschirmj√§gerkommando auf dem Gran Sasso d'Italia befreit und Chef einer von Deutschland abh√§ngigen faschistischen ¬ĽRepubblica Sociale Italiana¬ę (Republik von Sal√≤). Der K√∂nig und die Regierung Badoglio (in Bari) erkl√§rten Deutschland am 13. 10. 1943 den Krieg.
 
Im Oktober 1943 gelang es dem deutschen Oberbefehlshaber S√ľd A. Kesselring, n√∂rdlich von Neapel eine quer √ľber die italienische Halbinsel verlaufende Front aufzubauen. Nachdem sowohl Durchbruchsversuche der Alliierten bei Montecassino als auch die Landeoperation im R√ľcken der deutschen Front bei Anzio und Nettuno (22. 1. 1944 gescheitert waren, traten die Alliierten am 12. 5. 1944 in Italien zum Gro√üangriff an. Unter Aufgabe von Rom (4. 6. 1944 zogen sich nun die deutschen Truppen auf die Apenninstellung Pisa-Florenz-Rimini zur√ľck, die im Herbst 1944 mehrfach zur√ľckgedr√§ngt, aber nicht durchbrochen werden konnte. In Oberitalien traten st√§rkere italienische Partisanenkr√§fte in Erscheinung, die wie schon die Tito-Partisanen in Jugoslawien und die franz√∂sische R√©sistance von den Westm√§chten materiell unterst√ľtzt wurden. Die deutschen Einheiten versuchten, mit hemmungslosen Vergeltungsma√ünahmen und Geiselnahmen den Aufstand niederzuwerfen. Dabei wurden auch Frauen und Kinder ermordet (u. a. Erschie√üung von 335 Italienern am 24. 3. 1944 in den Ardeatinischen H√∂hlen bei Rom als Rache f√ľr einen Bombenanschlag).
 
Der Vormarsch der Roten Armee:
 
Aus der Abwehr des deutschen Unternehmens ¬ĽZitadelle¬ę entwickelte sich eine gro√üe sowjetische Gegenoffensive. Charkow wurde am 23. 8. 1943, Kiew am 6. 11. zur√ľckerobert, die Krim von den Landverbindungen abgeschnitten. Im Mittelabschnitt gaben die deutschen Truppen am 24. 9. Smolensk auf und bezogen eine Stellung am oberen Dnjepr mit Witebsk und Mogiljow als Angelpunkt. Nach K√§mpfen um den mittleren und unteren Dnjepr (Oktober 1943 bis Februar 1944) stie√ü die Rote Armee im M√§rz 1944 in der westlichen Ukraine vor und erreichte im April den √∂stlichen Karpatenrand und den Raum √∂stlich von Lemberg. Nachdem im Norden die Rote Armee im Januar 1944 den deutschen Belagerungsring um Leningrad gesprengt hatte, wich die deutsche Heeresgruppe Nord auf die Linie Narwa-Pleskau-Polozk zur√ľck, sodass die am oberen Dnjepr stehende deutsche Heeresgruppe Mitte einen nach Osten vorspringenden ¬ĽBalkon¬ę verteidigen musste. Hunderttausende Menschen wurden zwangsevakuiert, zum Stellungsbau eingesetzt oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Dazwischen bewegten sich die Trecks der Russlanddeutschen; 600 000 Menschen suchten auf der Flucht vor der Roten Armee eine tr√ľgerische Sicherheit im Osten Deutschlands. Bei ihrem R√ľckzug wandten die deutschen Truppen immer wieder die Taktik der ¬Ľverbrannten Erde¬ę an. Ein sowjetischer Angriff auf die finnische Front an der Karel. Landenge (9. 6. 1944 drang zwar bis zur finnisch-sowjetischen Grenze von 1940 vor, konnte aber mit deutscher Hilfe aufgehalten werden.
 
Am dritten Jahrestag des deutschen Angriffs auf die UdSSR, am 22. 6. 1944, er√∂ffnete die Rote Armee eine Gro√üoffensive gegen die deutsche Heeresgruppe Mitte und unterst√ľtzte damit die Westalliierten in der gut zwei Wochen zuvor eingeleiteten Invasionsschlacht. Hitler bestand auf starrem Halten der Front mit der Folge, dass es den weit √ľberlegenen sowjetischen Armeen gelang, in wenigen Tagen die Masse der Heeresgruppe aufzureiben (von insgesamt 36 Divisionen wurden 28 vernichtet) und die deutsche Front aufzurei√üen. Sie drangen bis Ende Juli zur ostpreussischen Grenze und zur mittleren Weichsel im Raum Warschau vor, ehe sie von neu herangef√ľhrten deutschen Truppen noch einmal aufgehalten wurden. Der Vorsto√ü sowjetischer Truppen in den Raum Riga (Besetzung der Stadt am 13. 10. 1944) zwang die Heeresgruppe Nord zum R√ľckzug aus Estland und dem n√∂rdlichen Lettland; im Oktober wurde sie schlie√ülich in Kurland von den Landverbindungen abgeschnitten. Eine am 13. 7. beginnende weitere sowjetische Offensive in Galizien erreichte Ende Juli die obere Weichsel, √ľber die - besonders bei Baran√≥w - sowjetische Br√ľckenk√∂pfe gebildet wurden (29. 7.-4. 8.).
 
Die Errichtung der zweiten Front im Westen:
 
Nach monatelanger Vorbereitung (Bombardierung der Verkehrslinien sowie der im Aufbau befindlichen Abschussrampen f√ľr die deutschen ¬ĽV 1¬ę-Waffen in Nordfrankreich und Belgien) begann am 6. 6. 1944 (¬ĽD-Day¬ę) morgens die alliierte Gro√ülandung in der Normandie (Operation ¬ĽOverlord¬ę) unter dem Oberbefehl von Eisenhower. Die von Rommel intensiv vorbereitete Abwehr wurde infolge der alliierten T√§uschungsman√∂ver v√∂llig √ľberrascht. Die alliierte Luftherrschaft machte Bewegungen deutscher Truppen bei Tage unm√∂glich und f√ľhrte zum Scheitern der Gegenst√∂√üe.
 
Der am 12. 6. einsetzende Beschuss von London mit ¬ĽV 1¬ę-Waffen erzielte keinen durchschlagenden Erfolg (V-Waffen). Die Alliierten konnten das deutsche Abwehrsystem an der K√ľste (Atlantikwall) durchbrechen und ihre Landek√∂pfe allm√§hlich ausweiten. Nachdem sich die deutsche Normandiefront unter schweren Verlusten mehrere Wochen lang hatte halten k√∂nnen, erfolgte mit dem amerikanischen Durchbruch bei Avranches (30./31. 7. 1944) der √úbergang zum Bewegungskrieg, die Masse der 7. deutschen Armee wurde schlie√ülich im ¬ĽKessel von Falaise¬ę aufgerieben; restliche Teile zogen sich ab Mitte August √ľber die Seine zur√ľck. Am 25. 8. r√ľckten amerikanische und freifranz√∂sische Truppen in das weitgehend unzerst√∂rte Paris ein. Inzwischen waren am 15. 8. auch an der franz√∂sischen Mittelmeerk√ľste alliierte Streitkr√§fte gelandet. Die deutschen Truppen in Westfrankreich erhielten den Befehl, unter Zur√ľcklassung von Besatzungen in einigen Atlantikfestungen Anschluss an die sich aus dem Rh√īnetal zur√ľckziehenden Verb√§nde zu suchen. Dies gelang im Wesentlichen im westlichen Vorfeld der Vogesen. Die Regierung P√©tain wurde am 17. 8. von deutscher Seite gezwungen, Vichy zu verlassen und nach Belfort (20. 8.), dann nach Sigmaringen (8. 9.) √ľberzusiedeln.
 
In Paris √ľbernahm de Gaulle die Regierung. Der Vormarsch der Alliierten durch Nordfrankreich und Belgien kam Anfang September auf der Linie Scheldem√ľndung-s√ľdlich Niederlande-deutschen Westgrenze-westlich von Elsass-Lothringen zum Stehen. Dem Dr√§ngen Montgomerys, im Nordabschnitt √ľber den Rhein ins Ruhrgebiet vorzusto√üen und so noch vor Winterbeginn die Kriegsentscheidung herbeizuf√ľhren, folgte Eisenhower nicht. Die schlie√ülich dennoch durchgef√ľhrte Luftlandung im Raum Eindhoven‚ÄĒArnheim‚ÄĒNimwegen (Operation ¬ĽMarket Garden¬ę, 17.-26. 9. 1944) war daher nur sehr begrenzt erfolgreich. W√§hrend die Amerikaner die frontn√§heren Br√ľckenk√∂pfe bei Nimwegen bilden konnten, wurden die Briten (Schwerpunkt der K√§mpfe an der Br√ľcke von Arnheim) von einem SS-Panzerkorps weitgehend aufgerieben (nur knapp 2 400 von den etwa 10 000 Soldaten derLuftlandetruppen entkamen).
 
Der 20. Juli 1944:
 
W√§hrend der katastrophalen Niederlage der Heeresgruppe Mitte und in Erwartung des unvermeidlich bevorstehenden Zusammenbruchs der deutschen Front in der Normandie unternahm C. Graf Schenk von Stauffenberg am 20. 7. 1944 im Hauptquartier ¬ĽWolfsschanze¬ę (bei Rastenburg) ein Attentat auf Hitler (Zwanzigster Juli). Durch dessen Beseitigung sollte ein ertr√§glich schnelles Kriegsende herbeigef√ľhrt, v. a. aber eine Selbstreinigung Deutschlands von der verbrecherischen nationalsozialistischen F√ľhrung eingeleitet werden. Das Unternehmen scheiterte. In Reaktion auf den versuchten Milit√§rputsch ernannte Hitler H. Himmler, den Reichsf√ľhrer SS und Chef der Heeresr√ľstung, zum Befehlshaber des Ersatzheeres; Goebbels proklamierte als neu ernannter Generalbevollm√§chtigter f√ľr den totalen Kriegseinsatz am 3. 8. 1944 zum zweiten Mal den ¬Ľtotalen Krieg¬ę. Am 25. 9. wurden alle waffenf√§higen M√§nner zwischen 16 und 60 Jahren zum Deutschen Volkssturm aufgerufen.
 
Vom Abfall Rumäniens bis zum Scheitern der deutschen Ardennenoffensive:
 
Der sich anbahnende, endg√ľltige deutsche Zusammenbruch veranlasste die kleineren Verb√ľndeten zum Ausscheiden aus dem Krieg oder zum Frontwechsel. Nachdem die Rote Armee am 20. 8. zur Gro√üoffensive gegen Rum√§nien angetreten war, lie√ü K√∂nig Michael I. am 23. 8. Antonescu verhaften und berief eine neue Regierung, die am 25. 8. dem Deutschen Reich den Krieg erkl√§rte und am 12. 9. 1944 in Moskau einen Waffenstillstand mit den Alliierten schloss. Am 5. 9. r√ľckte die Rote Armee nach einer Kriegserkl√§rung der UdSSR in Bulgarien ein, das am 9. 9. 1944 die Front wechselte (Waffenstillstand am 28. 10. 1944 in Moskau). Der ungarische Reichsverweser M. Horthy, der am 15. 10. 1944 ebenfalls einen Frontwechsel Ungarns einzuleiten versuchte, wurde durch eine deutsche Gegenaktion zur Abdankung gezwungen. Das danach von Deutschland installierte Pfeilkreuzler-Regime (unter F. Sz√°lasi) f√ľhrte den Kampf an deutscher Seite weiter. W√§hrend sich unter sowjetischem Schutz am 5. 12. 1944 in Debrecen eine Gegenregierung bildete, fiel die von der Roten Armee zwei Monate lang belagerte Hauptstadt Budapest erst am 11. 2. 1945 in deren Hand. Einen Aufstand in der Slowakei ab 29. 8. 1944 konnten die deutschen Truppen bis Anfang November 1944 niederwerfen. Nach dem Abfall Rum√§niens und Bulgariens wurde der deutsche R√ľckzug aus Griechenland eingeleitet (ab 3. 10.). Er vollzog sich unter Abwehr von Partisanenangriffen auch aus Albanien, Makedonien und Serbien (20. 10. 1944Einnahme Belgrads durch die Rote Armee und Tito-Partisanen).
 
Am 19. 9. 1944 hatte Finnland einen Waffenstillstand mit der UdSSR und Gro√übritannien geschlossen. Die darin gesetzte Frist f√ľr den R√ľckzug der deutschen Truppen (15 Tage) konnte im Norden nicht eingehalten werden. Die 20. Gebirgsarmee begann am 7. 10. mit ihrem R√ľckzug von der Front westlich von Murmansk; sie r√§umte Petsamo am 15. 10. und zog sich auch aus dem n√∂rdlichsten Teil Norwegens zur√ľck. Aufgrund des Waffenstillstands waren die Finnen zum Kampf gegen die deutschen Truppen gezwungen.
 
Wie 1943 stellte auch 1944 das Problem der k√ľnftigen Regierung Polens die schwerste Belastung f√ľr die Anti-Hitler-Koalition dar. In Cholm lie√ü die UdSSR am 22. 7. 1944 das Polnische Komitee der Nationalen Befreiung, das Lubliner Komitee, bilden, mit dem sie bereits am 26. 7. einen Vertrag schloss, der u. a. die Oder-Nei√üe-Linie als k√ľnftige polnische Westgrenze vorsah. Die Bildung dieses Komitees l√∂ste als Reaktion auf nationalpoln. Seite den Aufstand der Armia Krajowa (AK) in Warschau am 1. 8. 1944 aus. Die deutschen Streitkr√§fte konnten jedoch, da die Rote Armee auf dem Ostufer der Weichsel verhielt, den Warschauer Aufstand 2) niederwerfen (bis zum 2. 10. 1944). Warschau wurde danach dem Erdboden gleichgemacht. Schwierigkeiten zwischen den M√§chten der Anti-Hitler-Koalition in S√ľdosteuropa wurden durch Absprachen √ľber Operations- oder Einflusszonen f√ľrs Erste bereinigt. Au√üer in Griechenland, wo die Briten einen am 3. 12. 1944 ausgel√∂sten Aufstand der kommunistisch beherrschten E. A. M. niederwarfen, und in Jugoslawien, wo sich sowjetischer und westlicher Einfluss die Waage halten sollten, wurde √ľberall auf der Balkanhalbinsel die Dominanz des sowjetischen Einflusses best√§tigt.
 
Im Dezember 1944 versuchte Hitler, mit den letzten deutschen Reserven einen Durchbruch √ľber die Maas bis Antwerpen zu erzwingen und die britischen und amerikanischen Truppen an der Westfront voneinander zu trennen. Am 16. 12. begann - √ľberraschend f√ľr die Alliierten - mit der Ardennenoffensive die letzte deutsche Offensive dieses Krieges. Nach Anfangserfolgen und Vordringen bis in die N√§he von Dinant blieb der Angriff angesichts der alliierten Luft√ľberlegenheit und Treibstoffmangels nach wenigen Tagen stecken. Der ab dem 8. 9. 1944 gegen London gerichtete Einsatz von ¬ĽV 2¬ę-Raketen - als Steigerung des Beschusses mit ¬ĽV 1¬ę-Flugbomben - wurde nun auch gegen Antwerpen und L√ľttich gewendet. Der wichtige alliierte Nachschubhafen Antwerpen war das Ziel von 8 696 Flugbomben und 1 261 Raketen. Obwohl mehr als 60 % der Flugbomben von der alliierten Abwehr abgeschossen werden konnten (gegen die Raketen gab es kein Mittel), wurden fast 100 000 Geb√§ude zerst√∂rt oder besch√§digt, au√üerdem mehr als zehntausend Menschen get√∂tet oder schwer verletzt. √Ąhnlich waren die Folgen der Angriffe auf London. Bis zur Einstellung des Beschusses (27. 3. 1945 schlugen rd. 1 100 ¬ĽV 2¬ę-Raketen in Gro√übritannien ein.
 
Das Ende des Krieges in Europa 1945
 
Der sowjetische Vorsto√ü nach Deutschland: Die Ardennenoffensive und die anschlie√üenden K√§mpfe am Plattensee hatten die letzten operativen Reserven der Wehrmacht verbraucht. Am 12. 1. 1945 begann, vom Br√ľckenkopf Baran√≥w ausgehend, eine sowjetische Gro√üoffensive, die den gesamten Raum von den Karpaten bis zur Memel umfasste und gegen das deutsche Ostheer in kurzer Zeit zu entscheidenden Erfolgen f√ľhrte. Am 17. 1. nahmen die sowjetischen Truppen Warschau, am 19. 1. Krakau und Lodz. Ein Vorsto√ü vom Narew √ľber Allenstein bis Elbing und ans Frische Haff schnitt Ostpreu√üen vom √ľbrigen Reich ab. K√∂nigsberg (Pr) wurde Ende Januar eingeschlossen. Nur √ľber See konnte die aus diesen Gebieten in gro√üen Trecks fl√ľchtende deutsche Bev√∂lkerung noch nach Westen gelangen (vom 23. 1. bis 9. 5. 1945 √ľber 2 Mio. Menschen). Von einem sowjetischen U-Boot torpediert, sank u. a. die Wilhelm Gustloff mit etwa 5 300 Menschen. Die Ostseeverbindung blieb bis zuletzt offen.
 
Schon ab Herbst 1944 hatte die SS die Konzentrations- und Vernichtungslager mit dem N√§herr√ľcken der sowjetischen Front allm√§hlich aufgel√∂st und die Lagerinsassen in ¬ĽTodesm√§rschen¬ę nach Westen (in die noch bestehenden Lager) getrieben. Am 30. 1. erreichte die Rote Armee die Oder zwischen Frankfurt (Oder ) und K√ľstrin. Hitler hielt sich ab dem 16. 1. in Berlin auf. Abgesehen von Breslau, das sich bis zum 6. 5. hielt, waren der gr√∂√üte Teil Schlesiens sowie ganz Westpreu√üen und Hinterpommern bis Ende M√§rz in sowjetischer Hand. Danzig fiel am 30. 3., K√∂nigsberg am 9. 4., Pillau am 25. 4.
 
Die Schlussoffensive der Westalliierten:
 
Die Offensive der Westalliierten in Richtung der vorgesehenen Besatzungszonen begann am 8. 2. mit einem kanadischen Vorsto√ü √∂stlich von Nimwegen (v. a. K√§mpfe um den Reichswald bei Kleve), am 23. 2. mit einer amerikanischen Gro√üoffensive an der Rur zwischen D√ľren und J√ľlich, wo die amerikanischen Truppen besonders bei den K√§mpfen im H√ľrttgenwald gro√üe Verluste erlitten. Am 7. 3. brachen diese bis K√∂ln durch und nahmen am selben Tag die unzerst√∂rte Br√ľcke bei Remagen. Britische Truppen stie√üen vom Raum Wesel aus (ab 24. 3. 1945) nach Norden zur Abschn√ľrung der ¬ĽFestung Holland¬ę und nach Osten √ľber M√ľnster zur Elbe (19. 4. 1945, nach Holstein und Mecklenburg vor (Bremen 26. 4.; L√ľbeck und Wismar 2. 5.), wo sie mit der sowjetischen Armee zusammentrafen; zugleich drangen sowjetische Truppen nach Mecklenburg vor, weitere trafen am 25. 4. bei Torgau an der Elbe mit amerikanischen Einheiten zusammen. Um die Heeresgruppe B (Model) im Ruhrgebiet schloss sich am 1. 4. der Ring. Ihre Reste kapitulierten am 18. 4. Inzwischen hatten amerikanische Streitkr√§fte am 14. 4. bei Dessau die Elbe erreicht und besetzten am 18./19. 4. Leipzig. Am 3. 5. r√ľckten britische Truppen in das zur offenen Stadt erkl√§rte Hamburg ein.
 
Das Gros der Amerikaner wandte sich nach S√ľddeutschland, um zusammen mit den in Oberitalien ab dem 21. 4. vordringenden Kr√§ften gegen die angenommene ¬ĽAlpenfestung¬ę vorzugehen. Am 29. 4. erfolgte in Caserta die Kapitulation der deutschen Truppen in Italien; in der Folge l√∂ste sich die Republik von Sal√≤ auf, Mussolini wurde auf der Flucht ermordet. Am 30. 4. nahmen die amerikanischen Truppen M√ľnchen. Franz√∂sische Streitkr√§fte eroberten am 22. 4. Stuttgart und stie√üen an der oberen Donau und am Hochrhein in Richtung Bodensee vor. Die amerikanischen Streitkr√§fte hielten ihren Vormarsch nach Osten an der Linie Wismar-Magdeburg-Leipzig-Pilsen-Linz an und √ľberlie√üen die Eroberung von Berlin, Prag und Wien der Roten Armee. Am 13. 4. nahm diese Wien ein. Am 30. 4. waren Tito-Partisanen und Briten in Triest zusammengetroffen.
 
Die Eroberung Berlins und die deutsche Kapitulation:
 
Die sowjetische Schlussoffensive begann am 16. 4. an Oder und Lausitzer Nei√üe. Oberbefehlshaber waren die Marsch√§lle G. K. Schukow und I. S. Konjew; ihre Truppen konnten am 25. 4. Berlin einschlie√üen. Am 2. 5. 1945 kapitulierte der Stadtkommandant mit den Resten der Verteidiger. Das mit Fl√ľchtlingen √ľberf√ľllte Dresden wurde durch britische und amerikanische Luftangriffe (13./14. 2. 1945) zerst√∂rt und am 8. 5. besetzt; die Einnahme Prags erfolgte am 10. 5.
 
Hitler, der noch am 19. 3. 1945 den ¬ĽNero-Befehl¬ę gab (Zerst√∂rung aller vom Feind zu nutzenden Einrichtungen in Deutschland) und bis zum Schluss Hoffnungen f√ľr einen Entsatz Berlins durch die ¬ĽArmee Wenck¬ę n√§hrte, beging am 30. 4. 1945 im ¬ĽF√ľhrerbunker¬ę der Berliner Reichskanzlei Selbstmord, nachdem er D√∂nitz zu seinem Nachfolger als Staatsoberhaupt ernannt hatte. Dieser lie√ü, nachdem die deutschen Streitkr√§fte in den Niederlanden, D√§nemark und Nordwestdeutschland am 4. 5. kapituliert hatten, am 7. 5. 1945 um 2.41 Uhr durch den Chef des Wehrmachtf√ľhrungsstabes A. Jodl im alliierten Hauptquartier in Reims die bedingungslose deutsche Gesamtkapitulation unterzeichnen. Sie wurde am 9. 5. 1945 um 0.16 Uhr im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst vom Chef des Oberkommandos der Wehrmacht W. Keitel wiederholt. Gem√§√ü den Vereinbarungen von Reims trat die Kapitulation am 8. 5. 1945 um 23.01 Uhr MEZ (9. 5. 19450.01 Uhr Sommerzeit) in Kraft. Mit der Verhaftung der Regierung D√∂nitz in Flensburg (23. 5. 1945 war die vollst√§ndige Besetzung Deutschlands und der √úbergang der Macht auf die Anti-Hitler-Koalition abgeschlossen. In den letzten Tagen hatten sich noch gro√üe Teile des deutschen Ostheeres in den westlichen Machtbereich abgesetzt.
 
Konferenzen der Siegermächte:
 
Auf der Jalta-Konferenz (4.-11. 2. 1945) hatten sich Roosevelt, Churchill und Stalin um eine Einigung √ľber ihre Deutschland- und Polenpolitik bem√ľht. Eine Deklaration der ¬ĽGro√üen Drei¬ę verk√ľndete Prinzipien f√ľr ein ¬Ľbefreites Europa¬ę. In einem Geheimabkommen machten die USA Zugest√§ndnisse auf Kosten der Souver√§nit√§t Chinas in der Mandschurei, um einen Kriegseintritt der UdSSR gegen Japan nach Beendigung des Krieges in Europa zu erreichen.
 
Nach dem Tod Roosevelts (12. 4. 1945 nahm sein Nachfolger H. S. Truman gegen√ľber den sowjetischen Machtanspr√ľchen in Ost-, S√ľdost- und Mitteleuropa eine zunehmend ablehnende Haltung ein. Stalin sagte sich in seiner Proklamation vom 9. 5. 1945 von dem in Jalta beschlossenen Konzept einer ¬ĽZerst√ľckelung¬ę Deutschlands los. Am 5. 6. 1945 verk√ľndeten die vier alliierten Oberbefehlshaber die √úbernahme der Obersten Gewalt in ganz Deutschland (deutsche Geschichte).
 
Auf der Potsdamer Konferenz (17. 7.-2. 8. 1945) fanden die M√§chte der Anti-Hitler-Koalition nur noch L√∂sungen in Formelkompromissen (Potsdamer Abkommen). Sie wollten einerseits eine wirtschaftliche Einheit Deutschlands erhalten, andererseits bereitete die unzul√§ngliche L√∂sung des Reparationsproblems der unterschiedlichen Behandlung der Besatzungszonen in Osten und Westen den Weg. Die Gebiete √∂stlich von Oder und Lausitzer Nei√üe wurden der Verwaltung Polens, das n√∂rdliche Ostpreu√üen der UdSSR unterstellt. Die Aussiedlung der deutschen Bev√∂lkerung aus Polen (einschlie√ülich der bisherigen deutschen Ostgebiete), der Tschechoslowakei und Ungarn sollte ¬Ľin humaner Weise¬ę erfolgen. √úber 10 Mio. Menschen waren aus ihrer Heimat gefl√ľchtet oder wurden vertrieben. 473 000 Todesf√§lle bei Flucht oder Vertreibung sind belegt.
 
Der Krieg im Pazifik 1942-45
 
Die R√ľckgewinnung der von Japan 1941/42 eroberten Gebiete vollzog sich gegen den harten Widerstand der japanischen Inselbesatzungen und bei h√∂chster Opferbereitschaft der japanischen Soldaten (Kamikaze) sehr langsam, obwohl 1943 etwa die H√§lfte der amerikanischen Streitkr√§fte im Pazifik eingesetzt war.
 
Am 7. 8. 1942 landeten die amerikanischen Streitkr√§fte auf der Salomoninsel Guadalcanal, die zum Schauplatz einer monatelangen Abnutzungsschlacht wurde; erst am 8. 2. 1943 gaben die Japaner auf. Im mittleren Pazifik stie√üen die amerikanischen Streitkr√§fte unter C. Nimitz in Richtung auf die Marianen, im S√ľdwestpazifik die unter D. MacArthur stehenden Kr√§fte √ľber Neuguinea in Richtung auf die Philippinen vor. Um die Landverbindung zu China (Chiang Kai-shek) wiederherzustellen, suchten die Briten Birma zur√ľckzugewinnen. Von dort aus versuchten die Japaner ihrerseits am 4. 2. 1944 mithilfe der indischen Nationalarmee S. C. Boses einen Vorsto√ü nach Assam, blieben aber bereits kurz hinter der Grenze stecken. Am 17. 4. 1944 begann die japanische Armee in China eine Gro√üoffensive, um eine Landverbindung mit Indochina herzustellen. Die Eroberung der Marianeninsel Saipan durch die Amerikaner (15. 6.-9. 7. 1944) f√ľhrte zum R√ľcktritt des japanischen Kriegskabinetts unter TŇćjŇć Hideki.
 
Am 20. 10. 1944 er√∂ffnete MacArthur mit der Landung auf der Insel Leyte die R√ľckeroberung der Philippinen. In der Seeschlacht bei den Philippinen (23.-26. 10. 1944) verloren die Japaner vier Flugzeugtr√§ger und drei Schlachtschiffe und damit den Kern ihrer Flotte. Am 23. 2. 1945 wurde Manila, am 28. 2. auch die Felseninsel Corregidor zur√ľckgewonnen. Von Saipan und Guam aus unternahmen die amerikanischen Streitkr√§fte von November 1944 an schwere Luftangriffe auf Tokio und andere japanische Gro√üst√§dte. Am 1. 4. 1945 landeten sie auf der RyŇękyŇęinsel Okinawa. Sie wurde nach sehr schweren K√§mpfen bis zum 21. 6. eingenommen. Damit waren die amerikanischen Luftbasen nahe an das japanische Mutterland herangeschoben. Die Briten (Lord Mountbatten) hatten ab M√§rz 1945 Birma zur√ľckerobert und waren am 3. 5. 1945 in das von den Japanern ger√§umte Rangun vorgedrungen; damit war der Weg nach Singapur und Thailand offen.
 
Die sowjetische Regierung k√ľndigte am 5. 4. 1945 den Neutralit√§tsvertrag mit Japan. Sie negierte alle japanische Anfragen um Vermittlung eines Friedens mit den USA. Die Antwort der japanischen Regierung auf die Aufforderung der Potsdamer Konferenz vom 26. 7. 1945 zu bedingungsloser Kapitulation wurde von den Alliierten f√ľr unzureichend erkl√§rt. Am 6. 8. 1945 warfen die USA die erste Atombombe auf Hiroshima (Zerst√∂rung der Stadt zu 80 %), um eine schnellere Beendigung des Pazifikkrieges und die endg√ľltige Kapitulation Japans zu erreichen. Ob und inwieweit auch andere Gr√ľnde eine Rolle bei dem Entschluss spielten, z. B. eine Machtdemonstration gegen√ľber dem sowjetischen Verb√ľndeten oder R√ľcksicht auf die enormen Kosten, die f√ľr Entwicklung und Herstellung der Bombe aufgewandt worden waren, ist bis heute umstritten. Tats√§chlich zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt bereits die Kapitulationsbereitschaft der Japaner ab. Am 8. 8. erkl√§rte die UdSSR Japan den Krieg und lie√ü ihre Truppen am folgenden Tag in die Mandschurei einr√ľcken, an dem Tag, an dem die USA eine zweite Atombombe auf Nagasaki abwarfen. Am 10. 8. teilte die japanische Regierung den USA ihre Kapitulationsbereitschaft unter dem Vorbehalt mit, dass die Vorrechte des Kaisers Hirohito nicht beeintr√§chtigt werden d√ľrften. In ihrer Antwort verk√ľndeten die USA den Beschluss, den Kaiser und die japanische Regierung einem Oberkommando der alliierten Streitkr√§fte zu unterstellen. Am 15. 8. befahl der Kaiser allen japanischen Streitkr√§ften die sofortige Einstellung des Kampfes. Der Vormarsch der Roten Armee ging dessen ungeachtet weiter. Am 22. 8. wurden Port Arthur und Dairen besetzt, andere sowjetische Truppen landeten auf den Kurilen und r√ľckten in Nordkorea ein. Am 30. 8. 1945 √ľbergaben die Japaner Hongkong wieder den Briten.
 
Am 2. 9. 1945 wurde die Kapitulation Japans auf dem amerikanischen Schlachtschiff Missouri in der Bucht von Tokio unterzeichnet. Am 9. 9. kapitulierte in Nanking auch die japanische Armee in China. Die Entwaffnung der japanischen Truppen war am 24. 10. 1945 beendet. Die japanische Hauptinsel sowie S√ľdkorea wurden von den USA besetzt. Der amerikanische General MacArthur √ľbernahm die Kontrolle √ľber Japan.
 
Die Regierung Chiang Kai-shek, von Chongqing nach Nanking zur√ľckkehrend, hatte am 14. 8. 1945 die von Roosevelt in Jalta Stalin zugestandenen Einschr√§nkungen der Souver√§nit√§t in einem ¬ĽFreundschaftsvertrag¬ę mit der UdSSR akzeptieren m√ľssen. Betr√§chtliche Teile Nordchinas wurden von den kommunistischen Truppen Mao Zedongs eingenommen, die bisher in die nationale Einheitsfront gegen die Japaner eingebunden waren.
 
Bilanz des Zweiten Weltkrieges
 
Der Zweite Weltkrieg als der bisher verheerendste milit√§rische Konflikt der Weltgeschichte forderte unter der Zivilbev√∂lkerung und den Soldaten insgesamt zwischen 55 und 62 Mio. Tote. Davon entfielen allein auf die UdSSR mindestens 27 Mio. (fr√ľher von der Sowjetunion mit 20 Mio. angegeben), auf Deutschland 5,25, auf Polen 4,5-6, auf Jugoslawien rd. 1 Mio. (nach fr√ľheren offiziellen Angaben 1,7) und auf Japan 1,8 Mio. Die USA hatten 318 000, Gro√übritannien 386 000, Frankreich 810 000, Italien 330 000, Rum√§nien 378 000, Ungarn 420 000, Finnland 84 000 Kriegstote zu beklagen. Etwa 6 Mio. europ√§ische Juden fielen unter nationalsozialistische Herrschaft dem Holocaust zum Opfer.
 
Neben der unvorstellbar hohen Zahl von Toten bewirkte der Zweite Weltkrieg, dass rd. 20 Mio. Menschen aus ihrer Heimat fl√ľchten mussten oder aus ihr vertrieben, deportiert oder als Zwangsarbeiter verschleppt wurden.
 
Deutschland, Italien und Japan schieden als Gro√üm√§chte aus dem Weltm√§chtesystem aus. In Europa hatten die USA und die zur Weltmacht aufgestiegene UdSSR die Entscheidung herbeigef√ľhrt, nachdem Frankreich 1940 dem deutschen Ansturm unterlegen und Gro√übritannien allein nicht in der Lage gewesen war, die Herrschaft des nationalsozialistischen Deutschlands √ľber den gr√∂√üten Teil des europ√§ischen Kontinents wieder zu brechen. Den Macht- und Einflusssph√§ren der USA und der UdSSR entsprechend wurde Europa (und Deutschland) nun faktisch geteilt (Ost-West-Konflikt) und w√§hrend des Kalten Krieges in zwei gegens√§tzliche wirtschaftlich-politische und milit√§rische Bl√∂cke eingebunden. Von Westeuropa ausgehend, l√∂ste die Teilung des Kontinents verst√§rkte Bem√ľhungen um Zusammenarbeit (europ√§ische Integration, Europa, Geschichte) aus. Mit dem Ziel, k√ľnftig den Weltfrieden zu sichern und die internationalen Beziehungen zu f√∂rdern, entstanden 1945 die Vereinten Nationen. In Ostasien hingegen dominierten zun√§chst die USA. Allerdings entstanden auch hier bis 1949 mit der Volksrepublik China und der ¬ĽDemokratischen Volksrepublik Korea¬ę (Nord-Korea) zwei kommunistische Staaten, sp√§ter andere in S√ľdostasien. Der weitere Abstieg Gro√übritanniens und Frankreichs, auch als Kolonialm√§chte (Entkolonialisierung), zeichnete sich ab, obwohl sie zu den Hauptsiegerm√§chten z√§hlten. Gegen verantwortliche deutsche und japanische Politiker und Milit√§rs wurden 1945/46 in N√ľrnberg und 1946-48 in Tokio Kriegsverbrecherprozesse gef√ľhrt. Zu Friedensschl√ľssen kam es mit Italien und den kleineren Verb√ľndeten Deutschlands (10. 2. 1947 in Paris). Die USA (nebst ihren Verb√ľndeten) schlossen 1951 mit Japan den Friedensvertrag von San Francisco. Der wiederhergestellte Staat √Ėsterreich erhielt von den vier Siegerm√§chten 1955 einen Staatsvertrag. Fundamentale Interessengegens√§tze zwischen den Weltm√§chten in Zentraleuropa stellten sich einem gemeinsamen Friedensschluss mit Deutschland von Anfang an entgegen. Jedoch erkl√§rten die Westm√§chte 1951, die UdSSR 1955 den Kriegszustand mit ganz Deutschland f√ľr beendet. Der endg√ľltige Schlussstrich wurde jedoch erst 1990 mit der Vereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten und den begleitenden v√∂lkerrechtlichen Vertr√§gen gezogen.
 
 
 
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Zweiter Weltkrieg:
 
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Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht (Wehrmachtf√ľhrungsstab). 1940-1945, hg. v. P. E. Schramm u. a., 7 Tle. u. Erg.-Bd. (1961-69);
 
Hitlers Lagebesprechungen. Die Protokollfragmente seiner militär. Konferenzen 1942-1945, hg. v. H. Heiber (1962);
 
Staatsmänner u. Diplomaten bei Hitler, hg. v. A. Hillgruber, 2 Tle. (1967-70);
 
Dtl.s R√ľstung im Zweiten W. Hitlers Konferenzen mit Albert Speer 1942-1945, hg. v. W. A. Boelcke (1969);
 
¬ĽDas Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt. ..¬ę. Der dt. Wehrmachtsbericht, hg. v. G. Wegmann, 3 Bde. (1982);
 
Hitlers Weisungen f√ľr die Kriegf√ľhrung 1939-1945, hg. v. W. Hubatsch (21983);
 
Die geheimen Tagesberichte der dt. Wehrmachtsf√ľhrung im Zweiten W., hg. v. K. Mehner, auf 12 Bde. ber. (1984 ff.);
 
Teheran, Jalta, Potsdam. Die sowjet. Protokolle, hg. v. A. Fischer (31985);
 
Winston S. Churchill and Franklin D. Roosevelt. The complete correspondance, hg. v. W. F. Kimball, 3 Bde. (Neuausg. Princeton, N. J., 1987);
 
Europa unterm Hakenkreuz, hg. v. W. Schumann u. L. Nestler, 8 Bde. in 9 Tlen. (1988-96);
 
Kriegstagebuch der Seekriegsleitung 1939-1945, hg. v. W. Rahn u. a., auf 40 Bde. ber. (1988 ff.);
 
Wollt ihr den totalen Krieg? Die geheimen Goebbels-Konferenzen 1939-43, hg. v. W. A. Boelcke (1989);
 
J. Goebbels: Die Tageb√ľcher, hg. v. E. Fr√∂hlich, 15 Bde. (1993-96).
 
Gesamtdarstellungen: Der Zweite W. in Bildern u. Dokumenten, hg. v. H.-A. Jacobsen u. H. Dollinger, 3 Bde. (1962);
 
Dtl. im Zweiten W., hg. v. W. Schumann u. a., 6 Bde. (1-31974-85);
 
K. D. Erdmann: Die Zeit der W., Tl. 2 (91976);
 
A. Hillgruber u. G. H√ľmmelchen: Chronik des Zweiten W. Kalendarium milit√§r. u. polit. Ereignisse 1939-1945 (Neuausg. 1978);
 
Das Dt. Reich u. der Zweite W., hg. v. Militärgeschichtl. Forschungsamt, 6 Bde. (1979-90);
 
R. Cartier: Der Zweite W., 3 Bde. (a. d. Frz., 61982);
 
B. H. Liddell Hart: Gesch. des Zweiten W., 2 Bde. (a. d. Engl., Neuausg. 21982);
 
H. Michel: Der Zweite W. (a. d. Frz., 1988);
 
H. G. Dahms: Die Gesch. des Zweiten W. (1989);
 
Der Zweite W. im Kartenbild, bearb. v. K.-J. Thies, auf mehrere Bde. ber. (1989 ff.);
 
Der natsoz. Krieg, hg. v. N. Frei u. W. Kling (1990);
 
M. Gilbert: Der Zweite W. Eine chronolog. Gesamtdarst. (a. d. Engl., 1991);
 
L. Gruchmann: Totaler Krieg. Vom Blitzkrieg zur bedingungslosen Kapitulation (1991);
 
G. L. Weinberg: Eine Welt in Waffen. Die globale Gesch. des Zweiten W. (a. d. Amerikan., 1995);
 
A. Hillgruber: Der Zweite W. 1939-1945. Kriegsziele u. Strategie der großen Mächte (61996);
 
Der Zweite W. Analysen, Grundz√ľge, Forschungsbilanz, hg. v. W. Michalka (Neuausg. 1997).
 
Einzelstudien: A. Dallin: Dt. Herrschaft in Rußland 1941-1945 (1958, Nachdr. 1981);
 
Entscheidungsschlachten des Zweiten W., hg. v. H.-A. Jacobsen u. J. Rohwer (1960);
 
A. P. Adamthwaite: The making of the Second World War (London 1977);
 
Die Funkaufklärung u. ihre Rolle im Zweiten W., hg. v. J. Rohwer u. E. Jäckel (1979);
 
L. Herbst: Der totale Krieg u. die Ordnung der Wirtschaft (1982);
 
D. Eichholtz: Gesch. der dt. Kriegswirtschaft 1939-1945, 3 Bde. (Berlin-Ost 1-31984-96);
 
H. D. Hölsken: Die V-Waffen (1984);
 
Kriegswende Dezember 1941, hg. v. J. Rohwer u. a. (1984);
 
M.-L. Recker: Natsoz. Sozialpolitik im Zweiten W. (1985);
 
W. Schlauch: R√ľstungshilfe der USA 1939-1945 (21985);
 
U. Herbert: Fremdarbeiter. Politik u. Praxis des ¬ĽAusl√§nder-Einsatzes¬ę in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches (21986);
 
K. Segbers: Die Sowjetunion im Zweiten W. Die Mobilisierung von Verw., Wirtschaft u. Gesellschaft im ¬ĽGro√üen Vaterl√§nd. Krieg¬ę 1941-1943 (1987);
 
D. Brandes: Großbritannien u. seine osteurop. Alliierten 1939-1943 (1988);
 
Arno J. Mayer: Der Krieg als Kreuzzug. Das Dt. Reich, Hitlers Wehrmacht u. die ¬ĽEndl√∂sung¬ę (a. d. Amerikan., 1989);
 
D. Rebentisch: F√ľhrerstaat u. Verw. im Zweiten W. (1989);
 
H. Graml: Europas Weg in den Krieg. Hitler u. die Mächte 1939 (1990);
 
O. Groehler: Bombenkrieg gegen Dtl. (Berlin-Ost 1990);
 
1939. An der Schwelle zum W. Die Entfesselung des Zweiten W. u. das internat. System, hg. v. K. Hildebrand (1990);
 
Der dt. √úberfall auf die Sowjetunion. ¬ĽUnternehmen Barbarossa¬ę 1941, hg. v. G. R. Uebersch√§r u. a. (Neuausg. 1991);
 
Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt zum ¬ĽUnternehmen Barbarossa¬ę, hg. v. B. Wegner (1991);
 
J. Rohwer: Der Krieg zur See 1939-1945 (1992);
 
A. Hillgruber: Hitlers Strategie. Politik u. Kriegf√ľhrung 1940-1941 (31993);
 
G. R√°nki: The economics of the Second World War (Wien 1993);
 
R. Edmonds: Die Großen Drei. Churchill, Roosevelt u. Stalin in Frieden u. Krieg (a. d. Amerikan., Neuausg. 1994);
 
M. Bloch: Die seltsame Niederlage. Frankreich 1940 (a. d. Frz., Neuausg. 1995);
 
Rolf-Dieter M√ľller u. G. R. Uebersch√§r: Kriegsende 1945 (9.-12. Tsd. 1995);
 
The Oxford companion to the Second World War, hg. v. I. C. B. Dear (Oxford 1995);
 
G. Schreiber: Dt. Kriegsverbrechen in Italien (1996);
 
Die Militärelite des Dritten Reiches, hg. v. R. Smelser u. a. (Neuausg. 1997);
 
C. Streit: Keine Kameraden. Die Wehrmacht u. die sowjet. Kriegsgefangenen 1941-1945 (Neuausg. 1997);
 
Der dt. Angriff auf die Sowjetunion 1941, hg. v. G. R. Ueberschär (1998).
 
Weitere Quellen u. Literatur bei den Artikeln der einzelnen Länder.

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WeŐ£lt|krieg, der: Krieg, an dem viele L√§nder der Welt, bes. die Gro√üm√§chte beteiligt sind: ... ist in Korea ein lokal begrenzter W. gef√ľhrt worden (D√∂nhoff, √Ąra 175); W. I war hier noch unvergessen (Kuby, Sieg 237); Ein Dritter W.! (Hilsenrath, Nazi 371); einen [neuen] W. anzetteln; Der Oberbefehlshaber - eine hohe schlanke Erscheinung, schon im Ersten W. Generalstabsoffizier (Plievier, Stalingrad 221); in einer Gegend, die vor dem W. zu Russland geh√∂rte (Seghers, Transit 214); zwischen den beiden -en.

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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  • Weltkrieg ‚ÄĒ Weltkrieg ‚Ķ   Deutsch W√∂rterbuch

  • Weltkrieg ‚ÄĒ Als Weltkrieg wird ein Krieg bezeichnet, der durch sein geographisches Ausma√ü √ľber mehrere Kontinente und durch den unbegrenzten Einsatz aller verf√ľgbaren strategischen Ressourcen weltweite Bedeutung erlangt oder der im Ergebnis eine… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Weltkrieg ‚ÄĒ der Weltkrieg, e (Grundstufe) Krieg mit Beteiligung mehrerer L√§nder Beispiel: Im Zweiten Weltkrieg waren mehrere L√§nder unter deutscher Besatzung. Kollokation: der Erste Weltkrieg ‚Ķ   Extremes Deutsch

  • Weltkrieg ‚ÄĒ WeŐ£lt¬∑krieg der; einer der beiden gro√üen Kriege im 20. Jahrhundert: der Erste Weltkrieg (1914 1918); der Zweite Weltkrieg (1939 1945) ‚Ķ   Langenscheidt Gro√üw√∂rterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Weltkrieg ‚ÄĒ WeŐ£lt|krieg {{link}}K 89{{/link}}: der Erste Weltkrieg (1914‚Äď1918); der Zweite Weltkrieg (1939‚Äď1945) ‚Ķ   Die deutsche Rechtschreibung

  • Weltkrieg ‚ÄĒ Welt: Das altgerm. Substantiv mhd. we‚ÄĻr‚Äļlt, ahd. weralt ¬ĽZeitalter; Welt; Menschengeschlecht¬ę, niederl. wereld, engl. world, schwed. v√§rld ¬ĽWelt¬ę ist eine alte Zusammensetzung, deren erster Bestandteil das unter ‚ÜĎ Werwolf behandelte germ. Wort… ‚Ķ   Das Herkunftsw√∂rterbuch

  • Weltkrieg, Erster: Ergebnis ‚ÄĒ Eine ver√§nderte Welt ‚ÄĒ ¬† Mit Blick auf die Jahrzehnte um 1900 und auf den Ersten Weltkrieg wurde viel von einem ¬ĽVerlust der Mitte¬ę oder einem ¬Ľsp√§tzeitlichen Ende des christlich europ√§ischen Abendlandes¬ę gesprochen. Zu Recht, denn es ging eine Epoche zu Ende, in der… ‚Ķ   Universal-Lexikon

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